Fußball-Legionärin Sabrina Horvat muss weiter zittern

Sport / 21.06.2020 • 18:00 Uhr
Fußball-Legionärin Sabrina Horvat muss weiter zittern
Jetzt müssen Horvat und Co. auf ein Fußballwunder hoffen. SCHRECKENBERGER

Nach der Niederlage gegen Leverkusen droht Sabrina Horvat mit dem 1. FC Köln der Abstieg aus der deutschen Frauen-Bundesliga.

Köln Das Derby zwischen Leverkusen und Köln in der Frauen-Bundesliga war gleich ein Nachbarschaftsduell in zweifacher Hinsicht. Nicht nur in der Tabelle liegen die beiden Teams nah beieinander, sondern auch auf der Landkarte sind beide Städte lediglich durch den Rhein getrennt. Und speziell war dieses Auswärtsderby auch deshalb, weil es eigentlich in Köln ausgetragen wurde. Denn das Leverkusner Jugendfußballzentrum Kurtekotten liegt auf dem Kölner Stadtgebiet. Für die Kölnerinnen ging es um sehr viel, mit einem Sieg hätten sie sich eine gute Ausgangslage für das letzte Spiel am kommenden Sonntag schaffen können.

Doch es war das Heimteam, das zu Beginn den Ton angegeben hat. Köln kam nicht wirklich in die Partie und musste bereits nach 20 Minuten einem 0:2-Rückstand nachlaufen. Ivana Rudelic traf zunächst nach idealem Pass an die Strafraumgrenze neben den linken Pfosten zur Führung – und nur kurze Zeit später nahm sie eine Flanke von der rechten Seite per Volley ab und doppelte gleich nach. Köln kam erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit gefährlich vor das gegnerische Tor. Zunächst war es ein Freistoßversuch von der Mittellinie, der gut auf das Leverkusner Gehäuse kam, dann war es Eunice Beckmann die in der Nachspielzeit vom Strafraumeck den Anschlusstreffer erzielte. Und bevor es zum Pausentee ging, hätte Köln beinahe noch den Ausgleich erzielt. Ein Freistoß ging knapp am langen Pfosten vorbei ins Toraus.

Nach Wiederbeginn waren es aber wieder die Leverkusnerinnen, die besser ins Spiel kamen. Und nach einem eigentlichen Stangelpassversuch waren es die Kölnerinnen selbst, die den Ball für das Heimteam über die Linie bugsierten. Köln hatte Mühe in der Defensive, verursachte einige unnötige Ballverluste an der Strafraumgrenze und brachte sich damit selbst in Bedrouille. Sie hatten aber das Glück, das Leverkusen diese Einladungen nur selten annahm und sie damit direkt bestraften. In der Offensive war bei Köln bis auf die wenigen Minuten vor dem Pausenpfiff nur wenig zu sehen. Zu oft waren die Stürmerinnen auf verlorenem Posten und die letzten Pässe in die Gefahrenzone fanden keine Abnehmer. Erst Offensivkraft Amber Barrett gelang in der 78. Minute ein gefährlicher Abschluss, doch auch dieser Versuch ging einen Meter am Tor vorbei.

Damit verpasste es Köln, sich in eine komfortable Ausgangsposition für den letzten Spieltag am kommenden Sonntag zu spielen und sie haben den Klassenerhalt nicht mehr selbst in der Hand. Sie müssen darauf hoffen, dass Schlusslicht Jena dem MSV Duisburg Punkte abnimmt und gleichzeitig muss Köln gegen Sand einen Sieg einfahren. Für Leverkusen steht nach dem Sieg gegen Köln der Klassenerhalt praktisch fest, das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz ist aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses nur mehr theoretischer Natur.

Ehrliche Worte nach dem Spiel gab es von der Höchsterin Sabrina Horvat, die auch noch bei der Dopingkontrolle antraben musste: „Alles in allem war Leverkusen heute einfach das bessere Team. Wir merken, dass uns in diesem Drei-Tages-Rhythmus langsam die Energie ausgeht. So kurz nach dem Spiel ist es mega schade, da wir heute die große Chance auf die Fixierung des Klassenerhalts hatten. Nun müssen wir hoffen, dass wir es nächste Woche noch auf die positive Seite wenden können.“ HFL