Knapper Sieg statt Schützenfest – überlegenes Altach schonte Tirol

Der Cashpoint SCR Altach ist auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Mit einem verdienten 1:0-Erfolg fixierte man in Innsbruck den EL-Play-off-Platz und hat es nun wieder selbst in der Hand, Rang sieben zu erklimmen.
Innsbruck Die Startminuten der Altacher sind kurzweilig, das zeigte sich auch im achten Qualigruppenspiel. Doch in Innsbruck gegen die WSG Tirol war es kein Tor, sondern ein verletzungsbedingter Ausfall. Denn nach zehn Minuten humpelte Emanuel Schreiner vom Platz. Ausgangspunkt dafür war ein Foul von Tirols Sandro Neurauter am SCRA-Verteidiger, schon nach drei Minuten. Bei einer schnellen Kombination über Gebauer und Schreiner war der Wattener dem 31-Jährigen in den rechten Fuß gegrätscht. Schreiner musste behandelt werden und wenig später war Schluss. Der eingewechselte Manuel Thurnwald übernahm seine Position als Linksverteidiger.
Letzterer war nur einer von vier Spielern, die von Alex Pastoor aus der Mannschaft rotiert wurden. Auch Jan Zwischenbrugger und Johannes Tartarotti erhielten vorerst eine Pause, Emir Karic durfte gleich das ganze Spiel über eine Auszeit nehmen. Dafür verlängerte Daniel Nussbaumer seine Torstrecke, auch wenn er am Tivoli – für seine Verhältnisse – doch lange, nämlich 19 Minuten brauchte. Nach einem Eckball von Marco Meilinger war der Stürmer per Kopf zur Stelle und Altach führte 1:0. Ein Ergebnis das das Geschehen auf dem Spielfeld nicht recht widerspiegelte, denn die Rheindörfler dominierten die Hausherren in jeder Phase. Der gegen den Abstieg kämpfende Hausherr vermochte sich nur mit Fouls zu wehren, zu überlegen war die spielerische und läuferische Dominanz der Vorarlberger. Nach 34 Minuten reagierte Tirols Chefcoach Thomas Silberberger und brachte mit Zlatko Dedic für Felix Adjei einen zweiten Stürmer. An der Überlegenheit der Altacher änderte dies vorerst nicht viel, auch wenn das Spiel der Gastgeber nunmehr etwas strukturierter wirkte. Die Pausenführung schmeichelte den Tirolern, denn Altach vergab einige Möglichkeiten und auch ein Thurnwald-Freistoß verfehlte nur knapp das Ziel.

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Tipico Bundesliga
30. Spieltag
WSG Tirol – Cashpoint SCR Altach 0:1 (0:1)
Tivoli Stadion Tirol, SR Stefan Ebner (OÖ)
Tor: 19. 0:1 Daniel Nussbaumer (Kopfball)
Gelbe Karten: 22. David Gugganig, 30. Adjei (beide WSG Tirol), 49. Dabanli, 57. Sam, 62. Anderson (alle Altach), 69. Rieder (WSG Tirol/alle Foulspiel)
WSG Tirol (4-5-1): Oswald; Nitzlnader, David Gugganig (68. Hager), Cabrera, Neurauter (76. Gölles); Santin (46. Maierhofer), Svoboda, Rieder (76. Kerber), Petsos, Adjei (34. Dedic); Yeboah
Cashpoint SCR Altach (4-1-4-1): Kobras; Anderson, Dabanli, Schmiedl, Schreiner (10. Thurnwald); Oum Gouet (46. Zwischenbrugger); Sam (63. Tartarotti), Meilinger (81. Maak), Fischer, Gebauer; Daniel Nussbaumer (63. Villalba)
Zwei Wechsel zur Pause
Die Halbzeit nutzten beide Trainer für weitere Wechsel. Während bei Altach Jan Zwischenbrugger für den etwas angeschlagenen Samuel Oum Gouet ins Spiel kam, schickten die Hausherren Routinier Stefan Maierhofer auf das Feld. Nicht einmal zwei Minuten nach Wiederanpfiff stahl jedoch erneut Nussbaumer allen die Show. Nach einer Traumkombination über Fischer und Meilinger war der SCRA-Stürmer plötzlich allein, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze strich knapp am Tor vorbei. Wie auch der Versuch von Manfred Fischer (50.)., der nach einer flüssigen Kombination über links knapp vorbeischoss oder der Abschluss von Marco Meilinger, der einen 20-m-Schuss knapp über das Tor (52.) setzte. Viele Chancen wurden also ausgelassen, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. So aber sorgte Tirol fortan vor allem bei Standards für mehr Gefahr. Deshalb reagierte Coach Pastoor nach etwas mehr als einer Stunde, aber wohl auch aufgrund der Hitze, denn mehr als 30 Grad, bis tief in die zweite Halbzeit hinein, verlangten den Akteuren beider Teams viel ab. Mit einem Doppeltausch Tartarotti/Villalba für Sam/Nussbaumer sollte deshalb auch der Kräftehaushalt geschont werden. Doch plötzlich Glück für Altach, denn der Ball krachte an das Lattenkreuz (69.). Der “Major”, Stefan Maierhofer, hatte aus gut 20 Metern Maß genommen und einfach draufgehalten.

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Es blieb also spannend bis zum Schluss, aufgrund des knappen Ergebnisses. Auch weil Tirols Kelvin Yeboah nach einem Eckball mit seinem Schuss an der Torumrandung scheiterte (84.). Doch auf dem Feld hatte Altach ansonsten alles im Griff, allein in Sachen Tore schonte man den Gegner zu lange. Und dieser wehrte sich, weil sich auch die Abstiegsgefahr für die Tiroler aufgrund der Ergebnisse im Parallelspiel minütlich erhöhte. Doch Altach brachte den Sieg über die Zeit und hat es nun wieder selbst in der Hand, Platz sieben zu fixieren.