Darum verzichtet Austria Lustenau auf zusätzliche Einnahmen

Austria Lustenau nimmt Förderungen des Österreichertopfs nicht in Anspruch.
Lustenau Der erste Sieg von Austria Lustenau im laufenden Jahr (3:1 auswärts gegen Juniors OÖ) ließ den Umstand, dass man mit sieben Ausländern im Kader angetreten ist, fast nebensächlich erscheinen. Dennoch hat er für den Klub Folgen. Denn damit hat die Austria auf die Förderung des Österreichertopfs bis zum Ende der Saison verzichtet. Die Finanzrichtlinien der zweithöchsten Spielklasse besagen, dass für den Erhalt der Förderung ein Klub folgende Kriterien erfüllen muss:
1. Bei Ligaspielen müssen mindestens zwölf Spieler im Spielbericht aufscheinen, welche die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen oder zur Vollendung ihres 18. Lebensjahres zum ersten Mal in Österreich registriert wurde und für die der U22-Stichtag (11.1999) gültig ist.
2. Die Ausschüttung der Förderung erfolgt nach jeweils 15 Runden. Anspruch haben nur jene Klubs, welche die Förderungskriterien in jedem Meisterschaftsspiel der jeweiligen Abrechnungsperiode erfüllt haben.
3. Die Aufteilung erfolgt entsprechend den Einsatzminuten österreichischer Spieler, wobei Einsatzminuten von Spielern, die für die U22 spielberechtigt sind, vierfach gezählt werden.
“Wir haben uns als Klub gemeinsam mit unserem Kooperationspartner CSC (Core Sports Capital) dazu entschieden, weiter auf unsere Talente, und diese sind nun einmal vorwiegend aus dem Ausland, zu setzen.“
Bernd Bösch, Vorstandssprecher Austria Lustenau
Die Austria traf diese Entscheidung willentlich, sieht darin vor allem die Umsetzung der Vereins-Philosophie. „Natürlich würde uns diese Förderung sicher guttun. Aber wir haben uns als Klub gemeinsam mit unserem Kooperationspartner CSC dazu entschieden, weiter auf unsere Talente, und diese sind nun einmal vorwiegend aus dem Ausland, zu setzen“, erklärt Vorstandssprecher Bernd Bösch. Sportkoordinator Alexander Schneider ergänzt: „Wir wollen unsere Spieler weiter nachhaltig entwickeln, ihnen Spielpraxis geben. Und da wäre es in unseren Augen nicht sinnvoll, sie aufgrund von Ausländerregelungen auf der Tribüne zu lassen. Zudem wollen wir jedes Spiel mit unserer besten Truppe bestreiten“.
Einberufungen für Nationalteam
Als gute Beispiele für die aktuellen Entwicklungen bei den Austria-Kickern dienen Nael Jaby (19/Frankreich) und Brandon Baiye (20/Belgien). Beide Kooperationsspieler aus Clermont bekamen Einladungen in ihre U21-Nationalteams. Es stand sogar ein Länderspiel zwischen beiden Mannschaften am Programm, doch Frankreich entschied sich aufgrund der Pandemie kurzerhand auf Legionäre zu verzichten und auch das Testspiel abzusagen. Baiye wird aber dennoch nach Belgien reisen. Zwar gibt es kein Match, aber immerhin ein Trainingscamp.