VfB Hohenems schrammt knapp an Cupsensation vorbei

Grafenstädter präsentierten sich enorm stark, bereiteten dem Bundesligisten Sturm Graz viel Mühe, verloren aber knapp mit 1:2.
Hohenems Oft kommt es vor, dass im Fußball nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft nach 90 Minuten den Platz als Sieger verlässt. So geschehen beim Cupspiel zwischen Hohenems und Sturm Graz. Der krasse Außenseiter aus der Grafenstadt hätte sich gegen den fünffachen österreichischen Pokalsieger aus Graz durchaus den Sieg verdient. Ein Stangenkopfball von Dominik Fessler (24.), sechs Großchancen vergeben und am Ende war das Kopftor von Goalgetter Maurice Wunderli gegen den Sechsten der österreichischen Bundesliga zu wenig um die Riesensensation in der zweiten Runde im ÖFB Cup zu schaffen. Mit viel Applaus und minutenlangen stehenden Ovationen von den 500 begeisterten Zuschauern im Stadion Herrenried wurde der Tabellenführer von der VN.at Eliteliga verabschiedet.
„Ich muss Hohenems ein Riesenkompliment aussprechen und sie brachten uns an den Rand einer Niederlage“
Christian Ilzer, Trainer Sturm Graz
Fehlendes Spielglück der Emser
Die Glanzleistung der Emser über 90 Minuten blieb leider unbelohnt. Als Trostpflaster gab es eine Prämie von 3500 Euro. „Wir hatten es selber mehrmals auf dem Fuß, hatten viele gute Chancen auf ein oder sogar mehr Tore. Trotz Ausscheidens kann die Mannschaft auf ihren starken Auftritt stolz sein. Die sportliche Entwicklung der Truppe ist enorm. Fast hätten wir uns noch in die Verlängerung gehievt, oft fehlte aber das Spielglück. Der Elfmeter gegen uns war eine harte Entscheidung“, sprach VfB Hohenems Trainer Werner Grabherr Klartext. Viel Lob gab es auch von Sturm Graz Coach Christian Ilzer nach dem glücklichen 2:1-Erfolg in der Grafenstadt: „Ich muss Hohenems ein Riesenkompliment aussprechen und sie brachten uns an den Rand einer Niederlage“.
„Wir hatten es selber mehrmals auf dem Fuß, hatten viele gute Chancen auf ein oder sogar mehr Tore. Trotz Ausscheidens kann die Mannschaft auf ihren starken Auftritt stolz sein.
Werner Grabherr, Trainer VfB Hohenems



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Verkehrte Fußballwelt im Herrenriedstadion
Nur in der Anfangsphase war der Favorit Sturm Graz spielerisch besser und vergab durch Ivan Ljubic die Führung (3.). Die VfB-Offensivvariante mit einem 4-3-3-Spielsystem machte sich dann aber mit Fortdauer der Partie positiv bemerkbar: Immer frecher, angetrieben von Kapitän Johannes Klammer und Maximilian Lampert, kam das Offensivtrio mit Jan Stefanon, Dominik Fessler und Maurice Wunderli zwangsläufig zu guten Möglichkeiten. Die spielentscheidende Szene war wohl die Großchance von Johannes Klammer: Aus zwei Metern konnte er den Ball per Kopf nicht über die Torlinie drücken (20.). Danach hatte Dominik Fessler mit einem Stangenkopfball Pech (24.). Jan Stefanon leistet sich den Luxus (24./27./35./62.) gleich vier Hochkaräter zu vergeben.
Fragwürdiger Elfmeter für Sturm Graz
Sturm Graz-Stürmer Kevin Friesenbichler ließ sich nach einem Zweikampf mit Marco Feuerstein geschickt im Strafraum Fallen und der Schiri zeigte auf den Elfmeterpunkt (40.). Jakob Jantscher hat beim Strafstoß Riesenglück, dass sein Schuss vor der Torlinie aufspringt, sonst hätte VfB-Goalie Andre Breitfuss den Strafstoß gehalten. Mit dem ersten Angriff nach Seitenwechsel erhöht der Favorit durch Bekim Balaj per Kopf auf 2:0 (46.). Doch Hohenems gab nie auf. Das wunderschöne Kopfballtor von Maurice Wunderli war zu wenig (86.). Den möglichen Ausgleich vergab Einwechselspieler Alejandro Dominguez Mora (87.). Bundesligaklub Sturm Graz zitterte sich am Ende ins Achtelfinale. Der Alberschwender Lukas Jäger saß 90 Minuten auf der Ersatzbank der Steirer und kam nicht zum Einsatz.VN-TK
öfb-cup, 2. runde
World-of-Jobs VfB Hohenems – SK Sturm Graz 1:2 (0:1)
Stadion Herrenried, 500 Zuschauer, SR Felix Ouschan (V)
Torfolge: 40. 0:1 Jakob Jantscher (Foulelfmeter), 46. 0:2 Bekim Balaj (Kopfball), 86. 1:2 Maurice Wunderli (Kopfball)
Gelbe Karten: 65. Stankovic (Sturm Graz/Unsportlichkeit), 70. Stefanon, 77. Weixlbaumer (beide VfB/beide Foulspiel), 83. Wüthrich (Sturm Graz/Unsportlichkeit)
World-of-Jobs VfB Hohenems (4-3-3): Breitfuss; Weixlbaumer (85. Vater), Wolfgang, Feuerstein (85. Drobnak), Pernstich; Johannes Klammer (85. Demir), Maximilian Lampert (61. Dominguez), Potic (70. Abdül Kerim Kalkan); Fessler, Wunderli, Stefanon
SK Sturm Graz (4-4-2): Siebenhandl; Ingolitsch, Wüthrich, Stankovic, Dante (46. Gazibegovic); Hierländer, Kuen, Ljubic, Balaj (71. Nemeth); Kevin Friesenbichler, Jantscher (83. Huspek)