Head ist der Transferkönig im Skizirkus

Rennchef Rainer Salzgeber macht das Fluorverbot Sorgen.
Kennelbach Im Skizirkus neigt sich die Transferperiode schön langsam dem Ende zu. Der Kennelbacher Hersteller Head war trotz Coronapandemie im Frühling und Sommer geschäftig, ist mit neun Zugängen der Transferkönig. „Wir haben bereits vor der Covid19-Krise mit der Akquisition begonnen“, erzählt Rennsportleiter Rainer Salzgeber. Mit Vincent Kriechmayr gelang dem 53-jährigen Montafoner ein Schlüsseltransfer. „Vincent selbst wollte etwas Neues probieren.“ Der Wechsel des 28-jährigen Oberösterreichers, der bei der diesjährigen WM in Aare Silber im Super-G und Bronze in der Abfahrt gewann, ging ohne Nebengeräusche über die Bühne. Salzgeber: „Wir sind mit seinem ehemaligen Ausrüster Fischer geschäftlich verbunden.“ Head übernahm vom bisherigen Arbeitgeber auch Servicemann Wilfried Wieser. Kriechmayr bringt übrigens Freundin Michaela Heider (24) in den Head-Rennstall mit.
Kleineres Rennteam
Estelle Alphand (25), der nachgesagt wird, ein wenig rebellisch zu sein, die vom französischen zum schwedischen Verband wechselte, passt Salzgeber gut ins Konzept seiner World Cup Rebels. „Grundsätzlich ist Estelle interessant, weil sie Potenzial in allen Disziplinen hat, und auch, weil Vater Luc selbst Rennläufer war.“
Mit Samu Torsti (28/Fin), Fabian Wilkens Solheim (24/Nor), Timon Haugan (23/Nor) und Justin Murisier (28/Sui) verstärkte Salzgeber seine technische Sparte. Bei den Damen sind die routinierte Marie-Michele Gagnon (31) und Allroundlerin Laura Gauche (25) neu dabei. Die Mannschaft ist insgesamt kleiner geworden. Stephanie Brunner, Christian Walder und Christoph Krenn haben sich verändert, Anna Veith, Lindsey Vonn und Tina Weirather beendeten ihre Laufbahnen. Inklusive Nachwuchs rüstet Head knapp 150 Läufer aus.
Kästle erweiterte sein Rennteam mit dem Dornbirner Mathias Graf (24), dem Schweizer Cedric Noger (28) sowie dem bolivianisch-österreichischen Doppelstaatsbürger Simon Breitfuss Kammerlander (27) und der Nachwuchsläuferin Mialitiana Clerc (18).
Schwierig gestaltet sich der Ausblick auf den Weltcupwinter. „Wir hoffen auf eine normale Saison“, so Salzgeber. „Der Skiverband wird Anfang August entscheiden, ob in Übersee gefahren werden kann.“ Plan B würde eine längere Saison in Europa mit angepassten Schauplätzen und entsprechenden Quarantänepausen vorsehen.
Einschränkungen beim Wachs
Besondere Bedeutung bekommen für Salzgeber die Gleittests, die im September über die Bühne gehen sollen. Die FIS verbietet wegen der Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit die Verwendung von fluoriertem Skiwachs. „Mit dem Verbot könnten wir ein dramatisches Problem bekommen“, sieht Salzgeber diese Einschränkung mit Sorge. „Die bisher verwendeten Modelle wurden alle mit Fluorwachs bearbeitet. Was ist, wenn wir die Ski nicht davon freibekommen? Es gibt keinen Grenzwert und auch keine Messmethode, wie man das feststellen kann“, stellt der ehemalige Rennläufer fest. „Skier im Speedbereich werden über Jahre verwendet. Wir können nicht das gesamte Skimaterial wegwerfen und neues produzieren.“