Auf Euphorie folgte Ernüchterung

Nach Triumpfen von Waibel und Mathis in interner ÖSB-Qualifikation wurde Luftgewehr-EM abgesagt.
Innsbruck Exakt zehn Monate nach dem letzten offiziellen Wettkampf, dem Finale der Luftgewehr-Bundesliga am 8. März 2020 in Altach, trafen sich Österreichs Parade-Gewehrschützen am Wochenende im Bundesleistungszentrum Innsbruck-Arzl zur internen Qualifikation um die Startplätze für die Europameisterschaft der Luftdruckwaffen. Aus Vorarlberger Sicht lösten mit Thomas Mathis und Sheileen Waibel zwei Schützen in souveräner Manier das Ticket für die kontinentalen Titelkämpfe, die vom 26. Februar bis 6. März im finnischen Lohja (60 Kilometer westlich von Helsinki) geplant waren. Geplant deshalb, weil 48 Stunden nach Beendigung der ÖSB-Qualifikation das Präsidium des Europäischen Schießbundes (ESC) die Titelkämpfe aufgrund der Coronapandemie auf unbestimmte Zeit verschob.

Nationaltrainer Wolfram Waibel: „Die Zerstörung von Euphorie und Hoffnung auf einen kleinen Schritt in Richtung Normalität war speziell für die Nominierten natürlich eine besonders bittere Pille. Trotz der Ernüchterung hat man gesehen, dass wir uns trotz der fehlenden Wettkämpfe auf einem guten Weg befinden. Nun gilt es, dass nächste Ziel ins Visier zu nehmen. Wir werden alles Mögliche dafür tun, um beim Restart so gut wie möglich vorbereitet zu sein“, erklärte Waibel.

Eine Klasse für sich bei den Juniorinnen war Sheileen Waibel. Die Tochter des zweifachen Olympiamedaillengewinners, die zwei Tage zuvor ihren 20. Geburtstag feierte, entschied mit den Bestmarken von 631,4 und 630,2 Ringen beide Durchgänge für sich, hatte 23,2 Ringe Vorsprung auf die erste Verfolgerin und hätte mit einer Gesamtringzahl von 1261,6 auch die Wertung in der Frauenklasse vor Rebecca Köck (1256,7) für sich entschieden. Mit 1246,5 Ringen verpasste Klubkollegin Marlene Pribitzer als Vierte bei den Frauen um drei Ringe die EM-Norm, wäre aber als Ersatzschützin nach Finnland gereist.
Mit einem ersten und dritten Rang und einer Gesamtringzahl von 1254,2 Ringen nach 120 Einzelschüssen war bei den Männern Thomas Mathis die Nummer eins. Der 30-jährige Hohenemser verwies die Olympia-Quotenplatzträger Martin Strempfl (Luftgewehr) um 1,7 bzw. Bernhard Pickl (Kleinkaliber-Dreistellung) um 4,8 Ringe auf die weiteren Plätze. Als Gesamt-6. denkbar knapp um 2,1 Ringe den EM-Startplatz verfehlt hat Patrick Diem (21).

Durch die Absage der LG-EM muss 2016-Olympiastarter Mathis nun hoffen, dass er eventuell bei der Kleinkaliber-EM (23. Mai bis 6. Juni) im kroatischen Osijek noch auf den Zug in Richtung Tokio 2021 aufspringen kann.
ÖSB-Titelkämpfe 2021 in Tirol
Vorausgesetzt, dass es zu keinen Absagen kommt, wurden auf nationaler Ebene die Staatsmeisterschaften 2021 terminisiert. Die Titelkämpfe der Luftdruckwaffen sollen vom 31. März bis 4. April in Kufstein und die Kleinkaliber-Meisterschaft vom 24. bis 29. August in Innsbruck über die Bühne gehen.
USG Altach Zweiter nach der Vorrunde
Fraglich auch noch, ob die Entscheidung in der Luftgewehr-Bundesliga ausgetragen werden kann. Das Achtel- und Viertelfinale ist am 20. Februar in Grünau (Salzburg) geplant und die Medaillenentscheidung soll vom 12. bis 14. März in Eisenstadt über die Bühne gehen. In der Vorrunde, die die 16 Mannschaften in Form einen Online-Fernwettkampfes im Herbst ausgetragen haben, erbrachte 2019-Meister und 2020-Vizemeister USG Altach mit 1575 Ringen die zweithöchste Marke. Vor den Rheindörflern der ASKÖ Bad Goisern (1576,5 Ringe), auf Rang drei der Zwischenwertung Titelverteidiger SSG Innervillgraten (1572,5).