Intensiv, dramatisch und ein umkämpftes Remis

Altachs Duell mit Hartberg war über 90 Minuten umkämpft. Stark wie sich die Canadi-Schützlinge den spielstarken Steirern entgegenstellten. Und so war es am Ende (2:2) ein erkämpfter Punkt, den sich die Cashpoint-Elf, die früh Kapitän Netzer mit Verletzung verlor, verdiente.
Altach Es war intensiv von Beginn an, das Heimspiel gegen Hartberg. Am Ende gab es für Altach in einem extrem wichtigen und spannungsgeladenen Heimspiel einen verdienten Punkt. 2:2 trennten sich die beiden Mannschaften. Der Weg dahin führte auch über Schockmomente. Den ersten bereits nach acht Minuten, als Kapitän Philipp Netzer ein Laufduell gegen Seifedin Chabbi abbrechen musste und mit schmerzverzerrtem Gesicht im Rasen liegen blieb. Dass in den Sekunden danach Chabbi allein vor Torhüter Martin Kobras an dessen sehr starken Fußabwehr scheiterte wurde fast zur Nebensache. Für Netzer war die Partie mit einer Muskelverletzung früh zu Ende und David Bumberger musste somit einen “Kaltstart” hinlegen. Zudem wurden die Positionen in der Innenverteidigung getauscht. Berkay Dabanli übernahm die zentrale Rolle, Jan Zwischenbrugger rückte von links auf rechts und Bumberger verteidigte links. Der Schock des Ausfalls von Netzer saß den Heimischen in den folgenden Minuten sichtlich in den Knochen. Die Gäste aus der Oststeiermark wirkten aggressiver und zielstrebiger. So auch in Minute 15, als Rajko Rep auf der Außenbahn ungehindert zum Flanken kam und Bumberger nicht gut gegen Chabbi verteidigte und der Vorarlberger in den Reihen von Hartberg mit einer Direktabnahme im Fallen den Führungstreffer für die Gäste erzielte.
tipico Bundesliga
27. Spieltag
Cashpoint SCR Altach – TSV Hartberg 2:2 (2:1)
Altach, Cashpoint Arena, 100 Zuschauer, SR Markus Hameter (NÖ)
Torfolge: 15. 0:1 Seifedin Chabbi, 22. 1:1 Maderner, 26. 2:1 Oum Gouet, 65. 2:2 Flecker
Gelbe Karten: 38. Rep, 41. Nimaga, 68. Luckeneder, 86. Tadic (alle Hartberg/alle Foulspiel)
Cashpoint SCR Altach (3-5-2): Kobras; Dabanli, Netzer (10. Bumberger), Zwischenbrugger; Bukta (70. Stefel), Thurnwald, Oum Gout, Fischer, Karic; Meilinger (65. Daniel Nussbaumer), Maderner (65. Haudum)
TSV Hartberg (4-2-3-1): Swete; Lienhart, Gollner, Luckeneder, Klem; Matija Horvat (46. Sascha Horvath), Nimaga; Rep, Flecker, Tobias Kainz; Chabbi (46. Tadic)
Traumtor von Oum Gouet
Das Gegentor ließ die Rheindörfler erstarren und erst ein fataler Fehler von Manfred Gollner – der Hartberger legte den Ball ohne Behinderung im Mittelfeld quer – drehte die Partie in der ersten Hälfte. Daniel Maderner sprintete dazwischen, schnappte sich das Leder und finalisierte gegen den herauslaufenden Goalie Rene Swete (22.). Altach war nun im Spiel, attackierte früher, war wacher in den Zweikämpfen und zwang die Steirer zu weiteren Fehlern in der Defensive. Der Lohn dafür sollte ein Traumtor zur 2:1-Pausenführung sein. Samuel Oum Gouet übernahm eine missglückte Kopfballabwehr von Andreas Lienhart aus 28 Metern im vollen Lauf und der Ball schlug mit einer gemessenen Geschwindigkeit von 97 km/h im Netz ein. Mit der Führung im Rücken war Altach nun Herr in der Cashpoint Arena. Vor allem über den spielfreudigen Csaba Bukta lief nun einiges, aber auch ein Doppelpass von Meilinger und Maderner mit Abschluss von Ersterem zwang Swete zu einer Abwehr (34.). Zudem hatte man die Angriffe der Gäste im Griff. Nur einmal, bei einem Schuss von Rep an die Hand von Zwischenbrugger war etwas Glück dabei (38.).
Viel Dramatik in Halbzeit zwei
Zur Pause nahm Hartberg-Trainer Markus Schopp in seinem ersten Duell mit Altachs Canadi zwei Auswechslungen vor. Mit Dario Tadic und Sascha Horvath kamen zwei neue, spielstarke Offensivkräfte für Torschütze Chabbi und Matija Horvat. Und die Gäste übernahmen sofort das Kommando. Allein die große Gefahr strahlten sie bis auf einen Kopfball von Bakary Nimaga (53.) nicht aus. Weil Altach besser organisiert war, weil in den Zweikämpfen konsequenter attackiert wurde. Und die Canadi-Schützlinge kamen zu guten Umschaltmomenten. So nach 59 Minuten als Oum Gouet marschierte, seine Hereingabe aber keinen Abnehmer fand. Das Match aber nahm minütlich Fahrt auf. Weil Hartberg Druck machte und Altach zu Konterangriffen kam. So nach 62 Minuten, als Bukta auf Maderner flankte (62.). Nur Sekunden davor war Dario Tadic mit einer Linksabnahme gescheitertt – Torhüter Martin Kobras hatte noch die Finger im Spiel. Drei Minuten später war der Altacher Schlussmann geschlagen, weil Florian Flecker zielstrebig in einen Flankenball lief, von Bumberger nicht genug attackiert wurde und so aus kurzer Distanz einschoss (65.).
Beide Mannschaften schenkten sich in der Folge nichts, wobei Hartberg weiter mehr Spielanteile für sich verbuchte. Vor allem Tadic war ein stetiger Unruheherd im Altacher Strafraum. Bei Fleckers Topchance auf den Siegtreffer war er als Vorbereiter im Einsatz, wobei Tadic beim Flankenball von Rep aus dem Abseits agierte – nicht gesehen von SR-Assistent Michael Obritzberger (81.). Es blieb bis zum Schluss spannend und es blieb dramatisch – beide Mannschaften suchten die Entscheidung. Allein das Tor wollte nicht mehr gelingen, doch es war ein Remis (2:2) auf hohem Niveau.










