Mein EURO-Tagebuch, Teil 5: Besondere Wasserspiele

So richtig entfaltet hat sich der Sommer in der EM-Stadt Bukarest noch nicht. Täglich sorgt der Regen für mehr oder weniger Chaos auf den Straßen der knapp zwei Millionen Einwohner zählenden Stadt. Welchen Stellenwert das Wasser hier besitzt, erzählen aber vielmehr die vielen Brunnen entlang des Boulevard der Einheit, wie der frühere „Boulevard des Sieges des Sozialismus“ beweist. Angelegt wurde diese Straße einst durch den ehemaligen rumänischen Diktator Nicolae Ceaușescu in den 1980er-Jahren. Sein Plan: Die rund drei Kilometer lange Avenue soll direkt auf seinen Parlamentspalast zuführen.
Ja, der Bulevardul Unirii, wie er auf der Stadtkarte vermerkt ist, ist länger sowie um einen Meter breiter als die Avenue des Champs-Élysées in Paris. Doch aus dem Auge des Betrachters um vieles unspektakulärer. Wären da nicht die vielen Springbrunnen, die die beiden Straßenhälften trennen – und über die mein Taxifahrer Mihai gar Wundersames zu erzählen weiß. Spricht er über die restaurierten Wasserspiele, gerät er ins Schwärmen. Und wieder dreht sich unser Gespräch in diesen Tagen um das Wasser. Mit 44 Springbrunnen, errichtet Ende der 80er-Jahre, habe dieses sich einst über 1,4 km weltweit längste System erstreckt.
Mit einer Millioneninvestition sind 17 der Brunnen renoviert und im Jahre 2018 mittels einer fulminanten Multimedia-Show eingeweiht worden. Das Bukarester Symphonie-Orchester habe aufgespielt und die 17 Fontänen hätten zu den Klängen in bunten Lichtern getanzt. Was Mihai, einem für Kunst offenen Mann, zu gefallen wusste, aber angesichts der Kosten auch nachdenklich machte.


