Knalleffekt! Pastoor muss Canadi weichen

Cashpoint SCR Altach stellt seinen Cheftrainer frei und will heute den Neuen präsentieren.
Altach Noch am Dienstag hatte SCRA-Präsident Peter Pfanner seinem Trainer öffentlich das Vertrauen ausgesprochen, wenn auch nur bis zum nächsten Spiel. Am Tag danach überschlugen sich in der Cashpoint Arena die Ereignisse. Schon am Vormittag trafen sich die Klubverantwortlichen zu neuen Gesprächen. „Wir haben in den letzten Wochen, ja Monaten viele Gespräche geführt und immer offen kommuniziert“, fasst Pfanner (54) die aktuelle Situation zusammen. In die Gespräche waren vor allem Sportdirektor Christian Möckel, Vizepräsident Werner Gunz, Geschäftsführer Christoph Längle und immer wieder Cheftrainer Alex Pastoor eingebunden. Gestern aber fehlte der 54-jährige Niederländer. Kaum verwunderlich, ging es doch vor allem um seine Person und um die Suche nach einer Lösung. Letztendlich war klar, dass man sich von Pastoor trennen wird. Um für neue Impulse zu sorgen, um dem Nachfolger vier Spiele Zeit zu geben bis zur Punkteteilung. Dieser dürfte schnell gefunden worden sein, denn schon heute wird der Neue präsentiert. Mit Damir Canadi handelt es sich wohl um einen Altach-Insider.
Fussball
Trainer des Cashpoint SCR Altach
seit 18. 3. 2019
Alex Pastoor
3. bis 17. 3. 2019
Wolfgang Luisser
7.2018 bis 3.3. 2019
Werner Grabherr
6. 2017 bis 30. 6. 2018
Klaus Schmidt
5.2017 bis 8. 6. 2017
Werner Grabherr
1. 2017 bis 25. 5. 2017
Martin Scherb
2016 – 31. 12. 2016
Werner Grabherr
1. 2013 bis 10. 11. 2016
Damir Canadi
7. 2012 bis 4. 1. 2013
Rainer Scharinger
4. 2012 bis 30. 6.2012
Edi Stöhr
7. 2009 bis 5. 4. 2012
Adi Hütter
Pastoor selbst verließ das Stadion „durch die Eingangstüre“, wie er es im VN-Gespräch ausdrückte. Wie ein Sir, so erzählte Pfanner später, habe der Niederländer seine Entlassung aufgenommen. „Enttäuscht, aber auch sehr gefasst.“ Pastoor selbst sprach danach von einem „respektvollem Gespräch“. „Es ist nicht lustig und wird es auch nicht. Aber so Dinge gehören zum Fußball“, sagt er. Mit Pastoor muss auch sein Co Martin Bernhard (49) den Platz räumen. „Wir haben hier viel Vertrauen gespürt“, sagt der Ex-Coach im Namen beider. Zudem habe er in Vorarlberg und speziell in Altach viele Freunde gefunden. Deshalb will er sich mit dem Abschied aus dem Ländle auch ein wenig Zeit lassen. „Ich habe noch gestern E-Mails mit schönen Nachrichten erhalten. Das macht mir und meiner Familie den Abschied schwerer, aber auch zugleich leichter.“ Letztendlich ist der Fußballlehrer aber Profi genug, um zu wissen, dass vor allem der Zusammenbruch der Mannschaft in Halbzeit zwei bei der Austria und damit die Schwankungen im Team ihm den Job gekostet haben.
Seitens des Vereins ist Pastoor vorläufig freigestellt. Heißt, dass man in den nächsten Tagen bis Wochen das Gespräch suchen wird, um auch eine endgültige Trennung zu fixieren. Von Seiten Pastoors gibt es trotz der Enttäuschung kein böses Wort. „Ich hoffe, dass sie es schaffen, oben zu bleiben“, wünscht er der Mannschaft und dem Verein alles Gute.
Ein Wiedersehen
Für einige der Spieler könnte es mit dem Antritt des bislang vom Verein nicht bestätigten Damir Canadi ein Wiedersehen geben. Philipp Netzer, Martin Kobras, Jan Zwischenbrugger, Emanuel Schreiner und Daniel Nussbaumer, sie alle haben unter Canadi schon gespielt. Das erste Training steigt schon heute, dann gibt es die Auflösung.

Der Neue heißt wohl Damir Canadi (Bild), vielleicht sogar mit Werner Grabherr als Cotrainer.