Deshalb steigt der finanzielle Druck auf die Lustenauer Austria gewaltig

Keine Lizenz über die Hintertür Stadion für die Grün-Weißen. Die Zeit drängt, nun muss die Austria die finanzielle Liquidität bis 21. April, 24 Uhr, nachweisen.
Lustenau Keine Lizenz über die Stadionthematik – der letzte Tag vor der Abgabe der Lizenzunterlagen an das Protestkomitee begann für die Verantwortlichen der Lustenauer Austria mit einem “Negativ-Hammer”. So hat der Senat 3, zuständig für die Stadien, auch in zweiter Instanz das geplante Stadionprojekt in der Stickergemeinde abgelehnt. Die Gründe für die Nichtzulassung für die höchste Spielklasse sind:
Keine Finanzierungszusagen zum Gesamtprojekt von Gemeinde und Land
Verzögerungen im Baueingabeprozess
Alternativer Etappenbauplan entspricht nicht den Neubaukriterien
Keinen Lizenzbonus
Somit erhält Grün-Weiß keinen Lizenzbonus und es verbleibt nur noch die Einreichung der neuen Lizenzunterlagen an das Protestkomitee. Die Frist endete mit 21. April, die Entscheidung wird für den 27. April erwartet. In diesen Unterlagen muss die Austria den Nachweis erbringen, dass die Durchführung des Spielbetriebs finanziell gesichert ist. Der Verein hat in den vergangenen Tagen alles versucht, das entstandene Budgetloch von 460.000 Euro zu kompensieren und die geforderten Vorgaben bis zum Stichtag zu erfüllen.

Vorstandssprecher Bernd Bösch
Der finanzielle Kraftakt wird durch vorgezogenen Gönner- und VIP-Kartenverkauf ebenso gestützt wie durch fixe Zusagen von Sponsoren. So hat die Crowdfunding-Aktion am Morgen des 21. April einen Stand von 227.000 Euro erreicht. Bernd Bösch, Vorstandssprecher der Lustenauer, geht davon aus, dass man in den Unterlagen noch die Erbringung eines sechsstelligen Betrags nachweisen wird müssen. Das Budget für die kommende Saison wurde mit 2,5 Millionen Euro veranschlagt, wobei seitens des strategischen Partners CSC und Clermont Foot laut Bösch keine Gelder fließen, aber aufgrund der Bereitstellung und Bezahlung von Spielern in finanzieller Hinsicht die Größenordnung eines Hauptsponsors erreicht ist. Seitens des Austria-Vorstandes ist man hinsichtlich der Erbringung des erforderlichen Liquiditätsnachweises optimistisch, zumal alle eingereichten Unterlagen vom Wirtschaftsprüfungsinstitut Audit Partner in Wien gegengerechnet werden. Die gute Stimmungslage bei Bösch beruht auch auf der Tatsache, dass schon in der Vergangenheit der Nachweis einer Budgetabdeckung in Höhe von 70 Prozent für den Erhalt der Lizenz ausgereicht hat. Dies hatte er in der Vergangenheit schon einmal im Gespräch mit den VN bestätigt – und: “Ich sehe keinen Grund, warum es nicht klappen sollte. Wir stehen heute deutlich besser da als vor einer Woche.” Allerdings, so gibt Bösch zu, habe man nicht mit dem Nachweis des doppelten Lizenzbonus (á 230.000 Euro) gerechnet. Das habe durchaus einen Zeitdruck ausgeübt. Dieser, so Bösch, sei nun weg und deswegen rechnet er nicht mehr mit dem drohenden Gang vor das Ständig Neutrale Schiedsgericht.




