Teuflisch meisterlicher Finalakt

Sport / 07.06.2021 • 23:30 Uhr
Teuflisch meisterlicher Finalakt
Mit dem siebten Meistertitel hat der Alpla HC Hard seine Position in der ewigen Bestenliste gefestigt und ist der erfolgreichste Klub in diesem Jahrzehnt. GEPA

Alpla HC Hard fixiert mit 29:27-Erfolg in Wien bei den Fivers den siebten Meistertitel.

Wien Nach 1471 Tagen ist der Meisterpokal zurück in Hard. Nach drei Vizemeistertiteln in den letzten drei Saisonen haben die Roten Teufel vom Bodensee mit einem teuflisch starken Auftritt bei den Fivers Margareten gleich den ersten Matchball genützt und den siebten Titelgewinn in der Vereinsgeschichte fixiert. Fünf Tage nach dem 28:27-Heimsieg setzt sich die Equipe um Kapitän Dominik Schmid in Wien mit 29:27 Toren durch und entschied vorzeitig die Best-of-three-Finalserie für sich. „Wir haben in dieser Saison quasi das Feld von hinten aufgerollt. Nach dem Grunddurchgang waren wir Dritter, nach der Bonusrunde Zweiter, und am Ende stehen wir dort, wohin wir von Beginn an wollten. Unsere Mission siebter Titel ist erfüllt und ich denke, wir sind verdient Meister geworden“, frohlockte Schmid, der mit acht Toren maßgeblichen Anteil hatte am Gesamterfolg. „Im ersten Finalspiel war ich mit meiner Leistung nicht zufrieden, doch ich denke, diesmal hat es gepasst. Die gesamte Mannschaft hat das Potenzial auf den Punkt abgeliefert.“

Teuflisch meisterlicher Finalakt
Kapitän Dominik Schmid war mit acht Treffern erfolgreichster Werfer des Alpla HC Hard im zweiten Finalspiel. APA

Vom Spielverlauf her war das zweite Finalduell ein Spiegelbild der ersten Partie: Die Harder diktierten von der ersten Sekunde an das Geschehen, ließen Ball und Gegner laufen und setzten sich schnell auf 6:2 (8.) ab. Die Wiener schienen geschockt und fanden kein Rezept gegen die kompromisslos agierende Defensive der Ländle-Equipe. Einige unnötige Würfe sorgten aber dafür, dass die Fivers auf 5:6 (12.) herankamen, ehe mit einem Zwischenspurt auf 9:6 (17.) die Harder wieder in die Spur fanden und beim Stand von 15:11 aus Sicht der Vorarlberger die Seiten gewechselt wurden.

Von 15:11 auf 24:14 davon

Nach Wiederbeginn hatten die Harder erneut das Momentum auf ihrer Seite. Dominik Schmid und Ivan Horvat führten glänzend Regie und drückten unermüdlich aufs Tempo. Verdienter Lohn war die 24:14-Führung nach 45 Minuten. „Wenn man die letzte Viertelstunde abzieht, waren es die besten 45 Minuten, die wir in dieser Saison abgeliefert haben“, betonte Flügelflitzer Luca Raschle nach Spielende beim Meisterinterview. „Wenn man am Ende als Meister dasteht, spielt es aber auch keine große Rolle, ob wir mit zehn oder mit zwei Toren Vorsprung gewonnen haben. Wir haben den Titel geholt, und jetzt wird gefeiert.“
Nach dem klaren Rückstand bewiesen die Fivers, die klar geschlagen schienen, viel Moral und bäumten sich noch einmal auf. Mit einer extrem offensiven Deckung brachten sie die bis zu diesem Zeitpunkt souverän agierenden Harder noch einmal kräftig in Bedrängnis und stellten mit einem 9:3-Lauf auf 23:26 (56.) die Partie buchstäblich auf den Kopf.

Teuflisch meisterlicher Finalakt
Ivan Horvat wurde vor Spielbeginn als Legionär des Jahres ausgezeichnet. APA

Der scheinbar sicher aussehende Meister vom Bodensee wankte zwar, rettete sich mit all seiner Routine und Klasse über die Runden. Erst als Flügelflitzer Robin Kritzinger, mit insgesamt vier Toren die Entdeckung aufseiten der Harder in der Finalserie, aus spitzem Winkel das 28:24 erzielte, war die Entscheidung gefallen. Die RotenTeufel ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, behielten am Ende mit 29:27 die Oberhand und der neue Meister war gekürt. „Dieser Titel bedeutet mir persönlich enorm viel. Ich bin einfach unglaublich stolz auf das was wir in der gesamten Finalserie geleistet haben“, strahlte Boris Zivkovic. „Ich habe 2012 in meiner ersten Saison in der Kampfmannschaft mit einem Titel begonnen und wollte mich auch unbedingt als Meister verabschieden. Ich bin einfach nur glücklich, dass mir dies gelungen ist“, erklärte der ÖHB-Teamspieler, der zum polnischen Spitzenklub AS Pulawy wechseln wird.

2013 als Spieler und nun als Trainer

Neben Zivkovic werden auch Marko Krsmancic und Mario Bjelis den Verein verlassen. „Es war eine verrückte Saison mit vielen Höhen und Tiefen. Am Ende überstrahlt der Titelgewinn alles. Die Jungs haben nicht nur im Finale gegen die Fivers, sondern schon im Halbfinale gegen Schwaz zum richtigen Zeitpunkt den Schalter umgelegt. Ich bin 2013 als Spieler und nun auch als Trainer mit Hard Meister geworden. Ich glaube, ich bin der Erste, dem dies gelungen ist, und darauf bin ich sehr stolz“, so Bjelis.