Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Hausverstand würde schon helfen

Sport / 19.10.2020 • 22:00 Uhr

Der Sport ist in Gefahr. Das ist die Botschaft der noch einmal verschärften Maßnahmen der Bundesregierung. Dieser Tatsache müssen sich Sportler und Konsument spätestens jetzt stellen, ob es ihnen nun gefällt oder nicht. In Zeiten der Covid-19-Pandemie heißt es also Opfer bringen, um nicht den gesamten Sport zu gefährden. Mund- und Nasen-Schutz dürfen hinkünftig beim Besuch einer Sportveranstaltung am Sitzplatz nicht mehr abgenommen werden. Daran kann man sich in Zeiten wie diesen durchaus gewöhnen, zumal so automatisch die Lust auf Verzehr von Speisen und Getränken auf ein Minimum reduziert wird.


Gesamt gesehen ist es jedoch ein herber Schlag gegen den Profisport. Zumal dieser seit Monaten mit hervorragenden Präventionskonzepten punktet und von Clusterbildungen verschont ist. Die Funktion der Klubs in den höchsten Sportligen als wichtiger Arbeitgeber darf ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Doch weitere Vorsicht ist geboten: Mit der Schließung jeglicher Gastronomie bei Sportveranstaltungen und dem Wegfall von Nebeneinnahmen droht dem Amateursport der schleichende Tod. Sollten die Kantinen nämlich, wie angekündigt, geschlossen bleiben, droht die Gefahr, dass viele Ehrenamtliche ihre Vereinstätigkeit hinterfragen. Die Folgen wären von gravierendem Ausmaß für die Vereine.


Im Kampf gegen das Virus benötigt es mehr als nur rigorose Maßnahmen. Weder braucht es leere Stadien, noch überfüllte Amateursportplätze, es braucht vor allem eine Portion Hausverstand.