Fußball: VFV-Präsident kündigt nach Massenschlägerei Null-Toleranz-Strategie an

Sport / 09.11.2020 • 19:00 Uhr
Fußball: VFV-Präsident kündigt nach Massenschlägerei Null-Toleranz-Strategie an
VFV-Präsident Dr. Horst Lumper sieht Handlungsbedarf. STIPLOVSEK

Für VFV-Präsident Dr. Horst Lumper sind die Vorkommnisse nach der Nachwuchspartie zwischen dem FC Dornbirn und dem FC Lustenau kein Einzelfall. Das Strafmaß sei dementsprechend gerechtfertigt, denn: “Das brauchen wir nicht!”

Schwarzach Das U-18-Spiel an Allerheiligen zwischen dem Nachwuchs des FC Dornbirn und dem FC Lustenau sorgte nicht wegen des Ergebnisses (1:3), sondern vielmehr wegen der Massenschlägerei österreichweit für Aufsehen. VFV-Präsident Horst Lumper (58) verurteilt die Geschehnisse auf das Schärfste und spricht diesbezüglich von einer „Null-Toleranz-Strategie“ des Verbandes. Deshalb seien die hohen Strafen gerechtfertigt.

Herr Präsident, was sagen Sie zur Massenschlägerei im Rahmen eines Nachwuchsspiels in Dornbirn?

Erschreckend, damit ist eigentlich schon alles gesagt. Solche Szenen haben im Fußball, im Sport im Allgemeinen, nichts verloren. Leider stellen wir im Verband fest, dass die Tendenz zu Auseinandersetzungen zunimmt. Es ist ja nicht das erste Mal.

Der Strafsenat hat mit harten Urteilen reagiert. Lässt sich so das Problem lösen?

Eher schwierig. Für mich stellt es sich insgesamt als gesellschaftliches Problem dar. Es ist doch so, dass viele Kinder und Jugendliche Fußball spielen. Das ist auch gelebte Integration. Das wollen wir, das ist eine sehr wichtige Aufgabe des Fußballs. Was nun die Strafen nach den Vorfällen des Spiels in Dornbirn betrifft, so kann ich nur die Null-Tolerenz-Strategie seitens des Verbandes wiederholen. Wir haben schon bislang – und werden das auch in Zukunft tun – sportlich mit aller uns zur Verfügung stehenden Härte und Konsequenz durchgegriffen. Das gilt für Spieler, Vereine genauso wie für Zuschauer. Seit Jahren unterstützen wir zudem das Projekt Rote Karte mit dem Ziel Fairness am Fußballplatz. Kinder sollen ohne Druck Fußball spielen, dazu gehört halt, mal zu gewinnen und auch mal zu verlieren.

Gibt es darüber hinaus Überlegungen? Stichwort Bayern.

Die Häufung von Auseinandersetzungen bei Nachwuchsspielen ist ja kein vorarlbergspezifisches Problem. Der bayrische Verband verbietet nunmehr Eltern, sich bei einem Spiel innerhalb der 50-Meter-Zone zum Spielfeldrand aufzuhalten. Wir bleiben vorerst beim Appell an die Vereine, für einen Ordnungsdienst zu sorgen, und an die Besucher, respektvoll miteinander umzugehen.