Ein Nervenkitzel mit kuriosem Ende

Sport / 02.06.2021 • 23:30 Uhr
Ein Nervenkitzel mit kuriosem Ende
Nach spannungsgeladenen 60 Spielminuten jubelte die Harder Mannschaft über einen 28:27-Heimerfolg in der Finalserie gegen die Fivers Margareten. GEPA

Alpla HC Hard öffnet mit 28:27-Heimsieg gegen Fivers die Tür in Richtung siebter Meistertitel.

Hard Nach den beiden Halbfinalkrimis gegen Schwaz Tirol schien keine Steigerung mehr möglich. Doch das Auftaktspiel der Best-of-three-Finalserie zwischen dem Alpla HC Hard und den Fivers Margareten war in puncto Spannung und Dramatik noch einmal eine Steigerung. Nach den spektakulärsten und verrücktesten 60 Spielsekunden der gesamten Saison jubelten die Roten Teufel vom Bodensee über einen 28:27-Erfolg und haben damit die Basis für den Gewinn des siebten Meistertitels gelegt. Partie zwei steigt bereits am Montag (19.30 Uhr, live ORF Sport+) in Wien. Sollte keine Entscheidung fallen, kommt es am 10. Juni (20.20 Uhr) in der Sporthalle am See zum ultimativen Showdown um die nationale Krone.

Bis zur 49. Minute im Rückstand

Das Duell der beiden erfolgreichsten Mannschaften der letzten zehn Jahre im österreichischen Handball sah zunächst die Gäste aus Wien im Vorteil. Nach dem Führungstreffer durch Paul Schwärzler nach 43 Sekunden übernahmen die Fivers mit einem 5:0-Lauf (7.) das Kommando und Hard-Cheftrainer Mario Bjelis musste seine Jungs bei einem Timeout wachrütteln. Doch die Harder Angriffsmaschinerie kam nur träge auf Touren. Dank einiger Paraden von Golub Doknic und einer stabileren und agressiver agierenden Abwehr konnte der Rückstand aber sukzessive verringert werden. Trotz unermüdlicher Bemühungen und einem mehrmaligen Ein-Tore-Rückstand ging es mit einer 15:13-Führung der Gäste in die Pause.


Nach Wiederbeginn heizte die Harder Flügelzange mit Schwärzler und Luca Raschle mit einem Doppelpack innert 14 Sekunden zum 15:15-Gleichstand die Stimmung wieder an. Doch die 650 Fans der Gastgeber mussten sich noch gedulden, da die Wiener sich wieder auf 18:15 (37.) absetzten und weiter vorlegten. Eine Viertelstunde vor Ende wechselte Bjelis Backup-Goalie Thomas Hurich beim Stand von 21:21 ein. Der ehemalige Fivers-Spieler verzeichnete etliche Paraden und im Angriff nahmen der bis dahin enttäuschende Ivan Horvat und Marko Krsmancic das Geschehen in die Hand. Zunächst war es Goalgetter Horvat, der mit drei Toren in Serie und dem 25:24 (54.) für die erste Harder Führung seit dem 1:0 sorgte.


In der hochdramatischen Schlussphase hielten die Harder dem finalen Ansturm der Wiener stand und gingen mit einer 27:26-Führung in die letzten 60 Sekunden und vieles deutete auf eine Verlängerung hin. Nachdem Hurich einen Konter von Eric Damböck parierte, erbte David Brandfellner mit dem Fuß den Rebound und erzielte das 27:27. Im Anschluss gab es hitzige Diskussionen und Hard-Trainer Bjelis bekam für seine berechtigte Kritik eine Zeitstrafe aufgebrummt.

Schweighofer behält die Nerven

Doch die Dramatik hatte noch nicht den Höhepunkt erreicht: Nachdem der letzte Wurf der Harder geblockt wurde, ließ sich Fivers-Goalie Wolfi Filzwieser in der Hitze des Gefechts zu einer Unsportlichkeit verleiten und warf den Ball zur Seite. Die Schiedsrichter ahndeten die Regelwidrigkeit mit einer roten Karte und einem Siebenmeter für die Hausherren. Wie schon im Halbfinale in Schwaz schnappte sich Lukas Schweighofer, der bis zu diesem Zeitpunkt kaum im Angriff spielte und kein Tor warf, den Ball, fixierte den 28:27-Endstand. Gleichzeitig sorgte er in einem Nervenkitzel der Extraklasse mit einigen Kuriositäten für den krönenden Abschluss aus Sicht der Roten Teufel.