Am Tivoli gab es nur einen Punkt zu holen

Ein fußballerischer Leckerbissen war es nicht, das Bundesliga-Westderby zwischen Tirol und Altach endete mit 0:0.
Innsbruck Auf zwei Positionen verändert schickte Altach-Trainer Damir Canadi seine Mannschaft ins Auswärtsspiel bei der WSG Tirol. Für den verletzten Manuel Thurnwald – sein Oberschenkelmuskel macht ihm noch zu schaffen – rückte Dominik Reiter in die Startelf, es war der erste Bundesliga-Auftritt für den 18-Jährigen. Außerdem musste Csaba Bukta weichen, seine Position auf der linken Seite übernahm Nosa Edokpolor.
Fußball
Admiral Bundesliga, 5. Spieltag
WSG Tirol – Cashpoint SCR Altach 0:0 (0:0)
Tivoli-Stadion Tirol, Innsbruck, 1500 Zuschauer, SR Alexander Harkam (St)
Torfolge: Fehlanzeige
Gelbe Karten: 13. Behounek, 28. Vrioni (beide Foulspiel), 37. Klassen (Handspiel/alle Tirol), 44. Strauss (Foulspiel/Altach), 61. Koch (Handspiel/Tirol), 84. Aigner (Foulspiel/Altach)
Rote Karten: Fehlanzeige
WSG Tirol (5-3-2): Ozegovic; Rogelj (78. Ranacher), Koch, Behounek, Awoudja (65. Bacher), Klassen; Blume (78. Naschberger), Petsos, Sabitzer (65. Müller); Vrioni, Anselm (65. Wallner)
Cashpoint SCR Altach (4-4-2): Casali; Mischitz (59. Csaba Bukta), Dabanli, Zwischenbrugger, Edokpolor; Reiter (59. Daniel Nussbaumer), Strauss (70. Netzer), Haudum, Schreiner (70. Sebastian Aigner); Nuhiu, Krizman (80. Meilinger)
Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit des SCRA auf den Rängen – die Reise aus dem Ländle wurde von vielen Fans gerne auf sich genommen, das war im Innsbrucker Tivoli deutlich zu hören – gehörten die ersten Minuten der Partie den Tirolern. Diese hatten in der laufenden Spielzeit vier Unentschieden aus vier Spielen geholt, sie waren heiß auf ihren ersten Saisonsieg, das war zu spüren.
So kam die Elf von Trainer Thomas Silberberger gleich zu Beginn dreimal gefährlich vor das Altacher Tor: Zunächst lud Bror Blume per Flanke von rechts zum Abschluss ein, Altachs Felix Strauss setzte den Klärversuch knapp am eigenen Tor vorbei (8.). Nur eine Minute später versuchte es Leon Klassen dann aus der Distanz, sein Ball segelte über den Kasten von Tino Casali hinweg. Und als Tobias Anselm aus knappen 15 Metern ungehindert zum Schuss kam, war Altachs Mannschaft wohl endgültig erwacht (11.). Einzig Kapitän Emanuel Schreiner trat bereits zuvor in Erscheinung, fehlende Ballkontrolle machte dem potentiellen Abschluss allein vor dem Tiroler Tor jedoch einen Strich durch die Rechnung (5.).
Zahlen zum Spiel
WSG Tirol : Cashpoint SCR Altach
Schüsse gesamt: 16 : 5
Schüsse auf das Tor: 2 : 2
Ballbesitz: 63,8% : 36,2%
Eckbälle: 7 : 2
Flanken: 16 : 18
Zweikampfquote: 45,7% : 58,6%
Abseits: 3 : 0
Passquote: 84,1% : 60,7%
Fouls: 15 : 12
Dann waren die Altacher erstmals gefährlich, zunächst zum Beispiel Strauss, der eine Haudum-Flanke von links mit dem Kopf verpasste (15.). Kurz darauf: Ähnliche Konstellation, nach einer Ecke war es wieder Felix Strauss auf Stefan Haudum, der brachte im Strafraum-Durcheinander den Ball aus kurzer Distanz jedoch nicht im Kasten des Ex-SCRA-Torhüters Benjamin Ozegovic unter (23.).
So sollte in Hälfte eins kein Treffer mehr fallen, daran änderten auch ein direkt versuchter Freistoß durch Dominik Reiter (37.) und ein schöner Solo-Lauf von Nosa Edokpolor über links nichts – das darauf folgende Zusammenspiel von Adthe Nuhiu und Emanuel Schreiner war nämlich zu ungenau (44.). Und auch aus einem potentiellen Foulelfmeter für Altach wurde nichts, Felix Strauss wurde im Strafraum zu Boden gebracht, hier entschied sich der Schiedsrichter in Zusammenarbeit mit dem Video-Assistenten aber gegen den Elfer-Pfiff (41.).
Unverändert aus der Kabine
Nicht nur ohne personelle Wechsel sondern auch weiter ohne Torerfolge startete das Westderby in Hälfte zwei. Beide Teams waren jedoch hellwach, speziell der Auswärts-Torhüter Tino Casali. Zunächst versuchte es aber Altach, mit einem langen Zwischenbrugger-Ball perfekt für Dominik Reiter, er scheiterte am Pass in die Mitte (46.). Und gleichzeitig ließ ein ungehinderter und gezielter Schuss von Tirols Tobias Anselm die Defensive der Gäste schlecht ausschauen (47.).
Die beste Einschussmöglichkeit hatte die Mannschaft rund um Trainer Damir Canadi dann wohl in der 58. Spielminute, Adthe Nuhiu wurde völlig frei stehend gelassen. Dies erkannte auch Dominik Reiter, Nuhiu rutschte jedoch am Ball vorbei. Daraufhin wurden die Tiroler immer gefährlicher, ein Schuss aus knappen 30 Metern durch Fabian Koch wurde von Casali zur Ecke entschärft (63.), eine Minute später köpfte wieder der 32-Jährige Routinier am Tor vorbei.
Das Spiel wurde dann immer seichter, mit immer weniger Einschussmöglichkeiten – der vorhandene Spielwille auf beiden Seiten wurde von kompakt stehenden Abwehrreihen auf beiden Seiten entschärft. So blieb es schlussendlich beim 0:0-Endstand, auch wenn die WSG in der Schlussphase noch einmal mit einer Doppelchance aufwartete (86./87.): Der Eingewechselte Valentino Müller musste sich nach Klassen-Zuspiel gegen Casali geschlagen geben, kurz darauf brachte Giacomo Vrioni den Ball nicht im Altacher Tor unter. Und in der Nachspielzeit hatte Atdhe Nuhiu das Altacher 1:0 auf dem Kopf, die Ecke von Marco Meilinger setzte er jedoch über das Tor.
Die Altacher steigen somit in der Tabelle vorläufig auf Platz drei auf, sieben Punkte haben die Rheindörfler mittlerweile zu Buche stehen. Die bekannten Abstimmungsprobleme – die auch Emanuel Schreiner nach dem Spiel ansprach (“Wir waren zu ungenau”) – gilt es vor dem Heimspiel in der nächsten Woche zu lösen. Am Samstag um 17 Uhr geht es gegen den Wolfsberger AC.