Bettina Plank verpasst das direkte Olympiaticket

29-jährige Feldkircher Karateka beim Qualifikationsturnier in Paris vorzeitig gescheitert.
Paris Bis Februar lief alles nach Plan, ehe Bettina Plank auf der Zielgeraden in Richtung Olympische Sommerspiele 2021 aus der Erfolgsspur geworfen wurde. Beim Olympia-Qualifikationsturnier in Paris wäre ein Top-3-Platz für einen Quotenplatz für Tokio notwendig gewesen. Doch verschiedene Umstände sorgten dafür, dass sich die 29-jährige Feldkircherin mit Rang elf begnügen musste und ihr großes sportliches Ziel verfehlte. Nach einem souveränen 2:0-Auftaktsieg gegen Yee-Ting Tsang aus Hongkong musste sich die HSLZ-Sportsoldatin in der 55-kg-Klasse (59 TN) gegen die im WKF-Rangking sechs Plätze hinter ihr gereihte Kasachin Moldir Zhangbyrbay klar mit 1:9 geschlagen geben.
Da sich die Kasachin in Folge aber überraschend bis ins Finale durchkämpfte, bekam Plank eine zweite Chance. Nach einem schnellen 0:3-Rückstand gegen die Koreanerin Soyoung Jang zeigte Plank aber viel Moral und glich 1:02 Minuten vor dem Ende mit einem sehenswerten Ippon aus. Wenige Sekunde später folgte der nächste Ippon von Plank, der aber nach Einspruch und Videostudium keine Anerkennung fand. 34 Sekunden vor dem Ende gelang der Asiatin der entscheidende Punkt und mit der 3:4-Niederlage war das vorzeitige Aus der Siegerin der letzten Europaspiele 2019 in Minsk besiegelt.
“Gekämpft wie eine Löwin, alles gegeben”
„Betti hat gekämpft wie eine Löwin, scheiterte aber an diskussionswürdigen Kampfrichterentscheidungen. Es ist nicht das Ende der Welt, in einer Kampfsportart muss man auch Fehlentscheidungen hinnehmen. Man muss aber auch klar sagen, dass es eine Ausnahmesituation darstellt, wenn eine 50-kg-Athletin durch die Zusammenlegung der Gewichtsklassen gegen eine größere und schwerere Kämpferin antreten muss. Bei dieser extrem harten Qualifikation gehört auch etwas Glück dazu, wenn man sich durchsetzen will“, erklärt Karate-Austria-Generalsekretär Ewald Roth. Für eine persönliche Einschätzung war Plank nicht erreichbar.
Letzte Möglichkeit, doch noch in Tokio dabei zu sein, ist eine Wildcard. Als Siegerin der Europaspiele 2019 werden Plank gute Chancen eingeräumt. Wann die Vergabe erfolgen soll, ist aber wie die detaillierten Kriterien für die Zuteilung noch offen.