Altach und die fehlende Effektivität

Sport / 24.06.2020 • 19:35 Uhr
Altach und die fehlende Effektivität
Altachs Christian Gebauer (im Bild links gegen Patrick Salomon) verlässt nach drei Saisonen die Rheindörfler. In bislang 111 Spielen gelangen ihm 15 Treffer. GEPA

Planungen für die kommende Saison laufen. Christian Gebauer könnte in Wolfsberg landen.

Altach Der Blick trügt nicht, der Cashpoint SCR Altach gehört im Jahre 2020 zu den stabilsten Mannschaften in der österreichischen Bundesliga. Gerade eines von elf Spielen haben die Schützlinge von Cheftrainer Alex Pastoor verloren. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit, denn nur drei Spiele wurden gewonnen, gleich sieben endeten Remis und fünf davon 1:1, wie auch am Dienstag gegen Mattersburg. „Wir belohnen uns nicht für die Arbeit“, bringt es Sportchef Christian Möckel nüchtern betrachtet auf den Punkt. Zumeist mehr als 60 Prozent Ballbesitz, eine hohe Passquote, doch in Sachen Effektivität gibt es noch viel Luft nach oben, wie Pastoor stets zu sagen pflegt.

tipico bundesliga

Der Vergleich

Cashpoint SCR AltachSV Mattersburg

16 Schüsse gesamt 4

 3 Schüsse auf das Tor 2

66,7 % Ballbesitz 33,3 %

 4 Eckbälle 3

17 Flanken 14

56,7 % Zweikampfquote 43,3 %

 3 Abseits 4

79,7 % Passquote 59,9 %

13 Fouls 22


Das belegen auch die aktuellen Ligazahlen, wenn von Mergim Berisha, der im Winter nach Salzburg zurückgekehrt ist, noch immer Platz eins in der vereinsinternen Torschützenliste, in der Vorlagenbilanz, ex aequo mit Gebauer und Sam, und in der Scorerstatistik belegt wird. Gerade die fehlende Effektivität wurde von Pastoor auch nach dem Spiel gegen Mattersburg angesprochen. Der Niederländer vermisst derzeit die „Disziplin über 90 Minuten“. Dies sei der nächste Schritt, den die Mannschaft machen müsse. Vieles, so der 53-Jährige, würde schon sehr gut klappen, aber eben zuweilen die Spannung nachlassen. Es müsse, so Pastoor, bei einer Überlegenheit wie gegen Mattersburgs möglich sein, den „Gegner mal kaputt zu spielen“.

Trainerstab verlängert

Hinsichtlich der Planungen für die kommende Saison steht nun fest, dass die Verträge mit dem gesamten Trainerstab verlängert werden konnten. So gehen Martin Bernhard (48), Jonas Hammerschmidt (27), Sebastian Brandner (37) und Louis Ngwat-Mahop (32) mit Chef Pastoor in die nächste Saison. Auch ein Nachfolger für Athletiktrainer Martin Hämmerle, der nach der Saison wieder vollzeit im Olympiazentrum beschäftigt sein wird, ist bereits gefunden. Hinsichtlich der Kaderveränderungen ist noch etwas Geduld gefragt. Allein der Abgang von Christian Gebauer nach drei Saisonen ist fix, zumal der 26-jährige Offensivspieler ein Angebot des Klubs abgelehnt hat. Der Tiroler soll bei Ligakonkurrent Wolfsberg ganz oben auf der Wunschliste stehen, allerdings darf auch mit einem Wechsel ins Ausland spekuliert werden. Ein vorzeitiger Abgang könnte sich auch bei Florian Jamnig abzeichnen, zumal der Tiroler in diesem Jahr erst einmal im Kader aufschien. Zwar besitzt der 29-Jährige noch einen Vertrag bis 2022, doch beim FC Wacker Innsbruck soll das Interesse groß sein, den Mittelfeldspieler zurückzuholen. Als möglicher Ersatz gilt Marcel Canadi, dessen Verpflichtung schon im Winter kurzfristig ein Thema war. Der 22-Jährige, Sohn von Ex-Altach-Trainer Damir Canadi, ist bis Saisonende noch an Amstetten gebunden.
Weitere Komponenten in der Altacher Kaderplanung sind Spieler wie Matthias Maak (28), Frantz Pangop (27) oder Aljaz Casar (19), deren Verträge bis 2021 laufen, die aber kaum Spielminuten erhalten. Bei Sidney Sam (32) hoffen viele Fans auf einen Verbleib, wobei Möckel die Chancen dafür derzeit bei 50:50 einstuft. „Wir wissen, was wir an ihm haben und er weiß, was er an Altach hat“, sagt der Sportchef.