Edokpolor ist sich sicher: „Wir sind bereit für die kommende Aufgabe“

Altachs Außenverteidiger ist einer der Gewinner unter Trainer Canadi.
Altach Sechs Jahre lebte er in seinem Geburtsland, ehe er zusammen mit seinem älteren Bruder seinem Vater nach Österreich nachfolgte. Im kärntnerischen Glanegg sollte Nosa Edokpolor erstmals die österreichische Mentalität kennenlernen. Heute sagt der gebürtige Nigerianer, der einen Vertrag bis 2022 bei Cashpoint SCR Altach hat, über Österreich: „Ich fühle mich hier zu Hause und denke wie ein Österreicher.“ Seinem Bruder Andrew ist er aber nicht nur in die neue Heimat gefolgt, der heute 31-Jährige war stets ein Vorbild für Nosa. „Ich wollte immer alles, was er gemacht hat“, erinnert sich der SCRA-Verteidiger. So auch Fußball spielen – und das sollte sich für den 24-jährigen Außenspieler bezahlt machen. Zwar hat er als Jugendlicher nach dem Umzug nach St. Veit die Aufnahme in die Rapid- bzw. Austria-Akademie nicht geschafft, dafür debütierte Edokpolor schon als 15-Jähriger in der Kampfmannschaft der Kärntner.
„Die Saison habe ich mir persönlich und wir als Mannschaft natürlich nicht so vorgestellt.“
Nosa Edokpolor über die holprige Saison mit Altach
Ein Jahr später war er Stammspieler in der Kärntner Liga. Als solcher stand er auch in jener Mannschaft, die ein Testmatch gegen den italienischen Klub US Palermo bestritt. „Davor habe ich noch mit meinem Bruder gescherzt: Wäre doch cool, wenn sie uns verpflichten …“ Und wirklich: Nach dem Match kam die Anfrage aus Sizilien und Edokpolor wagte als 18-Jähriger den Schritt in eine fremde Fußballwelt – und das allein. „Es war keine leichte Zeit“, erinnert er sich, „aber sehr lehrreich für mich als Mensch und als Fußballer.“ Vor allem in taktischer Hinsicht habe er viel gelernt. Nach seiner Rückkehr ging es für ihn aus der italienischen Nachwuchsmeisterschaft Primavera dirkt in die zweithöchste Spielklasse in Österreich. Ein Jahr später war er mit Horn abgestiegen und um eine weitere Erfahrung reicher. Edokpolor blieb und stieg mit dem Verein sogleich aus der Regionalliga auf. Es folgte persönlich ein weiterer Aufstieg mit dem Wechsel zu BW Linz („Eine richtig gute Zeit für mich“) und nunmehr in die Bundesliga nach Altach. Und da fand er sich nach einem guten Start mit elf Einsätzen in den ersten zwölf Spielen plötzlich auf dem Abstellgleis. Das sollte sich mit Trainer Damir Canadi ändern. Der Coach baut auf die körperliche Präsenz des Außenspielers und der ist glücklich über die Spielweise. „Ich mag das schnelle Umschalten nach vorne.“ Das will er auch heute in St. Pölten zeigen. „Wir sind bereit“, lautet seine Ansage, geht es für ihn doch in erster Linie um den Verein, denn: „Wenn die Leistung passt, kommt alles zu rechten Zeit.“ Schade nur, dass seine Familie, die inzwischen in Wien lebt und um drei jüngere Bruder („Fußballer“) reicher ist, nicht im Stadion sein kann.
Altach will in St. Pölten den „ersten Matchball“ nützen
Kaum vorstellbar, dennoch wahr: Als Damir Canadi am 14. März mit seiner Mannschaft in St. Pölten mit 1:0 gewann, hieß der Trainer der Niederösterreicher Robert Ibertsberger. Gut einen Monat später in Altach (1:0) saß auf der gegnerischen Bank Georg Zellhofer als Cheftrainer – und heute, wiederum ein Monat danach, heißt der neue Coach beim Gegner Gerald Baumgartner. Verständlich deshalb, dass Canadi das Augenmerk vor allem auf das eigene Team lenkt. „Wir haben es in der eigenen Hand und wollen den ersten von drei Matchbällen nützen“, sagt er mit Blickrichtung Spiel. Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie auch gute Gegner schlagen könne, wenn sie den Matchplan umsetze.
tipico Bundesliga
30. Spieltag
Mögliche Aufstellungen
SKN ST. PÖLTEN
AUFSTELLUNG (3-4-3) Riegler; Maranda, Drescher, Muhamedbegovic; Booth, Pokorny, Robert Ljubicic, Schulz; Davies, Alexander Schmidt, Hugi
ERSATZ Gremsl; Servania, Majnovics, Tanzmayr, Schütz, Halper, Tetteh
ES FEHLEN Steinwender (Kopfblessur), Luan (Bänderverletzung im Knöchel), Blauensteiner (Knie), Tursch (Kreuzbandriss), Asadi (Mittelfußknochenbruch)
FRAGLICH Luxbacher (Adduktoren)
CASHPOINT SCR ALTACH
AUFSTELLUNG (3-5-2) Kobras; Dabanli, Subotic, Zwischenbrugger; Thurnwald, Oum Gouet, Haudum, Fischer, Edokpolor; Maderner, Schreiner
ERSATZ Casali; Stefel, Wiss, Casar, Carando, Bukta, Daniel Nussbaumer, Meilinger, Bumberger
ES FEHLEN Netzer (Leiste), Obasi (Achillessehne)
Personell kann er jedenfalls aus dem Vollen schöpfen, allein Csaba Bukta hat ein wenig Probleme mit dem Hüftbeuger. Deshalb werden 20 Spieler die Reise in die niederösterreichische Hauptstadt mitmachen. Umstellungen? „Vielleicht eine oder zwei“, sagt Canadi. Er wolle sich bis zum Spieltag Zeit lassen und auf Typen setzen, die bereit sind, alles zu geben, um in der Liga zu bleiben.






