Giro d’Italia 2021 – Mein Tagebuch: Matthias Brändle über einen 35-Kilometer-Wahnsinn

Gerade einmal ein paar Tage ist es her, da haben wir als Team noch um Sekunden gekämpft und uns große Hoffnungen gemacht. Heute allerdings haben wir nicht nur Minuten sondern auch die Ambitionen in der Gesamtwertung verloren.Mehr als sieben Minuten liegt unser Mann, Daniel Martin, im Gesamtklassement schon hinter dem Gesamtführenden.
Persönlich darf ich mit Fug und Recht behaupten: An mir ist es nicht gelegen. Allein Dan fühlte sich auf den herausfordernden Schotterpisten gar nicht wohl. Vielleicht sollte er es einmal mit ein wenig Endurofahren probieren.
Staub haben wir heute jedenfalls eine Menge geschluckt. Mir hat es richtig Spaß gemacht, über die Schotterstraßen zu donnern. Ich bin nur froh, dass ich das Rad am Ende des Tages nicht selbst putzen muss …
Für uns als Team heißt es jetzt erstmal durchatmen und die Taktik switchen. Unser Motto kann nur noch „Attacke“ heißen, denn die Gesamtwertung ist dahin. Chancen darauf hat der Wahl-Vorarlberger Emanuel Buchmann. Der ist richtig stark gefahren und ich traue ihm einiges zu.

Matthias Brändle (31) ist Radprofi, ehemaliger Stunden-Weltrekordler und bestreitet für das israelische Team Israel Start-Up Nation seine fünfte Italien-Radrundfahrt.