Altachs Präsident will es wissen

Es brodelt beim SCR Altach. Präsident Peter Pfanner beruft ob der blamablen Vorstellung der Mannschaft im Cup eine Krisensitzung ein.
Altach Geht es nach den Aussagen von Altachs Präsident Peter Pfanner, ist ab sofort Tabula rasa angesagt. Die peinliche Niederlage bei der Vienna stößt dem Fruchtsaftmacher gehörig auf. Dazu wurde für Freitag kurzfristig eine Krisensitzung einberufen. Die Teilnehmer: Vizepräsident Werner Gunz, Geschäftsführer Wirtschaft Christoph Längle, Sportdirektor Christian Möckel, Cheftrainer Alex Pastoor und natürlich der Präsident selbst. Dort will Pfanner herausfinden, wo die Gründe für die schon seit Wochen andauernde schlechte Performance der Mannschaft liegen. „Ich möchte wissen, was das Problem ist und es verstehen und dann die richtigen Schlüsse ziehen. Ich erwarte mir Antworten von den Verantwortlichen. Nach so einem Spiel kann man nicht zur Tagesordnung übergehen. Die Abgänge von Christian Gebauer und Sidney Sam lasse ich nicht als Ausrede gelten. Wir haben eine gute Mannschaft. Aber ich will verstehen, was los ist und dazu muss jetzt Klartext gesprochen werden“, haut der Präsident auf den Tisch.
„Ich möchte wissen, was das Problem ist und es verstehen und dann die richtigen Schlüsse ziehen. Ich will verstehen, was los ist. Dazu muss jetzt Klartext gesprochen werden..
Peter Pfanner, Präsident SCR Altach
Pastoor im Fokus
Trainer Pastoor nimmt der 54-Jährige in Schutz: „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Trainerdiskussion. Pastoor hat uns schon zweimal aus einem Tief geholt und ich traue es ihm auch ein drittes Mal zu. Das Vertrauen in ihn ist da. Es wäre das Einfachste zu schreien: Der Trainer muss weg.“
Doch um eine Trainerdiskussion wird man nicht kommen. Zumal die Leistungen und vor allem die Punkteausbeute in der laufenden Saison eklatant schlecht sind. Dessen ist sich auch Sportdirektor Möckel bewusst, der weiß, wie das Fußballgeschäft läuft. Der Deutsche versucht die Situation so gut es geht nüchtern einzuordnen. „Solche Cupsensationen wie am Mittwoch wird es immer wieder geben, das habe ich selbst als Spieler miterlebt. Für mich steht eher die negative Entwicklung der letzten Monate im Fokus. Wie konnte sich die Mannschaft so zum Schlechten entwickeln“, so Möckel, der den Vergleich zum Team im Play-off der letzten Saison zieht. „Nach dem letzten Match bei Austria Wien waren wir in der sportlichen Führung überzeugt, ein gutes Konstrukt für die neue Saison zu haben. Gekommen ist es total anders. Vor allem die Art und Weise, wie wir spielen, ist erschreckend.“
Vor allem die Art und Weise, wie wir spielen, ist erschreckend.“
Christian Möckel, Sportdirektor SCR Altach
Eine Lösung für die aktuellen Probleme hat Möckel noch nicht im Ärmel, der Austausch heute zwischen den Vereinsgranden soll helfen. Der Coach steht für den 47-Jährigen nicht zur Debatte, „weil ich in den Trainings sehe, dass er und die Mannschaft hervorragend zusammenarbeiten. Und ich bin von Alex überzeugt. Trotzdem: Irgendwann müssen wir uns die Frage stellen, wie die Zukunft aussieht.“ Die nahe Zukunft bringt den LASK als Gegner, „und das bedeutet für uns, elf Leute auf den Platz zu bekommen, die aus dieser Misere wieder herauskommen“.
Gerüchte kursieren schon

Mittlerweile kursieren schon Namen bezüglich eines möglichen Pastoor-Nachfolgers. Einer davon ist Thomas Grumser (41), ehemaliger Trainer von Wacker Innsbruck, zuletzt großes Thema bei der SV Ried. „Natürlich kenne ich ihn, aber ich habe mich nicht im Ansatz mit ihm beschäftigt“, so Altachs Sportdirektor, der jegliche Spekulationen kategorisch ablehnt. VN-MKR/CHA