Die ersten Wintervorboten

Sport / 18.08.2021 • 22:05 Uhr
Die ersten Wintervorboten
Weltcupsieger Alessandro Hämmerle feilt für die Titelverteidigung an seinen Starts. vn/sams

ÖSV-Snowboardcrosser absolvieren neben der Birkenwiese bereits erste „Schneetrainings“.

Dornbirn Das Wetter war bestens, die Sonne strahlte über Dornbirn. Auf der Laufbahn zogen zwei Athletinnen ihre Bahnen, der Rasen wurde gemäht, im „Käfig“ spielten Kinder Fußball. Und an der Tribüne von Sektor C, hinter der Gegengerade der Dornbirner Birkenwiese – da lag Schnee. Denn dort übten die ÖSV-Snowboardcrosser ihre Starts. Mit dabei auch die Ländle-Athleten Alessandro und Luca Hämmerle sowie der Wahl-Vorarlberger Julian Lüftner.

Hügel rauf, Hügel runter

Zwei Stunden lang stürzten sich die Profis den kleinen Hügel hinunter – Zeitmessung und Videoanalyse inklusive. „Ich mache so was gern. Da kannst du ohne Druck schauen, wo du stehst. Zu einem späteren Zeitpunkt im Training muss das sitzen“, so Ländle-Ass Alessandro „Izzi“ Hämmerle (28). Die Vorbereitung absolviert der dreimalige Gesamtweltcupsieger bis Ende August komplett im Dornbirner Olympiazentrum, da könne ein Trainingstag auch intensiver werden. Meistens frühstücke er schon dort, zwei Einheiten pro Tag stehen an. Gegen halb neun gehe es etwa an den Berg, dann stehen Physio-Einheiten und das Mittagessen an. Nachmittags gibt es noch intensives Kraft- und Oberkörpertraining. Wenn er dann abends an seiner Masterarbeit schreibe, „merkst du schon, da geht nicht viel vorwärts, weil der Kopf dann einfach leer ist“, so Hämmerle lachend.

„Ich mache so was gerne. Du kannst ohne Druck Dinge verändern und schauen, wo du stehst.“

Alessandro Hämmerle über die Starttrainings


Erstmals im „richtigen“ Schnee am Gletscher (die Dornbirner Trainingsbahn wurde mit abgekratztem Eis der Eishalle präpariert) fahren die Snowboarder dann erst Anfang September. Auch in dieser Saison scheint das Ziel von „Izzi“ klar: Die Titelverteidigung im Weltcup steht im Fokus. „Am besten von Anfang an vorne dabei sein, dass nach hinten hinaus ein Polster da ist“, wünscht sich der Montafoner.
Und dann ist ja auch noch Olympia in Peking – für ihn wären es bereits die dritten Winterspiele. „Ich versuche, nicht vieles anders zu machen als in einer anderen Saison – das hat bisher gut funktioniert. Ich möchte mir keinen übertriebenen Druck zu machen“, meint der 28-Jährige.

“Fühle mich jetzt besser”

Der Rücken (im vergangenen Winter sorgte dieser für Schmerzen) soll ihn jedenfalls nicht mehr ausbremsen. „Im Sommer habe ich ihn schon immer wieder gemerkt, viele Therapien gehen in die Richtung.“ Er habe aber überraschend gut trainieren können, fühle sich nach größerer Belastung jetzt besser als in der Vorsaison. Und Hämmerle ist sich sicher: „Mit der Erfahrung vom letzten Jahr kriegen wir diese Saison besser durch!“ FB