Die ersten Wintervorboten

Sport / 18.08.2021 • 20:47 Uhr
ÖSV-Fahrerin Pia Zerkhold auf der Dornbirner Startbahn.vn-sams
ÖSV-Fahrerin Pia Zerkhold auf der Dornbirner Startbahn.vn-sams

ÖSV-Snowboardcrosser absolvieren neben der Birkenwiese bereits erste „Schneetrainings“.

Dornbirn Das Wetter war bestens, die Sonne strahlte über Dornbirn. Auf der Laufbahn zogen zwei Athletinnen ihre Bahnen, der Rasen wurde gemäht, im „Käfig“ spielten Kinder Fußball. Und an der Tribüne von Sektor C, hinter der Gegengerade der Dornbirner Birkenwiese – da lag Schnee. Denn dort übten die ÖSV-Snowboardcrosser ihre Starts. Mit dabei auch die Ländle-Athleten Alessandro und Luca Hämmerle sowie Wahl-Vorarlberger Julian Lüftner.

Hügel rauf, Hügel runter

Zwei Stunden lang stürzten sich die Profis den kleinen Hügel hinunter – Zeitmessung und Videoanalyse inklusive. „Ich mache sowas gern. Da kannst du ohne Druck schauen, wo du stehst. Zu einem späteren Zeitpunkt im Training muss das sitzen“, so Ländle-Ass Alessandro „Izzi“ Hämmerle (28). Die Vorbereitung absolviert der dreimalige Gesamtweltcupsieger bis Ende August komplett im Dornbirner Olympiazentrum, da könne ein Trainingstag auch intensiver werden. Meistens frühstücke er schon dort, zwei Einheiten pro Tag stehen an. Gegen halb neun gehe es etwa an den Berg, dann stehen Physio-Einheiten und das Mittagessen an. Nachmittags gibt es noch intensives Kraft- und Oberkörpertraining. Wenn er dann abends an seiner Masterarbeit schreibe, „merkst du schon, da geht nicht viel vorwärts, weil der Kopf dann einfach leer ist“, so Hämmerle lachend.

Erstmals im „richtigen“ Schnee am Gletscher (die Dornbirner Trainingsbahn wurde mit abgekratztem Eis der Eishalle präpariert) fahren die Snowboarder dann erst Anfang September. Auch in dieser Saison scheint das Ziel von „Izzi“ klar: Die Titelverteidigung im Weltcup steht im Fokus. „Am besten von Anfang an vorne dabei sein, dass nach hinten hinaus ein Polster da ist“, wünscht sich der Montafoner.

Und dann ist ja auch noch Olympia in Peking – für ihn wären es bereits die dritten Winterspiele. „Ich versuche, nicht vieles anders zu machen als in einer anderen Saison – das hat bisher gut funktioniert. Ich probiere, mir keinen übertriebenen Druck zu machen“, meint der 28-Jährige.

„Fühle mich jetzt besser“

Der Rücken (im vergangenen Winter sorgte dieser für Schmerzen) soll ihn in jedenfalls nicht mehr ausbremsen. „Im Sommer habe ich ihn schon immer wieder gemerkt, viele Therapien gehen in die Richtung.“ Er habe aber überraschend gut trainieren können, fühle sich nach größerer Belastung jetzt besser als in der Vorsaison. Und Hämmerle ist sich sicher: „Mit der Erfahrung vom letzten Jahr kriegen wir diese Saison besser durch!“

„Ich mache sowas gerne. Du kannst ohne Druck Dinge verändern und schauen, wo du stehst.“

Luca Hämmerle (24)legte auch im Training am Startblock volle Konzentration an den Tag.vn-sams
Luca Hämmerle (24)legte auch im Training am Startblock volle Konzentration an den Tag.vn-sams
Weltcupsieger Alessandro Hämmerle feilte für die Titelverteidigung an seinen Starts. vn-sams
Weltcupsieger Alessandro Hämmerle feilte für die Titelverteidigung an seinen Starts. vn-sams