Handball-Präsident Füssinger mit Kritik an der Regierung

Sport / 08.06.2020 • 20:30 Uhr
Handball-Präsident Füssinger mit Kritik an der Regierung
Auf prickelnde Derbys zwischen Hard und Bregenz, im Bild Marko Coric (links) und Boris Zivkovic müssen die Fans noch etwas warten. GEPA

Vorarlbergs Verbandspräsident Hansjörg Füssinger fordert Planungssicherheit und erhofft sich diesbezüglich mehr Unterstützung.

Schwarzach Der Fußball rollt in den österreichischen Profiligen bereits wieder, die Formel 1 plant die Rennen in Spielberg. Der Handballsport hängt als Folge der Corona-Pandemie aber immer noch in der Luft. „Die Topklubs haben keine Planungssicherheit“, moniert Vorarlbergs Verbandspräsident Hansjörg Füssinger. Seit Mitte März ruht der Spielbetrieb, am 1. April erfolgte der definitive Meisterschaftsabbruch. Wann und unter welchen Rahmenbedingungen der Auftakt zur Saison 2020/21 erfolgen kann, steht in den Sternen.

Große finanzielle Einbußen

Der 59-jährige Ex-Nationalteamspieler führt an, „dass Verträge unter diesen Umständen nicht verlängert oder neu abgeschlossen werden. Die finanziellen Einbußen infolge des Meisterschaftsabbruchs sind groß. Aber auch im Bereich des Breitensports sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie fatal.“ Seit 29. Mai könne zwar wieder in Kleingruppen und mit einem Zwei-Meter-Abstand in der Halle geübt werden, an ein handballspezifisches Training sei jedoch infolge der Bestimmungen nicht zu denken.

Die Bundesregierung wäre säumig, schreibt der VHV-Präsident in einer Aussendung. „Weder gibt es die bereits vor Monaten angekündigten finanziellen Entschädigungen noch einen Fahrplan für die kommenden Monate.“ Mit 1433 Mitgliedern, davon 1134 Kinder und Jugendliche, ist der Vorarlberger Verband der zweitgrößte Landesverband in Österreich. Mit dem Alpla HC Hard und Bregenz Handball spielen zwei Ländle-Vereine seit Jahrzehnten äußerst erfolgreich in der höchsten Liga und eroberten zusammen 15 Meistertitel. Auch in der Women Handball Austria gibt es mit dem SSV Dornbirn Schoren und dem HC Feldkirch zwei langjähriger Vertreter aus dem Land.

Nachwuchs droht wegzubrechen

„Nicht nur für den Spitzensport-Bereich brauchen wir rasch eine Perspektive“, sagt Füssinger. „Sollte sich nicht bald etwas an der momentanen Situation ändern, droht ein Großteil des Nachwuchs-Bereichs wegzubrechen. Die politisch Verantwortlichen müssen jetzt rasch handeln.“ KO