Die zehn Cheftrainer in der Spusu-Handball-Liga im Porträt

Titelhamster, alte Bekannte, Rückkehrer und neue Gesichter.
Bregenz, Hard Titelhamster, alte Bekannte, Rückkehrer und neue Gesichter! So wie sich teils die Kader der zehn Mannschaften in der Sommerpause verändert haben, gab es auch an der Seitenlinie einige Wechsel. Zudem erlebte die noch junge Spielperiode mit der Verpflichtung von Milan Vunjak beim HC Linz, in den vergangenen Tagen den ersten Trainerwechsel während der seit September laufenden Meisterschaft. Doch wer sind eigentlich die zehn Feldherren mit dem Taktikboard in Händen? Und wer steht sich dabei am 8. Spieltag des Grunddurchganges gegenüber?
Den Auftakt machen am Freitag (18.30 Uhr) Michael Draca und die SG Handball Westwien (3.) mit dem ohne Punktverlust die Tabelle anführende Equipe von Schwaz Handball Tirol mit Ex-Hard-Meistermacher Frank Bergemann auf dem Regierstuhl. Am Samstag folgen die restlichen vier Partien: Markus Burger und die Bregenzer Handballer (4.) sind ab 19 Uhr in Krems (5., Coach Ibish Thaqi) zu Gast. Zeitgleich wartet auf Neocoach Mario Bjelis und den Alpla HC Hard (8.) das Gastspiel bei Schlusslicht Linz. Komplettiert wird der Spieltag mit den Partien des zweitplatzierten HC Fivers WAT Margareten (Peter Eckl) gegen die siebtplatzierte HSG Bärnbach/Köflach (Vladimir Vujovic) bzw. dem Vergleich des SC Ferlach (6., Uros Serbec) und der HSG Graz (9., Romas Magelinskas).
Frank Bergemann, Schwaz Handball Tirol: 2000 übernahm der 64-jährige Bergemann das Traineramt beim Alpla HC Hard, gewann mit den Vorarlbergern 2003 die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte und spielte in der Folgesaison in der Champions League. Mit dem HC Erlangen gelang ihm in Deutschland 2014 der Aufstieg in die erste Bundesliga. Im Februar 2018 übernahm der Deutsche das Amt von Raul Alonso bei Schwaz Handball Tirol. Neben Markus Burger (4 Titel), Peter Eckl (3) und Ibish Thaqi (1) ist Frank Bergemann der einzige aktive Trainer, der bereits einen Meistertitel als Trainer in der spusu LIGA bejubeln konnte.

Peter Eckl, HC Fivers WAT Margareten: Bereits mit 18 Jahren startete Peter Eckl seine Trainerausbildung. Zusätzlich zu seiner Tätigkeit im Jugendbereich, begann seine Trainerkarriere an der Seite von Romas Magelinskas als dessen Co. In der Saison 2008/2009 feierte man gemeinsam den Cupsieg. 2010 übernahm Peter Eckl die Fivers schließlich als Cheftrainer und feierte prompt seinen ersten Meistertitel mit den Margaretnern. Insgesamt drei Meistertitel und sechs Cupsiege stehen beim längst dienenden Trainer der Liga zu Buche. Zweimal wurde der 44-jährige Eckl zum Trainer des Jahres gekürt: 2011 und 2016.
Michael Draca, SG Handball Westwien: Mit Saisonende übergab Roland Marouschek plangemäß seine Funktion als Cheftrainer an den 41-jährigen Draca. Der gebürtige Wiener gilt als ehrgeiziger, junger österreichischer Trainer mit großem Engagement, Fachwissen aus vielen Jahren erfolgreicher Trainertätigkeit im Nachwuchs und mit Spitzenspielern sowie hohen persönlichen und sportlichen Zielen. Als Nachwuchstrainer bei Ligakonkurrent Margareten holte diverse Titel bei österreichischen Meisterschaften und schaffte mit den Fivers-Fohlenteam den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Von Jänner 2018 bis Juni 2019 fungierte er als Cheftrainer beim HC Bruck. Als Co-Trainer des Nachwuchs-Nationalteams Jahrgang 2000 feierte er den Sieg bei der EHF Championship 2018 und den Titel bei der Schul WM 2018.
Markus Burger, Bregenz Handball: Im Frühjahr 2019 übernahm mit Markus Burger ein Bregenzer Urgestein den Cheftrainer-Posten. Burger spielte von der Jugend bis in die 2. Liga insgesamt 23 Jahre für Bregenz und war danach zehn Jahre als Co-Trainer im Verein tätig. Anschließend übernahm er 2008 in St. Gallen seinen ersten Posten als Cheftrainer, bevor er unter Dagur Sigurdsson Co-Trainer der österreichischen Nationalmannschaft und mit dem ALPLA HC Hard viermal österreichischer Meister und einmal Cupsieger wurde. Nach einem Gastspiel in Luxemburg folgte eine einjährige Pause, ehe ihn der Weg 2019 zurück nach Bregenz zu seinem Stammverein führte. In der Saison 2012/2013 wurde er zum Trainer des Jahres gekürt. Als Hard-Trainer holte Burger vier Meistertitel und einen Cuptitel.
Ibish Thaqi, UHK Krems: Immer wieder Krems! Zweimal dockte Ibish Thaqi als Spieler bei den Wachauern an – von 2005 bis 2006 und von 2007 bis 2009. Nach seinem Engagement bei den Fivers, wechselte aus dem Kosovo stammende Thaqi schließlich nach St. Pölten, wo auch seine Trainerkarriere ihren Anfang nahm. Seit 2017 leitet der 40-Jährige die Geschicke als Cheftrainer beim Krems und holte mit seiner Mannschaft 2019 das Double aus Meisterschaft und Cup und wurde zum Trainer des Jahres gewählt.
Uros Serbec, SC Ferlach: Bei den Kärntnern führt seit dieser Saison eine wahre Legende das Zepter. 120 Mal lief der 52-jährige Serbec für das slowenische Nationalteam auf, war zu seiner aktiven Zeit Kapitän bei RK Celje. Mit dem slowenischen Topklub feierte er zehn Meistertitel, stand sechsmal im Halbfinale der EHF Champions League und wurde 1993/1994 sogar Torschützenkönig im höchsten europäischen Klubbewerb. Sein Trikot hängt unter dem Dach der Heimstätte von RK Celje, eine Ehre, die außer ihm nur sieben weiteren Spielern bei diesem Traditionsverein zuteil wurde. 2015 wurde er zum Co-Trainer der slowenischen Nationalmannschaft berufen, 2018 kehrte er als Trainer zu seinem Heimatverein RK Krsko zurück.
Vladimir Vujovic, HSG Bärnbach/Köflach: Sein Vorgänger Milan Vunjak übernahm Anfang dieser Woche die Mannschaft des HC LINZ, Vujovic selbst löste ihn Anfang Jänner bei den Weststeirern ab. Dort war der 53 Jahre alte Kroate den Fans noch bestens bekannt, da er 1997 und 1998 das Tor der HSG Remus Bärnbach/Köflach sehr erfolgreich hütete. Nach seiner aktiven Karriere als Tormann (u.a. in Kroatien, Frankreich und Österreich) wurde Vujovic Trainer, u.a. beim kroatischen Damen-Nationalteam, Vardar Skopje, Varazdin, beim kroatischen Junioren-Nationalteam und beim slowenischen Verein RK Drava Ptuj. Als Aktiver wurde er mit Zagreb siebenmal kroatischer Meister und Cupsieger, gewann den Europacup und spielte insgesamt 26 Mal fürs kroatische Nationalteam.
Mario Bjelis , ALPLA HC Hard: Der ehemalige kroatische Nationalteamspieler folgte im Sommer auf Klaus Gärtner, der als Co-Trainer zum zweifachen deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen zurückkehrte. Bjelis (44) ist in Hard ein alter Bekannter, trug in der Saison 2012/2013 das Dress der roten Teufel und feierte mit den Vorarlbergern den Gewinn der Meisterschaft. Mario Bjelis stammt aus der Jugend der Handball-Hochburg Metkovic. Mit dem Team aus Dalmatien gewann der Kreisläufer mehrere nationale Titel, den EHF-Cup (2000) und zog ins Viertelfinale der Champions League ein. Anschließend spielte er bei Vigo (ESP) und Pick Szeged (HUN). 2006 und 2007 holte Mario Bjelis mit Erzrivalen Bregenz Handball zweimal den österreichischen Meistertitel und zog in die Gruppenphase der Champions League ein. Nachdem der 1,93 m große Kroate 2012 in Sisak seine Karriere eigentlich beendet hatte, sprang er kurz darauf noch einmal als 36-Jähriger für die Roten Teufel vom Bodensee ein. Anschließend wurde der zweifache Familienvater Cheftrainer bei seinem Heimatclub Metkovic. Von 2016 bis 2018 trainierte Bjelis das Team aus Split. Zuletzt wurde er mit RK Izvidac Bosnischer Meister und spielte in der osteuropäischen SEHA-League.

Romas Magelinskas (LTU), HSG Graz: Vergangenen Februar löste der gebürtige Litauer Damir Djukic als Cheftrainer bei der HSG Graz ab. Anfang der 2000er Jahre leitete er von der Seitenlinie aus die Geschicke des HC Fivers WAT Margareten, wurde Cupsieger und zweimal zum Trainer des Jahres gewählt. Danach sammelte er Erfahrung als Co-Trainer im Nationalteam und als Trainer in der Handballakademie Bad Vöslau. Nach Stationen bei Westwien (2011 bis 2013) und Leoben (2014 bis 2017) kehrte der heute 52-Jährige vor gut acht Monaten wieder zurück in die spusu LIGA.
Milan Vunjak, HC LINZ : Nachdem sich die Oberösterreicher Anfang vergangener Woche von Slavko Krnjajac trennten, übernahm interimistisch Klemens Kainmüller den Trainerposten. Vergangenen Montag gab der Klub nun den neuen Headcoach bekannt. Mit dem 49-jährige Slowenen übernimmt ein wahrer Kenner der Liga die Mannschaft. Als Aktiver kürte er sich zweimal zum Torschützenkönig, erzielte in seiner Zeit bei HIT Innsbruck über 1000 Tore für die Tiroler. Als Trainer führte er den HC Bruck wie auch die HSG Bärnbach/Köflach zurück in rot-weiß-rote Eliteliga des Männerhandballs. Nun soll er die Stahlstädter raus aus dem Abstiegskampf führen und den Klassenerhalt sichern.