279 Tage können eine lange Zeit sein

Sport / 14.09.2020 • 09:00 Uhr
279 Tage können eine lange Zeit sein
Viel Knochenarbeit war bis zur Rückkehr auf den Schnee notwendig. Ariane Rädler im Kraftraum des Olympiazentrums in Dornbirn.

Ariane Rädler ist zurück auf den Skiern. Zusammen mit Christine Scheyer erste Trainingsschwünge in Sölden.

Schwarzach Mit einem Lächeln hatte sich Ariane Rädler in der Vorwoche für die Heimfahrt ins Auto gesetzt. Nach ihrem verhängnisvollen Sturz im Dezember des Vorjahrs und ihrem vierten Kreuzbandriss stand die 25-Jährige erstmals wieder auf den Skiern. Zusammen mit Freundin und Leidensgenossin Christine Scheyer (26) genoss die Speedspezialistin die ersten Schwünge am Gletscher. „Es hat sich richtig gut angefühlt, das Knie hat voll gut reagiert“, freute sich Rädler im Gespräch mit den VN. Zwei Tage lange war das Duo in der Trainingsgruppe von Coach Meinhard Tatschl in Sölden auf dem Schnee. Das Wichtigste: Das Knie zeigte keine Schwellung. Allerdings will Rädler diese Tatsache vorerst nicht überbewerten und die Sache weiter in Ruhe angehen. „Es war wirklich nur ein freies Fahren, ein bisschen rutschen“, erzählte sie mit ein wenig Schmunzeln. Doch es war ein wichtiges Herantasten, um weiter Sicherheit zu holen. Immerhin sind 279 Tage ins Land gezogen, ehe die Skischuhe wieder in die Bindung klickten.

„Ein bisschen war ich überrascht, weil ich mehr Probleme erwartet hätte.“

Ariane Rädler, ÖSV-Speedspezialistin


Die Bedingungen am Gletscher seien traumhaft gewesen. Nun gelte es, auch den Schneekontakt in den nächsten Tagen und Wochen zu intensivieren, ohne dabei die Geduld zu verlieren. „Vom Kopf her setze ich mich nicht mehr unter Druck“, sagt Rädler. Vielmehr horche sie in den Körper und auf dessen Reaktionen. Zusammen mit Scheyer zurück ins Weltcupteam zurückzukehren, ist das ganz große Ziel der beiden heimischen Abfahrtsasse. Schon diese Woche könnten weitere Schneetage hinzukommen. Dazwischen, so verrät Rädler, seien Konditions- und Regenerationstage angesagt, in der Hoffnung, dass das Knie weiter mitmacht.