Wenn selbst Regen und Kälte den Fußballern ein Lächeln ins Gesicht zaubern

Landesweit hat das Training im Amateurfußball begonnen. Die VN besuchten am Tag der Öffnung zwei Klubs, den World-of-Jobs VfB Hohenems aus der VN.at-Eliteliga und den BayWa Lamag FC Thüringen (1. Landesklasse).
Hohenems, Thüringen Auf Vorarlbergs Fußballplätzen herrscht seit Mittwochabend weitgehend Normalbetrieb. Seit Ende Oktober haben mehr als 1000 Fußballer und Fußballerinnen darauf gewartet, wieder in den Trainingsalltag einsteigen zu können. Am 19. Mai war es nun soweit, auch wenn die Szenerie eher an einen Tag in der Wintervorbereitung erinnerte. Gerade einmal neun Grad zeigte das Thermometer, dazu strömender Regen in Thüringen und Nieselregen in Hohenems. All dies konnte die Freude rund um das Spiel mit dem Ball nicht trüben. Vielmehr waren die Amateurfußballer nach monatelangem Einzeltrainings mit einem Lächeln an der Arbeit. Aufwärmen, dehnen, Laufeinheiten, dazu ein paar fußballspezifische Einheiten und ein langersehntes Match. Endlich wieder ein Zweikampf, war zu hören. In den offenen Kantinen wurde gefachsimpelt und das Coronathema abgehandelt.
„Ich bin jetzt glücklich darüber, dass unsere Kommunikation nun nicht mehr nur über Whatsapp läuft“
Goran Sohm-Milovanovic, Trainer World-of-Jobs VfB Hohenems
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Vieles erinnerte an den Sommer 2020, doch der Umgang mit dem Virus ist ein anderer. Maske tragen im Stadion ist normal, auch die nötigen Tests wurden vor dem Training abgefragt. „Alles ein wenig ungewohnt“, sagte Goran Sohm-Milovanovic im Gespräch. Für den 45-jährigen Neo-VfB-Trainer war es die erste Einheit mit der Mannschaft. „Dabei habe ich schon im Mai des Vorjahres zugesagt und wollte ab Jänner übernehmen. Inzwischen ist ein Jahr vergangen und ich freue mich richtig, mit den Spielern am Platz kommunizieren zu können.“ Vier Wochen dauert die Vorbereitung für den Klub aus der VN.at-Eliteliga, dann warten die Spiele im VFV-Cup. Bis dahin will er vorerst herausfinden, wie fit jeder Einzelne ist, will er taktische Reize setzen und in vier Testspielen die richtige Einheit finden. Und was die neue Saison und die Ambitionen des Klubs betrifft, sollen Ohren und Augen offengehalten werden, denn ein Innenverteidiger und ein Offensivspieler sollen noch kommen.
Eine 100-jährige Geschichte
Auch in Thüringen ließ man sich die Freude durch das Wetter nicht versauen. Klar, feiert der Stammklub von Michael Liendl (35) heuer doch sein 100-Jahr-Jubiläum. Neben Liendl zählt auch „Bomber“ Hannes Sturn zu den Klublegenden. Endlich loslegen, so das Motto bei den Walgauern, auf die im Juni noch das Nachbarderby gegen Aufstiegsaspirant Nüziders wartet. Die fußballlose Zeit hat der Klub aus der 1. Landesklasse genutzt, um an der Fertigstellung der neuen Sitzplatztribüne Hand anzulegen. Wie in Hohenems, so leitete auch in Thüringen ein neuer Coach das erste Training nach dem Restart. „Endlich können wir in einer normalerweise wunderbaren Fußballzeit wieder trainieren und loslegen. Als Klub wollen wir die Vereinsphilosophie, viele Eigenbauspieler und eine tollen Kameradschaft, über die Saison weitertragen. Sportlich kann es für uns im Moment nur aufwärts gehen. Wir wollen natürlich sportlich weiterentwickeln und freuen uns schon jetzt auf das brisante Derby in einem Monat“, blickt Erhard ein wenig in die Zukunft. Allerdings wird der 54-Jährige bald ohne Aaron Witwer auskommen müssen. Denn der 36-jährige Kapitän, der unter anderem auch eine Saison bei der Lustenauer Austria in der 2. Liga spielte und aus dem eigenen Nachwuchs stammt, denkt ganz offen über ein Ende seiner langen Fußball-Laufbahn nach.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
„Bei uns ist die Vorfreude auf das Derby in einem Monat gegen Nüziders schon spürbar.“
Dietmar Erhard, Trainer BayWa Lamag FC Thüringen












