Das ist der Weltmeistertipp von Christian Klien für die Formel 1 2020

Auf den 37-Jährigen wartet ein intensives Rennhalbjahr. Der Hohenemser hilft mit seiner Motorsport- und Rennerfahrung und ist heiß auf erste Rennrunden.
Schwarzach Für Christian Klien hat vor einer Woche eine Zeit mit vielen Wanderungen ein Ende gefunden. Der 37-jährige ehemalige Formel-1-Pilot ist auf die Rennstrecke zurückgekehrt. Gestärkt durch viel Einzeltraining während der Lockdownphase und mit dem noch immer vorhandenen Gefühl für ein Cockpit. Am Nürburgring wurden die im März abgebrochenen Testfahrten für die im August beginnende GT-Open-Serie fortgesetzt. Zusammen mit Teambesitzer Patryk Krupinsky wurden einige Runden im Mercedes-AMG GT3 absolviert.
Gemeinsam mit Günter Aberer
Für Klien ist das Engagement mit dem polnischen EXP Racing Team eine neue Erfahrung. „Wir fahren die PRO-AM-Sprintserie. Das heißt, ein Profi und ein Amateur sitzen in einem Auto. So gesehen kann ich meine Erfahrung als Fahrer weitergeben.“ Der Vorarlberger attestiert dem Teambesitzer und zweiten Piloten Patryk Krupinsky (31) ein gutes Handling. Gemeinsam strebt man für das nächste Jahr die GT-World-Challenge-Serie an. Dementsprechend will man die inzwischen kurze Saison nutzen. Gleichzeitig hat Klien viel Motorsport-Know-how einbringen können, um das Team zu formen. „Dank meiner Kontakte haben wir diesbezüglich rasch reagieren können.“ So hat er den ebenfalls in Hohenems geborenen Günter Aberer dafür gewinnen können. Der 57-jährige Vorarlberger ist seit längerer Zeit in Köln ansässig und war in den vergangenen Jahren als Teammanager von HTP-Motorsport in verschiedenen Rennserie aktiv. In Köln wurde jetzt das Headquarter für das Team eingerichtet.

„Für uns alle, Günter Aberer, die Ingenieure und Mechaniker ist die Herausforderung groß.“
Christian Klien, Motorsportler
Die ersten Tests für das neue Duo Klien/Krupinsky in Barcelona sind jedenfalls gut verlaufen. Deshalb ist für Klien das Ziel „GT Open“ eine perfekte Bühne. „Wir sind im Kunden-Rennsportbereich unterwegs“, bringt es Klien auf den Punkt. Deshalb würde diese Rennserie auch so gut funktionieren, ob in Europa oder auch weltweit. Der 49-fache Formel-1-Grand-Prix-Pilot wirkt jedenfalls überaus motiviert, die Herausforderung zu bewältigen. Immerhin wurde man in den Planungen für die Saison durch die Coronavirus-Pandemie nicht allzu sehr gebremst. „Es mag vielleicht etwas komisch klingen, aber für uns als neues Team ist die Pause gar nicht so ungelegen gekommen. So haben wir im Hintergrund einige wichtige Dinge erledigen können. Ich denke, dass wir gut vorbereitet sind.“ Immerhin wartet starke Markenkonkurrenz: BMW, Jaguar, Bentley, insgesamt 16 verschiedene Autotypen stehen am Start.

Der Startschuss für die Sprintserie wird im August in der ungarischen Hauptstadt Budapest erfolgen. Die weiteren Rennen in einem sehr intensiven Herbst sind in Frankreich (Circuit Paul Ricard), in Italien (Monza), in Österreich (Red Bull Ring), Barcelona und in Belgien (Spa) geplant. Damit aber nicht genug. Klien plant mit Krupinsky auch längere Rennen. So habe man laut dem Vorarlberger auch das Sechsstunden-Rennen am Nürburgring im Visier, wie auch die 12 Stunden von Abu Dhabi. Zusammen mit Aberer, mit dem ihm eine langjährige Freundschaft verbindet, wolle man auch dessen jahrelange Zusammenarbeit mit Mercedes-AMG für die Aufbauarbeit nutzen.
