Deshalb kämpft Zürs noch für Zuschauer beim Ski-Weltcup

Sport / 19.08.2020 • 18:00 Uhr
Deshalb kämpft Zürs noch für Zuschauer beim Ski-Weltcup
Die Baubewilligung für die Flexenarena ist durch. Große Zuschauermassen wird es beim Weltcup am 13./14. November aber nicht geben. KOFLER

Maximal 200 Menschen werden wohl die Weltcuprennen im November vor Ort sehen. Positiver Bescheid für die Flexenarena.

Lech, Zürs Der Auftakt des alpinen Ski-Weltcups am 17./18. Oktober in Sölden wird ohne Zuschauer durchgeführt werden. „Es wird keine Zuschauer geben, weil dieser Schutz wichtig ist und es der Wunsch der FIS und des ÖSV war“, sagt Jakob Falkner, der Chef der Organisationskomitees. Eine Tatsache, die auch bei den Organisatoren des Ski-Weltcups in Zürs (13./14. November) nicht die ganz große Verwunderung hervorruft. Auch im Ländle wird ohne Zuschauer gefahren. Hingegen sorgt die Tatsache, dass der Saisonstart in die Weltcupsaison um eine Woche nach vorne verschoben wurde, bei Patrick Ortlieb, Präsident des Weltcup-Organisationskomiees, und seinen Mitstreiter für ein wenig Beruhigung. So sei man in der Lage, auf verschiedene Vorkommnisse oder Veränderungen rechtzeitig zu reagieren und auch die richtigen Lehren zu ziehen. Was die Zuschauer betreffe, so der 53-Jährige, habe man am Arlberg stets zweigleisig budgetiert. Eine definitive Entscheidung erwartet er diesbezüglich Anfang September. Große Hoffnungen auf Zuschauermassen entlang der Strecke und im Zielbereich der Flexenarena mache er sich persönlich aber nicht. Immerhin gebe es ja auch ein „Leben nach dem Weltcup“, spricht der Hotelier auch den Tourismus in den Arlberggemeinden an. „Maximal 100 bis 200 Zuschauer“, konkretisiert OK-Chef Stefan Jochum die Aussagen von Patrick Ortlieb. Diesbezüglich sei die Entscheidung noch nicht gefallen. Skirennen mit Fans aber seien „einfach nicht möglich“. Der Grund sei einfach: „Als Veranstalter können wir bei so einem Großevent nicht nachvollziehen, welcher Zuschauer sich wann und wo auf- und wie er sich verhält.“
Die nächste große Aufgabe wartet nun mit der Umsetzung des Covid19-Präventionskonzepts. Seitens des österreichischen Skiverbandes gibt es diesbezüglich einen Maßnahmenkatalog. „Dieser wird dann jeweils auf die Gegebenheiten vor Ort angepasst“, erklärt Jochum die nächsten Schritte.
Mit der BH Bludenz gab es dieser Tage eine Zusammenkunft bezüglich der von der Ski Zürs AG angesuchten Bewilligungen. Sowohl naturschutz-, als auch wasser- und forstrechtlich wurde das Ansuchen für die Errichtung der FIS-Weltcup- und Trainingsstrecke Flexenarena geprüft. Laut Ortlieb gab es hinsichtlich der geplanten Geländeveränderungen und der nötigen Erweiterung der technischen Infrastruktur Zustimmung der Behörde. Der Bescheid soll demnächst folgen.

Vier Gruppen, kein Kontakt

Ohne Zuschauer fällt in Sölden auch die traditionelle Parade der Fanclubs sowie das gesamte Party- und Rahmenprogramm aus. „Es wird vier Kreise geben, die in sich geschlossen bleiben“, erklärt Falkner. Bestehend aus Rennläufern/Betreuern, Organisation, Medien und (wenigen) Geladenen – ohne Kontakt. Firmenveranstaltungen, an denen die Ski-Marken ihre Top-Neuigkeiten und -Athleten vorstellen, wird es nicht geben. Das gilt auch für Zürs. Der Vorteil in Sölden ist, dass alle über die Gletscherstraße müssen, und man so eine gute Kontrolle hat, wer auf den Berg will und letztlich darf.
Der Ski-Weltverband (FIS) will Ende September einen Kalender für die Saison 2020/21 vorlegen. Ein Plan ist beispielsweise, den Reiseverkehr in Grenzen zu halten und die Speed- und Technik-Trosse möglichst zu trennen.