Ski alpin: Kopfschmerzen stoppen Feurstein

Sport / 12.10.2020 • 22:28 Uhr
Ski alpin: Kopfschmerzen stoppen Feurstein
Patrick Feurstein verzichtet dieses Wochenende auf Sölden. GEPA

Der Mellauer fehlt beim Weltcupauftakt am Wochenende in Sölden.

Mellau Die Enttäuschung ist aus der Stimme herauszuhören. „Nein“, sagt Patrick Feurstein, „ich kann leider am Riesentorlauf in Sölden nicht teilnehmen.“ Wiederkehrende Kopfschmerzen sind es, die den 23-Jährigen seit einiger Zeit begleiten und jetzt auch den Start beim Weltcupauftakt am kommenden Sonntag nicht zulassen. „Ich konnte schon ein paar Wochen nicht trainieren, ein Start ist nicht möglich.“ Der Schmerz sei auch ohne Sport da, erklärt der Rennläufer aus Mellau. Ein Sturz kommt als Ursache nicht infrage. „Ich bin in Abklärung mit den Ärzten, auch mit jenen des Skiverbandes in Innsbruck.“ Eine Rückkehr auf die Piste ist ungewiss. „Aber ich möchte natürlich so schnell wie möglich zurückkehren und wieder trainieren.“

Kein Platz für einen Ersatz

Ersatz kann der ÖSV für Feurstein keinen nominieren. „Das ist ein persönlicher Startplatz, den Patrick aus dem Europacup mitbringt“, erklärte Martin Lackner, der Sportliche Leiter im Vorarlberger Skiverband. Der Bregenzerwälder hatte in der vergangenen Saison zwei Torläufe im Europacup gewonnen, dazu kamen ein zweiter und dritter Rang, in der Endwertung stand Rang drei. Im Weltcup war Feurstein bisher acht Mal dabei, Punkte gab es aber noch keine. VSV-Präsident Walter Hlebayna bedauert den Ausfall Feursteins. „Das ist sehr schade. Patrick hat im letzten Jahr richtig gut aufgezeigt, den Schritt gemacht, den man sich in seiner Karriereentwicklung vorgestellt hat.“

Thomas Dorner ist im ÖSV-Team bei einem Ausfall der erste Ersatzläufer. Er fuhr in der internen Ausscheidung auf Platz zwei hinter dem Tiroler Raphael Haaser. „Er hat einen sehr guten Job gemacht, ist einen großen Schritt weitergekommen“, lobt Hlebayna den 22-Jährigen vom WSV Andelsbuch. „Thomas war bei der Ausscheidung der stärksten drei dabei, leider ist sein zweiter Lauf nicht ganz aufgegangen. Aber er bleibt Reservist.“ Weil auch Magnus Walch und Daniel Meier (“Ich habe alles riskiert und leider alles verloren, aber gebe nicht auf”) in der Qualifikation gescheitert sind, geht der Herren-Riesentorlauf am Rettenbachferner erstmal seit 2009 ohne Vorarlberger Teilnehmer über die Bühne. „Im letzten Jahr waren wir mit drei Fahrern dabei, und keiner war im zweiten Durchgang“, erinnert Hlebayna an das Trio Johannes Strolz, Magnus Walch und Feurstein. „Mir ist wichtig, dass die Leute kontinuierliche Einsätze haben.“

Bernhard Graf stand 2008 in Sölden am Start, zuvor war es im Jahr 2005 Patrick Bechter. 2003, 2004, 2007 und 2008 ging der traditionelle Gletscher-Auftakt im Ski-Weltcup ohne Vorarlberger Beteiligung über die Bühne. Danach konnten sich Marcel Mathis und Christian Hirschbühl mehrere Male für die Startliste empfehlen.

Die Einzelkämpferin

Katharina Liensberger wird somit in Sölden zur Vorarlberger Einzelkämpferin. Die 23-Jährige aus Göfis verpasste wegen der Ausrüsterprobleme mit dem ÖSV im vergangenen Jahr den Start, aus der Saison 2018/19 steht ein 16. Rang. Dass Liensberger der Hang liegt, hat sie 2015 bewiesen: Da gewann sie beide FIS-Riesentorläufe jeweils mit über einer Sekunde Vorsprung auf die Konkurrenz.