Deshalb ist in Altach Geschwindigkeit gefragt

Sport / 06.01.2021 • 12:30 Uhr
Deshalb ist in Altach Geschwindigkeit gefragt

SCRA-Trainer Alex Pastoor gibt den Takt als „Zugführer“ an. Hoffnung auf Oberlin-Rückkehr lebt.

Altach Am 5. Dezember 2020 hatte sich der FC Basel von Dimitri Oberlin getrennt. Einen Monat später ist der 23-Jährige derzeit wohl Altachs heißeste Aktie im bis Anfang Februar offenen Transferfenster in Österreich. Möglicherweise führt sein weiterer Weg ihn ein zweites Mal ins Rheindorf. Schon 2016 war er, von Zürich über Salzburg, für eine Halbsaison bei der Cashpoint-Elf gelandet. Nicht nur mit seinen neun Treffern in 20 Ligaspielen, auch dank seiner Geschwindigkeit und seiner spektakulären Spielweise hatte sich der Außenstürmer in die Herzen der Fans gespielt. Sein Marktwert stieg danach zeitweise auf sechs Millionen Euro. Mit Geld, so weiß SCRA-Sportdirektor Christian Möckel, wird ein Spieler wie Oberlin nicht zu locken sein. Da zählen andere Werte: Das Umfeld in Altach, das Wissen, es hier schon einmal geschafft zu haben, und möglicherweise sein Landsmann Louis-Clement Ngwat-Mahop. Der 33-Jährige aus Kamerun gehört inzwischen dem Betreuerstab in Altach an und kümmerte sich schon einmal um den Offensivmann – wie ein Vater. Doch Möckel ist Realist, wenn er das Werben um Oberlin so beschreibt: „Wir als Altach sind in der Nahrungskette ganz hinten.“ Dass Oberlin einer von derzeit vier in der engeren Wahl stehenden Kandidaten ist, bestätigte der 47-jährige Deutsche anlässlich des Trainingsstarts beim heimischen Bundesligaklub. Mit Julian Klar (20) trainiert zudem ein junger Österreicher auf Probe mit. Der Innenverteidiger war bis Sommer 2020 von BW Linz an Hannover ausgeliehen, wo er für die zweite Mannschaft spielte.

„Der Zug fährt mit meiner Geschwindigkeit. Wer nur mitfahren will, muss aussteigen.“

Alex Pastoor, Cheftrainer Cashpoint SCR Altach


Nicht am Platz gestanden ist hingegen Alain Wiss. Der 30-jährige Schweizer, den noch immer eine Verletzung im Oberschenkel plagt, spulte seine Radeinheit im Trainingscampus mit Blick auf die Teamkollegen ab.

Der Cheftrainer als Zugführer

Gut gelaunt und sichtlich optimistisch wirkte Cheftrainer Alex Pastoor zum Start in das neue Jahr. Dabei weiß der 54-Jährige nur zu gut, dass die Aufgabe für sein Team keine leichte ist. Und so sind seine Worte an die Spieler eine klare Ansage, im Gegensatz zu einigen Auftritten im Herbst nun das Maximum abzurufen. „Der Zug fährt mit meiner Geschwindigkeit. Wer an Bord sein will, ist an Bord. Wer nur mitfahren will, der muss aussteigen.“ Energie, so Pastoor weiter, und damit verbunden die Spielfreude sowie die Defensive und diesbezüglich insbesondere die Disziplin, bilden für ihn der Faden, der sich durch ein erfolgreiches Frühjahr ziehen soll. Vieles, und das betont Altachs Chefcoach immer wieder, sei im Fußball eben Kopfsache. „Weil die Spieler ihr Vertrauen meist aus den Ergebnissen ziehen.“ Weil viele verlernt haben, sich das Vertrauen mit guten Leistungen zu erarbeiten.

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Auch wenn er kein Mensch sei, der zurückschaue, so gebe es doch etwas, was er mit dem Wissen von heute ändern würde: „Es hat einen Spieler (Anm. d. Red.: angesprochen ist damit Aljaz Casar/20) gegeben, dem hätte ich mehr Spielzeiten geben müssen.“ Insofern darf also gespannt verfolgt werden, welche Stammelf sich bis zum Frühjahrsstart am 24. Jänner gegen Salzburg herauskristallisiert. Zumal ja neben Geschwindigkeit auf den Außenbahnen, als Passgeber für die Zentrumsstürmer Chinedu Obasi (34) und Daniel Maderner (25) auch ein Routinier in der Defensive gefunden werden soll. An Pastoor liegt es nun, eine Einheit zu formen, in der jeder Einzelne auch „für seine 20 Kumpels“ spielt.

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