Das sind die Altacher Stadionpläne

Sport / 27.08.2020 • 08:00 Uhr
Das sind die Altacher Stadionpläne
Auf der Fantribüne sitzend, sprechen Christoph Längle (Mitte) und Werner Gunz (links) über die Altacher Fußballpläne. PAULITSCH

Machbarkeitsstudie als wichtiger Schritt zu einer echten Fußballarena. Im Schnabelholz soll ein Stadion der UEFA-Kategorie 4 entstehen.

Altach Die Zeit ist reif, dessen ist man sich in der Geschäftsführung des Cashpoint SCR Altach sicher. Nach 15 Jahren Profifußball ist man gewillt, in Sachen Infrastruktur den letzten Schritt zu wagen. „Der Verein ist reif für die letzte Stufe“, ist sich Unternehmer und Vizepräsident Werner Gunz sicher. Zusammen mit SCRA-Geschäftsführer Christoph Längle und Präsident Peter Pfanner ist der Altacher die treibende Kraft dafür, die Endrealisierung des Stadions anzugehen. Im Gespräch mit Gunz und Längle erfuhren die VN, dass nunmehr eine Machbarkeitsstudie in Ausarbeitung ist. Diesbezüglich sprechen beide von einer „neuen Dimension“ – für den Verein, für den Fußball in Vorarlberg. Die Größenordnung der Umsetzung soll dann bis Jahresende, nach intensiven Gesprächen in klubinternen Gremien sowie in weiterer Folge mit Land, Gemeinde und Partnern, festgelegt werden. Über eines ist man sich aber im Klaren, wie auch Gunz bestätigt: „Der Verein wird für eine bedeutende Finanzierung sorgen müssen.“ Die große Herausforderung werde deshalb in der Vermarktung liegen. Das sind die Eckpunkte der Machbarkeitsstudie:
Neuer VIP-Bereich und Logen: Das VIP-Zelt wird durch einen zweigeschoßigen Bau ersetzt. Dieser wird sich entlang der Westtribüne erstrecken. Das Fehlen der Spieltagskabinen wird dadurch behoben. Geplant sind zudem Büro- und Pressekonferenzräumlichkeiten, was auch die Nutzung an spielfreien Tagen beinhalten könnte. Logen, direkt über den VIP-Bereich zugänglich, sollen diesen zusätzlich aufwerten.
Osttribüne: Die 1990 eröffnete Tribüne wird einem Neubau, analog zur West, weichen. Das Stadionoval soll somit geschlossen werden, bis auf den Bereich mit der Videowall. Im Anschluss an die Tribüne entsteht das neue Nachwuchszentrum, zweistöckig auf rund 600 Quadratmetern. Mit Jahresbeginn 2021 soll der Spatenstich und nach Fertigstellung der Auszug aus dem Riedle im Ortszentrum erfolgen. Dank zusätzlicher Plätze soll ein Kompetenzzentrum für Fußball im Rheintal entstehen.
Nordtribüne: Eine Begegnungszone hinter der Tribüne soll vor und nach dem Spiel genutzt werden können.


Für Gunz ist die Umsetzung der Infrastrukturoffensive notwendig, um in Österreich nicht den Anschluss zu verlieren. Ist doch Vorarlberg das einzige Bundesliga neben dem Burgenland, das kein Fußballstadion der Kategorie 4 besitzt. Nicht mehr nach Innsbruck ausweichen zu müssen, ist die Zielvorstellung.
Die Wirtschaftlichkeit des Klubs dabei nicht aus den Augen zu verlieren, hat für Längle Priorität. Altach, sagt er, habe seine Projekt immer langfristig angelegt. „Gekommen, um zu bleiben“, sei das Motto nach dem Aufstieg gewesen. Dann habe man sich sportlich etabliert, als Verein aber auch auf allen anderen Ebenen weiterentwickelt. Wichtig sei ihm, so Längle, das „große Bild im Kopf“ weiter zu verfolgen. „Es ist ein steiniger Weg, den wir beschreiten wollen“, weiß er. Doch gerade die Coronazeit habe die Klubverantwortlichen auf ihrem Weg bestärkt. Finanziell sei man dank wirtschaftlicher Konsequenz in der Vergangenheit gut über die Zeit gekommen, es wurden sogar neue Sponsoren gewonnen. Und was beinhaltet der Weg neben dem Stadionausbau noch? „Den Faktor Nachhaltigkeit und Regionalität“, antwortet Längle. Die Region Vorarlberg noch mehr bündeln, wirtschaftlich und sportlich. Altach habe bewiesen, dass man ein verlässlicher Partner sei – und: „Vorarlberg hat in Sachen Fußball noch viel Potenzial und durchaus Aufholbedarf.“ Für Längle eine gute Basis, um weiter zu wachsen.