Dieser Instinktfußballer hat eine eingebaute Torgarantie

Frankreich-Legionär Adrian Grbic liefert die besten Argumente für mehr Spielzeit im ÖFB-Team.
Wien Sechs Spiele: drei Tore und eine Torvorlage. Eine traumhafte Quote für einen Stürmer, zumal er nur insgesamt 184 Minuten auf dem Feld gestanden ist. Doch Adrian Grbic liefert seit seinem Teamdebüt vor etwas mehr als zwei Monaten gegen Norwegen (4. September) bei seinen Kurzeinsätzen stets fußballerische Argumente für mehr Spielzeit. Dabei ist es noch gar nicht lange her, da plagten den Instinktfußballer Zweifel. Er, der alle Nachwuchs-Nationalteams in Österreich durchlaufen hat, sah seinen Aufstieg ins A-Team platzen, er spielte sogar mit dem Gedanken eines Nationenwechsels. In Wien, wo seine Familie und seine Freundin leben, aufgewachsen, hat er sich seine speziellen Fähigkeiten in den Parks angeeignet. „Das verbindet mich sicherlich mit Marko Arnautovic. Das kann man in keiner Akademie lernen.“
Steckbrief
Name: Adrian Grbic
Geburtsort: Wien
Geboren: 4. August 1996
Position: Stürmer
Aktueller Verein: FC Lorient
Aktueller Marktwert: 10 Millionen Euro
Bisherige Vereine: SC Wiener Viktoria, SK Rapid Wien, VfB Stuttgart, Floridsdorfer AC, Cashpoint SCR Altach, Clermont Foot
Hier sehen sie die aktuellen Leistungsdaten von Adrian Grbic.
Auch den Schritt zurück gewagt
Gelernt hat 24-jährige Stürmer inzwischen auch, dass ein Schritt zurück durchaus befreiend sein kann. So entschied er sich nach vier Jahren im Nachwuchs beim VfB Stuttgart zur Heimkehr – in die zweite Liga. Über Floridsdorf gelang ihm dann der Sprung in die Bundesliga. Ex-SCRA-Sportdirektor Georg Zellhofer lockte den Nachwuchsteamspieler ins Rheindorf, wo er mit Hannes Aigner allerdings einen unüberwindbaren Stürmerkollegen vorfand. Seine Unzufriedenheit über mangelnde Rückendeckung war augenscheinlich. Dabei war die Trefferquote auch in Altach durchaus erwähnenswert. 15 Bundesligatreffer gelangen Grbic, und doch machte er erneut einen Schritt zurück. In der 2. Liga in Frankreich schließlich sollte er sich nicht nur als Toptorschütze einen Namen machen, Adrian Grbic reifte auch als Persönlichkeit. Deshalb findet er sich auch in seiner neuen Rolle bestens zurecht. Ob als teuerster Einkauf des französischen Erstligisten Lorient oder als Neuankömmling im ÖFB-Team. Zumal der Weg nach oben vorgezeichnet scheint. Leise Töne passen da quasi ins Repertoire. „Wir sind im Angriff gut aufgestellt. Deshalb gilt es für mich: Vollgas geben im Training, da zu sein, wenn man mich braucht, und für weitere Aufgaben empfehlen“, verzichtet er trotz seiner Torausbeute auf jeglichen Anspruch.
„Als Jugendlicher habe ich viel in Parks gespielt. Ähnlich wie auch Marko Arnautovic.“
Adrian Grbic, ÖFB-Teamspieler
Vielmehr erzählt er über seinen neuen Verein („Wir haben noch Probleme mit unserem Spielstil in der Liga“), seine Interpretation eines Stürmers („Im Klub agieren wir mit hohen Bällen, das ist noch ungewohnt für mich. Im Team hat mir Marko gleich gesagt: Schau, dass du immer auf Tuchfühlung bist. Das mit dem Kurzpassspiel hat gleich gut geklappt“) und über seine Coronazeit in Frankreich: „Es war schwierig, denn ich war allein und die Familie in Wien. Lange durfte zudem gar nicht trainiert werden.”











