Slalom-Ass Christian Hirschbühl gibt wieder richtig Gas

Sport / 29.05.2020 • 18:00 Uhr
Slalom-Ass Christian Hirschbühl gibt wieder richtig Gas
Schon wieder sehr gut unterwegs: Christian Hirschbühl. GEPA

Auf dem Gletscher in Sölden verspürt das Vorarlberger Slalom-Ass nach seiner Verletzungspause wieder so richtig Lust am Skifahren.

Sölden Österreichs Herren-Slalom-Cheftrainer Marko Pfeifer hat seine Athleten zum Training auf dem Rettenbachferner ob Sölden versammelt. “Da kommt Freude auf, tiefster Winter, blauer Himmel, super Piste hier, Tag für Tag”, sagte der Kärntner zu den Traumbedingungen. Freitag stand in der Früh erst einmal Abfahrtstraining auf dem Programm, ehe es für Marco Schwarz und Co. auf die kurzen Ski ging.

“Wir haben in letzter Zeit sehr viel an den langen Kurven gearbeitet. Vom technischen Ablauf ist der Slalomschwung auch abhängig von einem guten Riesentorlaufschwung oder Speedschwung”, erklärte Pfeifer. Dazu komme, dass Schwarz ja auch die Kombination bestreitet und man diesen Weitblick auch bei den Jungen haben müsse. Zu Schwarz, Michael Matt, Manuel Feller und Christian Hirschbühl stießen die Talente Adrian Pertl und Fabio Gstrein neu ins Team, ebenso wie Trainer Martin Kroisleitner. “Wir sind top aufgestellt in der Gruppe, alle fiebern mit. Wenn alle fit bleiben, macht es richtig Spaß. Hoffen wir, dass es eine erfolgreiche Saison wird.”

Endlich wieder beim Team

Groß war die Freude beim seit gut einem Monat 30-jährigen Christian Hirschbühl über die Rückkehr auf Schnee und endlich wieder Training mit dem Team. “Die Bedingungen in Sölden sind für diese Jahreszeit einfach sensationell”, meinte das heimische Ass, der nach seiner Verletzung Anfang des Jahres für einige Zeit allein hatte trainieren müssen. So gesehen war die Coronavirus-Pause gar nicht so schlimm für den Vorarlberger.

Diese Trainingstage – auch mit den Speedeinlagen – seien sehr wichtig, erklärte Pfeifer, weil man im Riesentorlauf Aufholbedarf habe, mit diesen Umfängen könne man einen Schritt nach vorne machen. Feller wird erst ins Schneetraining einsteigen, er arbeitet derzeit noch im konditionellen Bereich. “Wichtig ist, dass er vor der Sommerpause noch Schneetage bekommt, um technische Sachen zu stabilisieren und festigen.”

Gut präsentiert sich Schwarz, und da weiß Trainer Pfeifer auch, wo es hinsoll. “Man schielt nach vorne, man schielt auf was Großes, der Gesamtweltcup sollte mal ein Thema sein, deshalb trainiert man sehr viel mit ihm in allen Disziplinen, Slalom, Riesentorlauf, Speed. Er ist körperlich wieder vollkommen hergestellt und braucht viele Schneetage. Wir sind so weit zufrieden.”

Schwarz, dreifacher WM-Medaillengewinner von Aare 2019, erklärte, dass für ihn jeder Speedkilometer sehr wichtig sei. “Da ich ja die Kombi fahre und vielleicht auch das eine oder andere Speedevent”, schließt er sogar Starts in Spezialrennen nicht aus. Mit dem anschließenden Stangentraining am Freitag simulierte er auch gleich eine Kombi an einem Tag. “Wir sind frühzeitig aus der Saison gerissen worden, haben Anfang März schon aufhören müssen, jetzt ist natürlich jeder Tag Gold wert”, sprach er den Saisonabbruch wegen der Coronapandemie zwei Stationen vor Schluss an. “Körperlich geht es mir sehr gut, es passt alles.”

Die nächste Saison sei schon sehr präsent. “Man arbeitet darauf hin, technische Fehler muss man jetzt ausmerzen, damit man im Herbst gescheit Gas geben kann.” Er gehe davon aus, dass hoffentlich alles planmäßig stattfinden werde. “Wenn es Änderungen gibt, muss man das eh spontan hinnehmen.”

Matt hat nach viel Riesentorlauf- und Super-G-Training auch die Kombination wieder ins Auge gefasst. Er seit topfit, habe die Zeit ab Mitte März genutzt, um einmal ein paar Wochen nichts zu tun, danach folgte ein Kondiblock, ehe es auf die Ski ging. Auf der Skitechnik liegt der Fokus. “Im Slalom geht es darum, dass man alle Schwünge gleich gut hinbekommt, nicht einer super und einer ein bisschen geschummelt. Es ist schon viel weitergegangen.” Es sei ein Wahnsinn, dass man die Möglichkeit habe, so exklusiv zu trainieren, so mache es richtig Spaß.

Das Saisonziel des Tirolers steht bereits fest: “Eine Silbermedaille haben wir schon, also gibt es nur ein Ziel. Aber egal ob Olympia- oder WM-Saison, ich bereite mich immer gleich gewissenhaft vor. Ich glaube, es wird eine gute Saison. Du siehst bei dem Aufbau jetzt, dass was weitergeht.” Aber noch wisse keiner so genau, was kommen werde und wie im Herbst das Training ablaufen werde. Bekanntlich möchte Cortina d’Ampezzo die vom 8. bis 21. Februar 2021 geplante Weltmeisterschaft wegen der noch unsicheren Coronasituation um ein Jahr auf März 2022 und damit die Zeit nach den Olympischen Winterspielen in Peking verschieben. Die FIS will die Situation bis 1. Juli evaluieren.