Deshalb geht Altachs Sportdirektor mit einem guten Gefühl

Sport / 20.05.2021 • 23:30 Uhr
Deshalb geht Altachs Sportdirektor mit einem guten Gefühl
Die letzte Dienstreise für den Cashpoint SCR Altach führte Christian Möckel in die Südstadt. STEURER

Nach 568 Tagen endet für Christian Möckel am Samstag die Reise mit dem Cashpoint SCR Altach.

Altach Die letzte Dienstreise von Christian Möckel als Sportchef beim SCR Altach begann mit einer zweistündigen Verspätung. Aufgrund eines Coronaclusters bei Gegner Admira Mödling mit kolportierten 15 Fällen stand eine Absage im Raum. Derzeit schaut alles danach aus, dass gespielt werden kann, auch wenn Admira-Coach und Ex-Altach-Trainer Klaus Schmidt mit weiteren infizierten Leuten rechnet. Die Niederösterreich wollen das Spiel (Freitag, 19 Uhr) dennoch durchziehen und lassen Amateure- und U-18-Spieler von der Leine. Doch nicht nur für Möckel wird es die letzte Reise, auch Neven Subotic (32), Leonardo Zottele (22), Alain Wiss (30), Kofi Babil (19) oder Chinedu Obasi (34) sowie Emir Karic (23) werden nächste Woche nicht mehr mittrainieren, wenn Trainer Damir Canadi (51) noch ein paar Einheiten dranhängen wird – auch um neue Spieler zu testen. Ein Fragezeichen steht noch hinter Csaba Bukta (19 und Aljaz Casar (20).

tipico Bundesliga

Mögliche Aufstellungen

FC Admira Wacker Mödling: Nach Corona-Fällen stehen nur neun Kaderspieler plus Amateure- und U-18-Spieler zur Verfügung.

Cashpoint SCR Altach: Kobras – Karic, Dabanli, Subotic, Zwischenbrugger, Schreiner – Oum Gouet, Haudum, Fischer – Meilinger, Maderner

Ersatz: Casali – Casar, Thurnwald, Edokpolor, Bumberger, Bukta, Carando, D. Nussbaumer, Stefel, Wiss

Es fehlen: Netzer (Leistenverletzung), Obasi (Achillessehnenriss)


In Altach stehen also Veränderungen an, wie auch für Möckel selbst, der davon spricht, den Verein „mit einem guten Gefühl“ zu verlassen. Auch wenn er zum Abschied einige Dinge unerledigt übergeben musste. Im VN-Gespräch zog er Bilanz.

Wie gestaltet sich Ihr Blick zurück? Was nehmen Sie mit?

Wichtig war, dass Spieler, die vorher so nicht funktioniert haben, nach dem Trainerwechsel aufgeblüht sind. Etwa ein Nosa Edokpolor oder Daniel Maderner. Aber auch die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war wieder das Altach, das wir uns vorgestellt haben. Ansonsten war auch aufgrund der Pandemie nicht alles umsetzbar gewesen. Unterm Strich war es persönlich eine gute Erfahrung, war es doch meine erste Aufgabe im Ausland. Viele positive und auch ein paar negative Erlebnisse haben die zwei Jahre schnell vergehen lassen.

Was war für Sie positiv?

Als ich Ende Oktober 2019 gekommen bin, war die Mannschaft am letzten Tabellenplatz. Wir haben dann ein paar Umstrukturierungen vorgenommen, haben vier, fünf Spieler abgegeben und vier Neue geholt. Hinzugekommen ist, dass die letzte drei Spiele 2019 gewonnen wurde und wir ein gutes Frühjahr sowie ein sehr gutes Play off gespielt haben. Da haben wir uns bezüglich einer Entwicklung auf einem guten Weg gesehen. Im Sommer dann haben wir entschieden, trotz den Abgängen von Sidney Sam und Christian Gebauer kein finanzielles Risiko gehen zu wollen und deshalb bewusst auf Spieler aus der 2. Liga gesetzt. Dabei hatten wir immer im Hinterkopf, im Winter nachlegen zu können. Leider verlief die Saison dann von Beginn an sehr holprig, die Entwicklung stockte.

Was sicherlich negativ war. Gab es weitere negative Erlebnisse?

Dazu gehört die Trennung von Trainer Alex Pastoor. Das war nicht so angedacht, weil ja die Verlängerung im Sommer um zwei Jahre in voller Überzeugung passiert ist. Doch Umstände ändern sich und Menschen ändern sich und wir sind in eine Negativspirale geraten. Dass es dann mit Damir Canadi sofort funktioniert hat, war ein Glücksfall.

Und die Gründe dafür waren?

… eine andere Ansprache, eine andere Spielausrichtung. Die Defensive wurde gestärkt und wir schießen wieder Tore.

Wie beurteilen Sie Ihre Arbeit?

Auf Transfers wie Sidney Sam oder Neven Subotic bin ich stolz, doch fehlerfrei ist niemand. Vielleicht habe ich die Stärke des Kaders im Sommer zu hoch eingeschätzt und die Zusammenarbeit mit Alex Pastoor überschätzt. Mir war wichtig, dass ich bei all meinen Entscheidung, die Geschäftsführung mit einbezogen habe. Der Verein ist immer das höchste Gremium. Für mich kann ich sagen, dass ich in den Spiegel schauen kann. Ich habe Sachen, die nicht gut gelaufen sind, stets angesprochen. Bei den Transfers hat sicherlich nicht jeder funktioniert, etwa ein Villalba von Mönchengladbach. Aufgrund der Pandemie war die Professionalisierung der Juniors leider nicht möglich. Um den Verein auf eine andere Ebene zu heben und Transfererlöse zu erzielen, ist für mich die Akademie ein Muss. Für Altach wäre es wichtig, Talente selbst auszubilden, um sie gewinnbringend zu verkaufen und so wiederum auch das Budget zu erhöhen. Das ist uns nicht gelungen. Nun endet die gemeinsame Reise am Samstag.