Mein EURO-Tagebuch (Teil 7): Im “Wohnzimmer” des Königs

Im „Spiegel“ ist er einst treffend beschrieben worden: der Kontext zwischen Johan Cruyff und Buddy Holly. Letzterem wurde die Textzeile „The day the music died“ in dem wunderbaren Song „American Pie“ gewidmet. Meine Erinnerungen an diesen Song sind genauso frisch wie an die Fußballkünste des „Fliegenden Holländers“. Zumal im „Spiegel“ anlässlich des Todes des berühmtesten holländischen Fußballers (24. März 2016) davon die Rede war, dass der im Alter von 68 Jahren verstorbene Cruyff den Fußball von heute erfunden hat. Wie einst Buddy Holly den Rock ‘n‘ Roll erfand. Ein Vergleich, der durchaus hält.
Wurden zu Ehren berühmter Weltbürger schon in Urzeiten Tempel errichtet, so steht nun ein solcher Fußballtempel mit Cruyffs Namen in Amsterdam. Eine beeindruckende Arena, war es doch das erste europäische Stadion mit einer schließbaren Dachkonstruktion. Die Johan Cruyff Arena (ehemals Amsterdam ArenA) ist die Heimspielstätte von Ajax, dem bekannten Amsterdamer Fußballclub. Das Stadion wurde 1996 eröffnet und ist mit über 54.000 Sitzplätzen das größte Stadion Hollands. Gegen Österreich sind heute 16.000 Fans zugelassen.
Zu Ehren des weltberühmten Fußballers und Amsterdamers Cruyff wurde das Stadion vor drei Jahren offiziell in Johan Cruyff Arena umbenannt. Eine posthume Ehre für einen Fußballer, der 1999 von der International Federation of Football History & Statistics zum europäischen Fußballer des Jahrhunderts gekürt worden ist.
Noch heute hallt sein Vermächtnis in Hollands Fußballphilosophie nach. Er gilt als kompromissloser Verfechter des offensiven, kreativen Spiels. Eine englische Zeitung hatte ihn deshalb als „Lenin des Fußballs“ bezeichnet. Und selbst in der kritischen Medienlandschaft in den Niederlanden war Cruyff zu Lebzeiten unantastbar. „Sein Wort war Religion“, erzählt Alex Pastoor. Ein schweres Erbe für Hollands Nationalspieler, die im Wohnzimmer ihres Fußballkönigs Geschichte schreiben wollen.
