Mauro, der Römer: “Noch nie hatte eine Squadra Azzurra das Land so geschlossen hinter sich”

Sport / 25.06.2021 • 12:00 Uhr
Mauro, der Römer: "Noch nie hatte eine Squadra Azzurra das Land so geschlossen hinter sich"
Maura Moderna vor seinen Zitronen- und Olivenbäumen in Lauterach. Er hat ein Stück Rom mit nach Vorarlberg genommen. VN/HÄMMERLE

Der in Lauterach lebende Italiener ist überzeugt: Die Tifosi werden Österreich schlagen

Lauterach Mauro Moderna hat römische Kunst und Geschichte nicht nur verinnerlicht. Äußere Symbole finden sich auch in seinem und rund um sein schmuckes Eigenheim in Lauterach. Bilder, Skulpturen, Oliven- und Zitronenbäume. Mauro kommt schnell in Fahrt, wenn er seinen „tanzenden Faun von Pompej“ erklärt, der in Miniaturausgabe auf dem Gartentisch thront.  Mit etwas Fantasie ginge der auch als jubelnder Fußballfan in der Antike durch.

Eine echte Mannschaft

Zum Jubeln ist dem fröhlichen Mauro derzeit oft zumute. „Dieses Team spielt großartig. Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Nationalelf das ganze Land je so uneingeschränkt begeistert hat. Sie verzückt alle“, schwärmt der 58-jährige Römer von der Squadra Azzurra. Man sei mit geringen Erwartungen ins Turnier gestartet. Diese Erwartungen seien nicht einmal jetzt ins Unermessliche gestiegen. „Es scheint, es ist egal, was die Mannschaft letztlich erreicht. Alle freuen sich einfach nur über den Fußball, den sie spielen.“

Was Mauro verblüfft: „Wir haben keine Primadonnen bei uns, keine wirklichen Starspieler. Das ist wirklich eine Mannschaft. Jeder spielt und kämpft für den anderen, sie laufen füreinander und strahlen eine große Begeisterung aus“, gerät der Römer ins Schwärmen.

Mauro ist ein echter Italiener mit viel Herz für die Squadra Azzurra. Diese sieht er gegen Österreich in der absoluten Favoritenrolle. <span class="copyright">VN/Hämmerle</span>
Mauro ist ein echter Italiener mit viel Herz für die Squadra Azzurra. Diese sieht er gegen Österreich in der absoluten Favoritenrolle. VN/Hämmerle

Das ewige Rom

Nach Vorarlberg gekommen ist Mauro 1990 wegen Bauarbeiten an der Pipeline in Bregenz, die derzeit aus anderen Gründen im Dauergespräch ist. Schließlich blieb der Programmierer hier hängen, baute in Lauterach ein Haus und genießt mit Frau und seinen beiden Kindern die Vorzüge Vorarlbergs.

Im Herzen ist er, der im Verein „Römische Kultur und Geschichte Vorarlberg“ hochaktiv ist und in einer originalgetreuen römischen Soldatenrüstung mit seinen Kollegen antike Schlachten nachspielt, jedoch Römer geblieben. „Diese Stadt ist das Sinnbild von Kultur über alle Epochen hinweg. Rom ist einzigartig“, holt Mauro zu einer flammenden Hommage an seine alte Heimat aus.

Es gibt nur Italia

Dass Italien am Samstag im Londoner Wembley-Stadion gegen Österreich gewinnt, bezweifelt Mauro Moderna nicht im Geringsten. Klar habe Österreich einige gute Spieler. Er nennt Alaba und Sabitzer. „Aber insgesamt sind wir besser.“

Im Fußballalltag ist Mauro Fan von Lazio Rom. Die Spiele des römischen Traditionsvereins schaut er regelmäßig mit Gleichgesinnten zu Hause in Vorarlberg an. Heute gibt es unter den Italienern in Vorarlberg jedoch kein Lazio, AS Roma, AC Milan, Inter Mailand oder Juventus Turin. Heute gibt es für alle nur Italia, Italia, Italia.