Mein EURO-Tagebuch (2): Zwischen zwei Welten

Sport / 11.06.2021 • 16:00 Uhr
Mein EURO-Tagebuch (2): Zwischen zwei Welten
Mit dem Taxifahren verdient sich Mihai das tägliche Brot, seine Leidenschaft aber gehört der Kunst. Und so kennt er jedes der vielen Museen in seiner Heimatstadt. ADAM

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, heißt es im Fußballjargon. Will heißen, nur ja nicht auf dem Geleisteten ausruhen. Doch was ist mit dem „vor dem Spiel“? Für all jene, die Österreich bei der EURO live im Stadion mitverfolgen wollen, heißt es derzeit vor allem eines: täglich die neuesten Entwicklungen rund um die Coronapandemie-Entwicklung in Europa im Auge behalten und nur nicht auf die unterschiedlichsten Unterlagen vergessen.
Klingt simpel, ganz so einfach lässt es sich dann doch nicht im Auge behalten. Mein E-Mail-Konto quillt dieser Tage über vor Mitteilungen aus den Niederlanden. Stündlich neue Entwicklungen sorgen nicht für Reisesicherheit. Dabei bin ich erst nach Bukarest aufgebrochen. Also Konzentration auf das Wesentliche, auf das erste Spiel, auf die Stadt Bukarest, über die ich im Gespräch mit dem Bregenzer Künstler Marbod Fritsch Hintergründiges erfahren durfte.
Pass, Impfpass, Akkreditierung und Flugtickets, dazu digitale negative Testergebnisse, Einreiseformulare für Rumänien, ein Covid-Zertifikat der UEFA – nur nichts vergessen und den Baby-Elefanten im Kopf. So reise ich in Zeiten von Corona. Die Realität jedoch ist eine andere, wenngleich am Flughafen in München teilweise noch gähnende Leere herrschte. Gefordert waren jedoch nur Reisepass und Ticket, alles andere scheint vorausgesetzt. In Bukarest erst einmal von Bord gegangen, herrschte altbekanntes Gedränge, keine Spur von Abstandhalten. So wirkte das Taxi von Mihai beruhigend. Eine Plastikvorrichtung im Auto trennt die Hinter- von den Vordersitzen. Und der Platz neben dem Fahrer bleibt frei.