Dank Ausnahmeregelung zum Training nach Spanien

Sport / 04.09.2020 • 10:00 Uhr
Dank Ausnahmeregelung zum Training nach Spanien
Mit viel Gepäck auf dem Weg nach Santander ist Vorarlbergs 470er-Segelduo David Bargehr (links) und Lukas Mähr. VN

470er-Weltklasseduo David Bargehr/Lukas Mähr folgt der Einladung für Trainingstage vor Santander.

Santander Mehr als 2000 Straßenkilometer galt es zurückzulegen, ehe man die Stadt im Norden Spaniens erreichte. Für viele Urlauber wäre die Anreise mit dem Auto von Wien kommend nach Santander, nordwestlich von Bilbao gelegen, eine Strapaze. Nicht so für das Segelduo David Bargehr/Lukas Mähr. Zumal die beiden Vorarlberger glücklich darüber sind, schnell reagieren und dank einer Ausnahmegenehmigung die Einladung des spanischen Verbandes annehmen zu können. „Vor zwei Wochen hatten wir noch die EM vor Palma auf dem Plan, jetzt freuen wir uns auf die beiden Wochen in Spanien“, erzählt Mähr. Dafür hatten die beiden Heeressportler mit dem Segelverband ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept erarbeitet und den zuständigen Gremien vorgelegt.
Das 470er-Duo erwartet u. a. eine Trainingsgemeinschaft mit den spanischen Weltranglistenzweiten Jordi Xammar Hernandez und Nicolas Rodriguez Garcia-Paz und dem Nummer-drei-Duo Anton Dahlberg/Fredrik Bergström aus Schweden. „Für uns ist das eine Superchance und zugleich eine Herausforderung“, betont Bargehr. „Eine echte Standortbestimmung. Es ist wichtig, uns mit der absoluten Spitze matchen zu können.“ Zuletzt hatte man vor allem im athletischen Bereich gearbeitet. Jetzt bietet sich bis zum 17. September die Möglichkeit, wieder viele Wasserstunden zu sammeln. „Für uns ist es einfach wichtig, auf dem Meer zu segeln“, ergänzt Bargehr. Sich gegenseitig im Training zu pushen, lautet eines der Ziele des 31-Jährigen und seines gut um ein Jahr älterer Vorschoters Lukas Mähr für die anstehenden Tage. Zudem hat das Duo „ein paar neue Sachen aus Neuseeland“ im Gepäck, die man ausprobieren möchte. „Segeln bedeutet stetiges Weiterentwickeln. David und ich tüfteln viel. Wir haben eine lange Liste an die Dingen zusammengesammelt, die wir noch verbessern wollen“ erzählt Mähr, denn: „Bei einer Regatta, die bis zu einer Stunde dauern, entscheiden am Ende oft nur 20 Zentimeter über eine bessere Platzierung.“

„Früher hatten wir einen Plan A und einen
Plan B. Heute heißt es, flexibel zu sein.“

Lukas Mähr, 470er-Segler


So wollen Bargehr/Mähr das „gewonnene Jahr“ ohne Großereignis – alle Events für heuer sind abgesagt – nutzen, um an ein paar Stellschrauben zu drehen. Oft, das wissen beide, sind es kleine Nuancen, die am Ende entscheiden. Dafür nehmen sie auch die vielen Autobahnkilometer in Kauf. Denn nach einer Regenerationswoche ist ein zweiter Block in Spanien geplant. Wobei planen so eine Sache ist, wie Mähr feststellt: „Früher hatten wir einen Plan A und einen Plan B. Heute musst du einen Plan C, D, E haben – heißt flexibel sein.“