Deshalb sind Bildstein/Hussl schon fast in der Normalität angekommen

Sport / 01.07.2020 • 19:00 Uhr
Deshalb sind Bildstein/Hussl schon fast in der Normalität angekommen
Nach intensiven Trainingstagen vor der kroatischen Küste genießen Bildstein/Hussl derzeit ein paar Tage daheim. OESV

Die 49er-Olympioniken vom Jachtclub Bregenz übersiedeln an den Gardasee.

Bregenz Der erste Trainingsblock nach dreimonatiger Covid-19- Zwangspause führte den Vorarlberger Spitzen-Segler Ben-jamin Bildstein und seinen Tiroler Vorschoter David Hussl wieder dorthin, wo die Beiden hingehören – aufs Wasser mit ihrem 49er. Bereits während der Lockdown-Phase wurde alles organisiert, dass die für die Olympischen Spiele in Tokio 2021 qualifizierten Segler so schnell wie möglich ans Meer können. Der zweite Trainingsblock startet nun – aufgrund verlässlicher Starkwind-Bedingungen – am Gardasee.

Zurück am Meer

Anfang Juni konnte der Trainingsalltag wieder in das eigentliche Trainingsrevier verlegt werden, ans Meer. In Zadar fanden das Duo perfekte Bedingungen vor. Zumal die Schritte am Boot bei den herrschenden Windverhältnissen nach der langen Zwangspause noch nicht sauber genug waren. „In der dritten Einheit haben wir schon deutlich routinierter und besser reagiert und agiert“, erzählt Vorschoter David Hussl. „Im Training pusht man sich schon ordentlich ans Limit – da kann sowas schon passieren“, ergänzt Bildstein. Am Ende entschied man sich aber auch aufgrund des fehlenden Starkwinds auf einen Wechsel des Standorts, um auch einen intensiven Starkwindblock absolvieren zu können.
Knapp zehn Tage verbringen die Segler nun in der Heimat, bevor es am Freitag mit dem Segeltross an den Gardasee geht. Was für viele eher unspektakulär klingen mag, ist für einen Segler quasi die Reise ins gelobte Land. Absolut verlässliche Bedingungen, eine seit Kindheitstagen bekannte Umgebung und eine kurze Anreise machen den Gardasee zu einem der besten Segelgebiete. „Es ist ein immenser Vorteil, am Gardasee trainieren zu können. Der Wind ist so verlässlich, dass ein tägliches Starkwindtraining vormittags als auch nachmittags durchgeführt werden kann. Der Trainingsplan schreibt sich am Gardasee praktisch von allein“, schwärmt der Steuermann aus Wolfurt.

„Wir wissen derzeit leider nicht wirklich, wie die Wettkampfsaison weitergeht.“

Benjamin Bildstein, 49er-Segler

Harte Konkurrenz

Am Gardasee werden neben drei österreichischen Booten auch zwei Schweizer Teams und je ein italienisches und kroatisches dabei sein, was gute und harte Trainings ermöglicht. „Sparringpartner sind wichtig, um Starts, Manöver und Böjenrundungen perfekt trainieren zu können. Wir kennen die Teams, das erlaubt einen persönlichen Zugang und somit ein optimales Training“, ergänzt der Tiroler Hussl, der mit Boot und Hänger nur knapp drei Stunden Anreise hat.

Ungewisse Zukunft

Nachdem der 49er Tross nun vorerst nach Italien übersiedelt, ist die Wettkampfsaison nach wie vor äußerst ungewiss. Die einzige bestätige Regatta bisher im Jahr 2020 ist die Kieler Woche im September 2020. Ein weiterer Blick in die Zukunft ist nicht möglich. „Wir wissen derzeit leider nicht wirklich, wie es weitergeht“, sagt Bildstein: „Wichtig wäre auch ein längerer Trainingsaufenthalt in Japan, wo die Einreise für Europäer derzeit nicht möglich ist. Aber: Kommt Zeit, kommt hoffentlich Rat.“ MS