Blutleerer Auftritt des SCR Altach

Rheindörfler gehen bei Sturm Graz mit 0:4 unter und rangieren in der Tabelle auf dem letzten Platz.
Graz Im Vorfeld sprach Altachs Trainer Alex Pastoor noch davon, dass man bei Sturm Graz unbedingt wieder als Einheit auftreten müsse, um zu punkten. Die Mannschaft setzte das Thema Einheit um, nur eben leider negativ: man agierte einheitlich grottenschlecht. Mit dem 0:4 kommen die Rheindörfler auch noch gut weg, denn die Leistung jedes einzelnen Spielers am Platz war nicht bundesligawürdig.
„Alex bleibt zu 100 Prozent unser Coach, ich werde den Spielern jetzt kein Alibi geben. Was kann denn der Pastoor dafür?“
Christian Möckel, Sportdirektor SCR Altach
Wieder keine Energie
Pastoor änderte die energielose Mannschaft aus dem letzten Heimspiel gegen WSG Tirol an zwei Positionen. Philipp Netzer kehrte in die Innenverteidigung zurück, Nosa Edokpolor durfte sein Debüt auf der linken Seite geben. Die Energie blieb aber zum Leidwesen der Rheindörfler die gleiche. Und so konnten die Gastgeber den lustlosen Auftritt der Altacher gnadenlos ausnutzen. Mit dem ersten Angriff der Partie ging Sturm in Führung. Nach Ballverlust von Netzer im Mittelfeld ging es schnell, die Grazer schalteten blitzartig um und Ivan Ljubic (9.) war zur Stelle. Keine zehn Minuten später verfehlte Berkay Dabanli einen Pass von Sturms Dante auf der Mittellinie und Jakob Jantscher durfte von dieser alleine auf Altach-Goalie Tino Casali zulaufen. Nur um kurz vor dem Abschluss den mitgelaufenen Kevin Friesenbichler (17.) zu bedienen.

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Viel Ballbesitz, keine Zweikämpfe
Und eigentlich war die Partie damit schon erledigt. Denn die Pastoor-Elf tat, was die Pastoor-Elf dieser Tage am besten kann. Viel kurze Pässe, viel Ballbesitz – aber eben überall dort, wo es eben nicht gefährlich wird für den Gegner. Sturm musste in Folge nur auf Fehler lauern und kontern. Und tat dies giftig und in den Zweikämpfen enorm stark. Zwei von drei Duellen Mann gegen Mann gingen an die Blackies. Ein Umstand, der auch Altach-Kapitän Netzer enttäuschte: „Wir haben 90 Minuten nichts von dem umgesetzt, was ausgemacht war. Aber wenn du keine Zweikämpfe annimmst, dann hilft der beste Matchplan nichts“. Altach wurde in Durchgang eins nur einmal gefährlich – mit einem Weitschuss von Samuel Oum Gouet (40.). Das schien den Grazern zu viel, weshalb man durch Otar Kiteishvili (41.) auf 3:0 stellte. Ein langer Ball auf Jantscher, der erneut assistierte, reichte, um die Vorarlberger auszuhebeln.
Kein Alibi für Spieler
Die zweite Halbzeit begann mit einem Schuss von Altachs Obasi (46.), der die Grazer schnell aufweckte und Jantscher, bester Mann am Platz, dazu veranlasste, sofort auf 4:0 zu stellen (53.). In weiter Folge verhinderte SCRA-Goalie Casali eine höhere Niederlage (77./78.). Somit bleibt der SCRA nach vier Spielen bei einem Punkt, rangiert auf dem letzten Platz der Tabelle. Sportdirektor Christian Möckel hält dem Trainer weiter die Stange: „Alex bleibt zu 100 Prozent unser Coach, ich werde den Spielern jetzt kein Alibi geben. Was kann denn der Pastoor dafür?“
Fussball, Tipico Bundesliga
4. Spieltag
SK Sturm Graz – SCR Altach Endstand 4:0 (3:0)
Graz, Merkur Arena, 3.000, SR Jäger
Torfolge: 9. 1:0 Ljubic, 17. 2:0 Friesenbichler, 41. 3:0 Kiteishvili, 53. 4:0 Jantscher
Gelbe Karten: Tartarotti, Karic
Sturm: Siebenhandl – Gazibegovic (85. Komposch), Wüthrich, Gorenc-Stankovic, Dante – Ljubic – Hierländer, Kiteishvili (73. Jäger), Kuen (85. Shabanhaxhaj) – Friesenbichler (67. Balaj), Jantscher (72. Huspek)
Altach: Casali – Anderson, Dabanli, Netzer, Karic – Zwischenbrugger (46. Tartarotti), Oum Gouet – Obasi (77. Maderner), Fischer, Edokpolor (77. Casar) – D. Nussbaumer (87. Thurnwald)