Deshalb gibt es den nächsten Schritt nur mit Arnautovic

Aufstellungsgarantie für den Stürmer, ansonsten will Teamchef Franco Foda am Montag im Finalspiel gegen die Ukraine (18 Uhr) wieder überraschen.
Bukarest Die Hoffnung trägt einen Namen und deshalb bricht auch der Teamchef mit seiner Tradition. Entgegen seinen Gewohnheiten verrät Franco Foda: „Ja, Marko wird von Beginn an spielen.“ Für Arnautovic wird es das erste Länderspiel in diesem Jahr in der Anfangsformation sein und auch im letzten Jahr war er aufgrund der Corona-Pandemie nur einmal im November in Norwegen (1:1) mit Anpfiff am Platz gestanden. Es gibt jedoch weitere Aspekte, die seine Rückkehr nach der UEFA-Sperre von einem Match so speziell machen. Im Team, das immer wieder Probleme mit dem Spiel in die Tiefe offenbarte, wird seine Präsenz auf dem Feld herbei gesehen. Als Antreiber auf und abseits des Platzes, als unbequemer Gegenspieler für den Gegner und als Torschütze. Dass er ausgerechnet gegen die Ukraine im letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften (3:2) im Jahr 2013 als Doppeltorschütze in Erscheinung getreten ist, darf zudem als gutes Omen gesehen. Dass er zudem in seinem 90. Länderspiel bestreitet, dürfte seiner Motivation zusätzlich Flügel verleihen. Arnautovic als Heilsbringer für eine mit Abschlussschwierigkeiten kämpfende Elf? Klingt einfach, ist es aber nicht ganz. „Alles an Marko festzumachen, wäre falsch“, sagt Foda im Vorfeld der Partie mit Finalcharakter. „Von der ersten Minute an auf Sieg spielen“, fordert er und meint damit „aktiv sein, in den schwierigsten Zonen noch entschlossener sein“ und im Spiel nach vorne „klarer sein und mehr Tiefgang zeigen“. Und die Frage nach Arnautovic? Da stellt Foda klar: „Er hat Klasse, aber alle sind in der Verantwortung.“
Nur mit Sieg sicher weiter
„Nicht für mich, aber für uns alle ist es gut, dass er wieder da ist“, bringt es Teamkapitän David Alaba auf den Punkt. Fünf Jahre nach der Niederlage im „Finalspiel“ gegen Island will er mit der Mannschaft den „nächsten Schritt“ machen – und das sei eben leichter mit Arnautovic als ohne. Zudem wird der 28-Jährige nicht müde, ein ums andere Mal die „gute Stimmung im Team“ lobend zu erwähnen. „Wir alle wollen diesen Schritt nun machen, das spüre ich.“ Deshalb sei die Vorfreude auf die Partie riesig und „schön langsam steigt auch die Spannung“
„Wir wollen Fußball spielen, mutig sein und diese Mentalität auch auf dem Platz zeigen.“
David Alaba, über Österreichs risikoreiches Spiel
Fussball-EM
Gruppe C, 3. Runde
Ukraine – Österreich Montag
Bukarest, Arena Nationala, 18 Uhr/live ORF 1, SR Cakir/TUR)
Mögliche Aufstellungen
Ukraine1 Buschtschan (Dynamo Kiew/8 Länderspiele) – 21 Karawajew (Dynamo Kiew/35/1 Tor), 13 Sabarnyj (Dynamo Kiew/10/0), 22 Matwijenko (Schachtar Donezk/37/0), 16 Mykolenko (Dynamo Kiew/16/0) – 8 Malinowskyj (Atalanta Bergamo/38/6), 6 Stepanenko (Schachtar Donezk/62/3), 17 Sintschenko (Manchester City/41/6) – 7 Jarmolenko (West Ham/95/42), 9 Jaremtschuk (KAA Gent/26/10), 15 Zyhankow (Dynamo Kiew/26/6)
Ersatz: 12 Pjatow (Schachtar Donezk/96), 23 Trubin (Schachtar Donezk/2) – 2 Sobol (Club Brügge/20/0), 4 Krywzow (Schachtar Donezk/22/0), 24 Tymtschyk (Dynamo Kiew/4/0), 3 Sudakow (Schachtar Donezk/3/0), 5 Sydortschuk (Dynamo Kiew/37/3), 10 Schaparenko (Dynamo Kiew/14/0), 11 Marlos (Schachtar Donezk/26/1), 14 Makarenko (KV Kortrijk/12/0), 18 Besus (KAA Gent/23/5), 19 Bjessjedin (Dynamo Kiew/16/2), 26 Dowbyk (SK Dnipro-1/2/0)
Fraglich: 25 Popow (Dynamo Kiew/1/0 – Sprunggelenksverletzung), 20 Subkow (Ferencvaros Budapest/12/1 – Muskelverletzung)
Österreich 13 Bachmann (Watford/4) – 21 Lainer (Mönchengladbach/31/2), 3 Dragovic (Bayer Leverkusen/92/2), 8 Alaba (Bayern München/83/14), 4 Hinteregger (Eintracht Frankfurt/57/4), 2 Ulmer (Red Bull Salzburg/26/0) – 24 Laimer (RB Leipzig/11/1), 23 X. Schlager (Wolfsburg/22/1), 9 Sabitzer (RB Leipzig/52/8) – 19 Baumgartner (Hoffenheim/12/3), 7 Arnautovic (Shanghai Port/89/27)
Ersatz: 1 A. Schlager (LASK/6), 12 Pervan (Wolfsburg/7) – 15 Lienhart (Freiburg/6/0), 5 Posch (Hoffenheim/11/1), 16 Trimmel (Union Berlin/13/0), 26 Friedl (Werder Bremen/3/0), 6 Ilsanker (Eintracht Frankfurt/52/0), 10 Grillitsch (Hoffenheim/24/1), 17 Schaub (Luzern/21/6), 18 Schöpf (Schalke/27/5), 11 Gregoritsch (Augsburg/28/5), 20 Onisiwo (12/1), 25 Kalajdzic (Stuttgart/9/3)
Es fehlt: 22 Lazaro (Mönchengladbach/32/3 – Muskelverletzung im Oberschenkel)
Fraglich: 14 Baumgartlinger (Bayer Leverkusen/84/1 – Adduktorenprobleme)
Dass beiden Mannschaften ein Unentschieden zum Aufstieg ins Achtelfinale reichen könnte, sei, so Foda, derzeit absolut kein Thema. Dass es nach gut 75 Minuten eines werden könnte, will der Deutsche nicht ausschließen, auch wenn er warnt: „Wir haben es in der eigenen Hand, Zweiter zu werden. Ein Remis ist keine Garantie für das Achtelfinale. Dann wären wir auf andere angewiesen.“ Diesbezüglich erhält der Teamchef Unterstützung von Alaba, der am Donnerstag seinen 29. Geburtstag feiert. „Für einmal lieber mit der Mannschaft.“
Dafür bedarf es erneut Risikobereitschaft und möglicherweise auch kleiner taktischen Veränderungen in der Spielweise. Für Foda durchaus denkbar. „Es gibt Überlegungen, anders zu agieren“, verrät er, ohne näher darauf eingehen zu wollen. Dass das Abschlusstraining aufgrund der Sperre der Spielstätte – nach Starkregen der letzten Tage sind die Strafräume und der Mittelkreis gesperrt – im nationalen Rugbystadion „Arcul de Triumf“ vonstatten gehen musste, entlockte Foda nur ein Lächeln. „Das ist doch ein gutes Omen“, meinte er mit Hinweis auf das erste Spiel in Bukarest. Zumal das Team nun noch ein Sieg vor dem nächsten Schritt ist.








