Auf diesen Spielfeldern bewegt sich Altachs neuer Sportchef

Sport / 28.05.2021 • 12:00 Uhr
Auf diesen Spielfeldern bewegt sich Altachs neuer Sportchef
Ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium, die UEFA-Pro-Lizenz als Trainer und ein weites Spektrum an Hintergrundwissen: Für Werner Grabherr gab es bei der Vorstellung Vorschusslorbeeren. STEURER

Werner Grabherr (35) ortet Verbesserungspotenzial, will anpacken und weiß, dass er am Erfolg gemessen wird.

Altach „Ich freue mich, zurück zu sein.“ Es blieb jedoch nicht bei den knappen Eingangsworten, Werner Grabherr zeigte bei seiner offiziellen Präsentation als neuer Sportlicher Leiter des Cashpoint SCR Altach Emotionen, auch wenn er in weiterer Folge die aktuelle Klubsituation sehr analytisch und sachlich in Sätze verpackte. Es ist die Art des 35-Jährigen, Dinge „sauber“ aufzuarbeiten, wohlwissend dass das Ergebnis nicht immer populär sein kann. Was wenige Tage vor dem offiziellen Arbeitsbeginn (1. Juni) doch überraschte, waren die „vielen Spielfelder“, die es zu bearbeiten gelte. Von einer Neuorientierung ist nicht nur hinsichtlich des „Herzstücks des Vereins“, dem Bundesligateam, die Rede, vielmehr werden ihm andere Themen wie die Einbindung der Juniors, die Zusammenarbeit mit der Akademie oder der eigene Nachwuchs sowie die Frauenmannschaft viel Arbeit bescheren.

„Damir Canadi ist für mich die wichtigste Schnittstelle in der Kaderplanung.“

Werner Grabherr über seine Personalplanung

Kein Mann für Spekulationen

Vorerst gilt sein Hauptaugenmerk den Profis und dem Betreuerstab. Diesbezüglich war ihm das gute Gespräch mit dem nunmehrigen Ex-Sportdirektor Christian Möckel ebenso wichtig wie der permanente Austausch mit Cheftrainer Damir Canadi (51). „Es war ein guter Austausch mit Christian und mit Damir Canadi treffe ich ja auf einen Trainer, zu dem der Kontakt nie abgebrochen ist.“ Dennoch möchte er sich ein eigenes Bild machen, zumal in seinem Agieren auch eine „Idee“ stecke. Noch sei es zu früh, konkrete Angaben darüber zu machen. Nur so viel: „Damir ist die wichtigste Schnittstelle in der Kaderplanung. Er selbst hat ja schon mehrmals erwähnt, dass der Kader eine Verschlankung benötige.“ Nun sei es eben wichtig, nichts über das Knie zu brechen und nicht nur aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Und so ließ er Fragen nach Spielern als Spekulationen im Raum stehen. Dabei zeigt ein Blick auf die Jahresstatistik, dass Akteure wie Danilo Carando (32) oder Anderson (23) trotz laufender Verträge keine guten Karten haben, ein Chinedu Obasi (34) wohl nicht verlängert wird, Manfred Fischer (25) hingegen unbedingt gehalten werden soll wie auch Jung-Nationalspieler Aljaz Casar (20). Die heißeste Aktie im SCRA-Kader ist und bleibt Kameruns Teamspieler Samuel Oum Gouet (23).

Philipp Netzer bleibt Spieler bis 2022

Klare Worte finden sich hinsichtlich Philipp Netzer. Der Kapitän bleibt dem Klub ein weiteres Jahr als Spieler erhalten, wie Geschäftsführer Christoph Längle bestätigte. Der Innenverteidiger, gerade einmal einen Monat jünger als Grabherr, bleibt also mit Martin Kobras (34) das Gesicht der Mannschaft. Weil er gezeigt hat, dass er am Platz noch ebenso wichtig ist wie in der Kabine. Darüber hinaus sieht ihn Grabher auch in einer neuen Rolle. „Philipp ist einer, der vorne weggeht. Wir wollen ihm die Möglichkeit geben, junge Spieler zu entwickeln. Dass auch sie den Weg von Philipp gehen können.“ Einer, der davon profitieren könnte, ist Lars Nussbaumer. Der 20-jährige Mittelfeldspieler, der vor drei Jahren (27. Mai 2018) sein Bundesligadebüt gefeiert hat, stagnierte zuletzt in seinen Leistungen. So gilt es also jetzt, jene Attribute, die Grabherr vorauseilen, zu manifestieren: fleißig und ehrgeizig. Das zeichnete ihn auch in jenen sieben SCRA-Jahren aus, als er Tür an Tür mit Christoph Längle – erst als Marketingchef und später im Trainerteam – arbeitete.

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