Ein Westderby zum Vergessen

Sport / 21.03.2021 • 15:35 Uhr
Ein Westderby zum Vergessen
Nael Jaby konnte gegen Wacker Innsbruck keine Akzente setzen. GEPA

Austria Lustenau verliert nicht nur 1:2 gegen Wacker Innsbruck, sondern auch Goalgetter Haris Tabakovic.

Lustenau Ein Sonntag-Vormittag zum Vergessen für die Austria. Die Lustenauer unterliegen Wacker Innsbruck mit 1:2 und kassieren damit die fünfte Niederlage im sechsten Spiel. Bitter dazu: Goalgetter Haris Tabakovic schied mkt Verdacht auf Bänderriss im Knöchel früh aus.

“Die Chronologie des Spiels hat uns das Genick gebrochen, dazu auch die frühen Ausfälle von Stefanon und Tabakovic. Die schwachen Leistungen des Schiedsrichtergespanns haben das Ihre zur Niederlage beigetragen.”

Alexander Kiene, Trainer Austria Lustenau

Früher Rückstand

Die Partie startete denkbar schlecht aus Lustenauer Sicht, denn Wackers Spielmacher Fabio Viteritti (5.) versenkte den ersten Freistoß im Spiel gnadenlos im Kreuzeck zur Führung der Gäste. Austria-Goalie Domenik Schierl hatte keinen Funken Chance, den Ball zu parieren. Somit war der zu erkennende Spielplan der Austria, früh zu attackieren und Wacker so zu Fehlern zu zwingen, auf den Kopf gestellt. Denn in Folge verlegten sich die Innsbrucker, bei denen die drei ehemaligen Austria-Kicker Ronivaldo, Darijo Grujcic und Alexander Joppich in der Startelf standen, auf Konter. Zwar versuchte die Elf von Austria-Trainer Alexander Kiene den Rückstand schnell wegzustecken, doch große Torchancen konnte man sich nicht wirklich herausspielen. Einzig nach einer tollen Kombination über die rechte Seite, als Ranacher Tabakovic im Strafraum bediente. Doch der Schweizer verpasste mit seinem Schuss aufs kurze Eck den Ausgleich (10.). Das war es aber auch schon mit Lustenauer Herrlichkeit. Viele Abspielfehler im Mittelfeld und wenig bis gar keine Anspielmöglichkeiten beim Spielaufbau verhalfen die Gäste zu Torchancen. So kam der Ex-Dornbirner Lukas Fridrikas zu seiner ersten Chance (12.), die Austria-Verteidiger Mathias Maak noch vereiteln konnte. Aber zwei Minuten später schlug Fridrikas zu. Nach herrlichem Pass von Viteritti lief der Außenstürmer Lustenaus Michael Lageder davon und schob die Kugel an Schierl vorbei zur komfortablen Führung. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Luft bei der Kiene-Elf heraus und zu allem Überdruss schieden auch noch Jan Stefanon (32.) und Tabakovic (35.) verletzungsbedingt aus. Am Ende konnte man sich bei Schierl bedanken, dass der Rückstand nicht höher ausfiel, der Goalie hielt kurz vor Pausenpfiff einen Schuss von Florian Jamnig (45+3.) glänzend.

30 Minuten in Unterzahl

In der zweiten Halbzeit versuchten die Heimischen sich aufzbäumen, alleine der Wille war zu wenig. Wacker verwaltete das Spiel, unternahm wenig bis gar nichts, um die Partie auf Eis zu legen. Die Austria wollte, konnte aber nicht. “Mit den Ausfällen von Stefanon und Tabakovic haben uns im Angriff dann unsere Waffen gefehlt. Dadurch kamen wir nicht zu Großchancen”, erklärte Austria-Coach Kiene den chancenarmen Auftritt in der zweiten Halbzeit der Seinigen. Als dann auch noch Kapitän Christoph Freitag (59.) wegen eines Dutzendfouls mit gelb-roter Karte vom Feld musste, schien die Messe wohl gelesen. Mit einem Mann weniger noch die Partie zu drehen, daran glaubten von den 100 Zuschauern im Planet Pure Stadion nicht viele. Aber als Innsbrucks Marco Holz (69.) nur Aluminium traf und es verabsäumte, die Partie auf Eis zu legen, ging noch ein Ruck durch die Austria. Mit letzten Kräften bäumte man sich auf und Wallace (75.) brachte sein team mit einem wunderbaren Freistoßtor noch einmal heran. Und Wacker wackelte. Die größte Chance auf den Ausgleich vereitelte der schwache Schiedsrichter Christopher Jäger, als er ein klares Halten von Florian Jamnig an Wallace im Strafraum als nicht Elfmeter-würdig einstufte. “Mehr Foul geht nicht”, so ein wütender Austria-Trainer Kiene nach Spielende, der die Gründe für die Heimniederlage kennt: “Die Chronologie des Spiels hat uns das Genick gebrochen. Schnell mit 0:2 in Rückstand, dann die Ausfälle von Stefanon und Tabakovic. Zudem eine ungerechte gelb-rote Karte für Freitag und der nicht gegebene Elfmeter zum Ende”.

Fussball, 2. Liga

19. Spieltag

Austria Lustenau – Wacker Innsbruck 1:2 (0:2)

Planet Pure Stadion, 100 Zuschauer, SR Jäger

Torfolge: 55. 0:1 Viteritti, 14. 0:2 Fridrikas, 75. 1:2 Wallace

Gelbe Karten: Tabakovic, Freitag, Bayie bzw. Hubmann

Gelb-rote Karte: Freitag (59./wiederholtes Foulspiel)

Austria Lustenau: Schierl; Lageder (66. Gmeiner), Maak, Cissokho, Berger; Freitag, Baiye; Ranacher, Jaby (66. Grabher), Stefanon (32. Wallace); Tabakovic (35. Anoff)

Wacker Innsbruck: Eckmayr; Joppich, Grujcic, Kofler (45. Zaizen), Hupfauf; Hubmann, Holz (79. Hadzic), Viteritti; Jamnig (88. Koch), Fridrikas (88. Wallner); Ronivaldo (88. Gründler)