Oswald mit einer Reise in die Vergangenheit

Restart von Doppelspezialist Philipp Oswald bei Austrian Pro Series.
Maria Enzersdorf Zurück zu den Wurzeln heißt es heute für Vorarlbergs Tennis-Ass Philipp Oswald. Der 34-jährige gebürtige Feldkircher gibt bei den Austrian Pro Series sein wettkampfmäßiges Comeback. Dies gleich in zweifacher Hinsicht: Einmal wird Vorarlbergs einziger Top-50-Spieler in der Weltrangliste nach der über dreimonatigen Coronazwangspause sein erstes Bewerbspiel absolvieren und gleichzeitig nach fünfjähriger Unterbrechung wieder eine Einzelpartie bestreiten. Auftaktgegner von Oswald ist Sebastian Ofner (ATP-Nr. 163), weitere Gruppengegner sind Moritz Thiem und Maximilian Neuchrist. „Abgesehen von einer Partie im Jänner 2019 in Auckland habe ich im Mai 2015 letztmals beim Sandplatzturnier in Genf auf ATP-Ebene eine Einzelpartie bestritten. Ich bin schon richtig gespannt, wie es laufen wird. Erklärtes Ziel ist es, in die zweite Turnierphase aufzusteigen. Notwendig dafür ist ein Top-3-Platz in der Vierergruppe“, erklärt Oswald.
„Ich werde alles geben und versuchen, meine Haut so teuer wie möglich zu verkaufen.“
Philipp Oswald, Tennisprofi
Der großgewachsene Oswald, seit über acht Saisonen in den Top-100 der ATP-Doppelrangliste und aktuell auf Position 40 gereiht, blickt seiner Reise in die Vergangenheit mit Respekt, aber auch mit einer Portion Optimismus entgegen: „Ich habe ich den letzten Wochen bei den Trainings schon ganz deutlich den Unterschied zwischen Einzel und Doppel zu spüren bekommen. Es bedarf einer ganz anderen Taktik und ist eine große Umstellung für mich. Ein wesentlicher Faktor wird sein, wie schnell ich einen Rhythmus finde. Ich bin der einzige Doppelspezialist im Starterfeld. Trotzdem werde ich alles geben und versuchen, meine Haut so teuer wie möglich zu verkaufen.“
Familie drückt die Daumen
Oswald, der von Gattin Linda und Sohn Leopold Arthur begleitet wird, macht vom Abschneiden bei den Austrian Pro Series abhängig, ob er eventuell Ende Juli bei der Staatsmeisterschaft in Oberpullendorf (B) an den Start geht. „Da ich kein Singleranking habe, und die Chancen auf eine Wild Card eher von geringerer Natur sind, müsste ich sicher in die Qualifikation. Doch vielleicht ist das gar kein großer Nachteil, den jedes Bewerbspiel ist besser als eine Trainingspartie.“
Da weltweit der Turnierbetrieb bis Anfang August gestoppt wurde, hat sich Oswald auch gedanklich mit dem Verlauf der weiteren Saison auseinandergesetzt: „Ich habe unlängst mit meinem Doppelpartner Marcus Daniell telefoniert. Der Neuseeländer lebt in New York, wir haben das Prozedere besprochen, sollten die US Open Ende August ausgetragen werden. Doch bis darüber eine Entscheidung gefallen ist, konzentriere ich mich auf die aktuellen Aufgaben und freue mich primär über die Rückkehr ins Turniergeschehen.“ VN-jd

