Mit geballter Kraft nach Tirol

Altach will die WSG „einpacken“, weiß aber auch, dass es ein schwieriges Spiel wird.
Altach Ohne Manuel Thurnwald, aber mit viel Selbstvertrauen im Gepäck ist Altach am Freitag Richtung Innsbruck aufgebrochen. Die Erwartung mit am Bord drückt Cheftrainer Damir Canadi folgendermaßen aus: „Ein positives Ergebnis.“ Dass der 51-Jährige dabei gar an den dritten Saisonsieg denkt, sagt er nicht laut, doch dies ist seine Mentalität. Fast wichtiger ist ihm aber der Entwicklungsschritt, sich als Mannschaft die Grundtugenden im Fußball zu verinnerlichen. „Mit Wille, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft haben wir Möglichkeiten, Spiele für uns zu entscheiden. Das war auch gegen Rapid so. Es war kein Sieg der spielerischen Qualität, sondern der Mentalität.“ Und so sieht er jedes Match als neue Herausforderung. Und die lautet heute WSG Tirol und für die fehlt ihm mit Thurnwald ein wichtiges Mosaiksteinchen in seinem „Baukasten“.
„Wir sind bereit, den Weg mit jungen Spielern zu gehen und
Damir Canadi über die Entwicklung der Mannschaft
haben auch die Geduld.“
Fußball
Admiral Bundesliga 2021/22
5. Spieltag
WSG Tirol
AUFSTELLUNG (4-4-2) Ozegovic; Koch, Behounek, Awoudja, Klassen; Rogelj, Blume, Petsos, Sabitzer; Anselm, Vrioni
ERSATZ Schermer; Andric, Ranacher, Müller, Naschberger, Wallner, Kerber
ES FEHLEN Oswald (Ristprellung), Smith (Achillessehne)
CASHPOINT SCR ALTACH
AUFSTELLUNG (4-2-3-1) Casali; Reiter, Dabanli, Zwischenbrugger, Schreiner; Daniel Nussbaumer, Strauss, Haudum, Bukta; Nuhiu, Krizman
ERSATZ Odehnal; Aigner, Prokop, Tartarotti, Netzer, Meilinger, Edokpolor
ES FEHLEN Anderson, Stefel (beide sollen abgegeben werden), Prokopic (Amateure), Bischof, Abdijanovic (beide rekonvaleszent), Thurnwald (Muskelprobleme)
Der 23-Jährige, der schon gegen Rapid ein leichtes Ziehen im linken Oberschenkel (hinten) verspürte, wird laut Canadi geschont, um keinen langfristigen Ausfall zu riskieren. Dies könnte zu einer Rückkehr auf eine Dreierabwehrkette führen. Möglich ist jedoch auch das Zurückziehen von Dominik Reiter. Der 23-jährige Offensivspieler hatte auch beim LASK die Rolle eines Rechtsverteidigers ausgefüllt. Zumal die Tiroler in einem 4-4-2-System agieren und Canadi gerne mit derselben taktischen Variante „antwortet“. Ansonsten wäre Daniel Nussbaumer (21) eine gute Option für die Offensive.
Kein Zweifel im Angriffszentrum. Da sollen auch die Tiroler die volle Wucht von Fast-Zweimetermann Atdhe Nuhiu zu spüren bekommen. „Unsere sechs Punkte aus vier Spielen sprechen für uns“, sagte der 32-Jährige zuletzt im Sky Podcast. „Das gibt Selbstvertrauen, zumal die Auslosung nicht die einfachste war.“ Über seinen Siegestreffer in der Nachspielzeit gegen seinen Exklub und „alte Liebe“ Rapid meinte er: „In diesem Augenblick habe ich die ,Liebe‘ irgendwie ausblenden müssen. Für solche Momente bin ich schließlich von Altach geholt worden.“
Große Chance für einen mit großem Herz
Er ist erst einmal 22 Jahre alt und doch schon seit fünf Saisonen in der Bundesliga. Die Rede ist von Valentino Müller, der am 26. September 2016 unter Damir Canadi sein Debüt in der obersten Spielklasse gabe. 17 Jahre und acht Monate war der Ludescher, als er beim 0:0 gegen RB Salzburg eingewechselt wurde. Über den LASK ist Müller nun bei der WSG Wattens gelandet, wo er sich in der Liga etablieren will. Coach Thomas Silberberger (48), längstdienender Trainer in der Bundesliga (seit 1. Juli 2013), hält jedenfalls große Stücke auf den Vorarlberger.

