Eine Bullenherde mit viel Herzblut

Sport / 24.04.2021 • 13:00 Uhr
Eine Bullenherde mit viel Herzblut
Knapp 200 Kinder und Jugendliche sind bei den Hard Bulls in elf Mannschaften gemeldet. VEREIN

Harder Baseballer lenken Fokus auf Nachwuchsarbeit und Ausbau der Infrastruktur.

Hard Vor 20 Jahren, genau am 14. Oktober 2001, bestiegen die Hard Bulls erstmals den nationalen Thron. In einer dramatischen Finalserie übernahm der Aufsteiger vom Bodensee, damals noch auf dem altehrwürdigen ATSV-Platz, gegen Titelverteidiger Vienna Wanderers mit einem 3:2-Erfolg in der Best-of-five-Serie (3:1, 5:8, 9:8, 6:9 und 7:5) das Zepter in der Baseball-Bundesliga. In der folgenden Saison wurden sie Vizemeister und triumphierten im B-Pool im Europacup, ehe man sich nach einem sechsten (2003) und achten Platz (2004) für zwölf Jahre aus der nationalen Eliteliga verabschiedete.

Vom ATSV-Platz in den Ballpark

Neben dem Ortswechsel vom ATSV-Platz in den heutigen Ballpark neben der Sporthalle am See gelang nach einigen Jahren in der zweithöchsten ÖBV-Leistungsstufe 2016 der Wiederaufstieg in die Bundesliga. Seit dem Restart 2017 gab es die Ränge sechs, acht (2018), fünf (2019) und sieben in der letzten Saison. Nach lediglich fünf Siegen in 22 Partien in der coronabeeinträchtigen letzten Spielperiode ist man bei den Bulls über die Bücher gegangen. Mit ein Grund für den frühen Saisonstart waren auch das umfassende Renovierungs- und Sanierungsprojekt. Dank des doppelter Outdoor-Cage mit Dach und Beleuchtung konnte bereits im März in Kleingruppen mit Batting- und Pitching-Training begonnen werden. „Die kälteste Einheit fand bei acht Minusgraden und Schneefall statt“, erinnert sich Routinier Hubert Böhler.

Profitieren von den Schritt für Schritt getätigten infrastrukturellen Verbesserungen sollen aber nicht nur die Bundesligaspieler, wie Obmann Andreas Rudigier betont. „Durch die Errichtung des separaten Nachwuchs- und Softballfeldes mit separaten Dugouts sind wir künftig in der Lage, den Trainings- und Spielbetrieb wesentlich breiter zu gestalten. Gleichzeitig haben wir jetzt die Möglichkeit zur Durchführung von nationalen und internationalen Turnieren. Alle Neuerungen sind eine große Bereicherung für den gesamten Verein.“

Hochdekorierte Jugendtrainer

Parallel zur Erweiterung der Spiel- und Trainingsmöglichkeiten wurden aber auch in der Jugendarbeit die Ärmel hochgekrembelt. Dass die intensive Suche nach Kindern erfolgreich war, bestätigt die Anzahl der Nachwuchsmannschaften. Mit insgesamt neun Teams von der U-21- bis zur U-8-Klasse im Baseball und zwei Softballteams mit knapp 200 Jugendlichen und Kindern gehört man zu den mitgliederstärksten Vereinen in Österreich.

Eine Bullenherde mit viel Herzblut
Ein Teil der Nachwuchscoaches bei den Hard Bulls (v. l.): Marion Oberhauser, Stefan Brauneder, Verena Hinteregger, Dagmar Juriatti, Natalie Scherer und Beate Sinnstein.

Damit nicht wie zu Beginn des Jahrzehntes zwischen der Bundesligamannschaft und dem Nachwuchs eine Lücke entsteht, wurden zahlreiche arrivierte Spielerinnen und Spieler reaktiviert, um sich in der Jugendarbeit zu engagieren. Mit Dagmar Juriatti, Natalie Scherer, Beate Sinnstein oder Stefan Brauneder stehen langjährige Nationalteamspieler im Base- und Softballbereich als Trainer zur Verfügung, die mit ihrer Erfahrung die Talente an höhere Aufgaben heranführen sollen. „Wunsch aller Beteiligten des Vereins wäre natürlich der Idealfall, wenn zukünftig pro Saison ohne Unterbrechung mehrere Jugendspieler den Sprung in die Bundesliga schaffen würden“, betont Pressesprecherin Anna Böhler hoffnungsvoll.

Das ewig junge Prestigeduell

Am dritten Spieltag der Baseball-Bundesliga kommt es am Sonntag erstmals in dieser Saison zum ewig jungen Revierduell um die Ländle-Vormachtstellung. Die Hard Bulls begrüßen bei ihrer Heimspielpremiere im Double-Header (13/15.30 Uhr) im Ballpark neben der Sporthalle am See die Dornbirn Indians. Während die Gastgeber zu Saisonbeginn bei den Feldkirch Cardinals einen Split (12:2 Sieg, 9:13 Niederlage) holten, konnten die Indians ihre Heimspiele gegen die Attnang Athletics (4:1, 3:1) und Aufsteiger Schwechat Blue Bats (11:6, 3:2) für sich entscheiden, mussten dabei lediglich zehn Runs abgeben, und führen ohne Niederlage die Tabelle der Division West an. Nicht zuletzt deshalb geht der Vorjahrs-Dritte aus der Messestadt, in dieser Saison von Marin Pschorr trainiert, als Favorit ins Rennen.

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Am Sonntag empfangen die Hard Bulls im Doubleheader (13/15.30 Uhr) die Dornbirn Indians im Ballpark neben der Sporthalle am See.

Dazu kommt, dass bei den Gastgebern mit Matthias Lutter, Yanik und Luca Mäser sowie Pascal Campregher vier Spieler verletzungs- bzw. krankheitsbedingt fehlen werden. „Trotz der personellen Einschränkungen durch die Ausfälle gehen wir zuversichtlich in das Derby“, betont Marcel Winder.

Der Routinier im Team der Bulls, nicht zuletzt wegen seiner Schnelligkeit „Speedy“ genannt und im Outfield eingesetzt, fungiert auch in dieser Saison in einer Doppelfunktion. Er ist Spieler und Co-Trainer von Headcoach Clayton Carson. „Ungeachtet der Außenseiterrolle sind wir topmotiviert und werden alles geben. Am Ende wird sich zeigen, ob die Bemühungen von Erfolg gekrönt waren“, so Winder.