Das Ländle-Duo, das mit den Wellen “reitet”

Sport / 27.05.2020 • 11:00 Uhr
Das Ländle-Duo, das mit den Wellen "reitet"
Vor Split in ihrem Element: David Bargehr und Lukas Mähr. @OESV/ARAPOV

Die beiden Vorarlberger Segler und Olympia-Aspiranten Lukas Mähr und David Bargehr haben das Revier gewechselt. Das 470er-Duo trainiert nach drei Wochen am Neusiedler See nun in Kroatien vor Split und “genießt” die Wellen und den Super-Wind.

Split Nach der Wiederaufnahme des Wassertrainings Anfang Mai in Neusiedl am See sind David Bargehr und Lukas Mähr seit Anfang dieser Woche zurück in der Welle. Die WM-Dritten von 2017 haben ihre Zelte nach weiteren Lockerungen im kroatischen Split aufgeschlagen.

„Die Anreise war völlig unkompliziert, wir hatten kaum Verkehr, waren nahezu alleine auf der Straße unterwegs. Split ist wie ausgestorben, die Stadt lebt wie die gesamte Adriaküste vom Tourismus. Es gibt in Kroatien nur sehr wenige Corona-Fälle, in der aktuellen Situation gibt es keine bessere Option, als hier zu trainieren“, sind sich die Olympiasegler einig. Und: “Das Meer ist einfach etwas anderes, schon der erste Tag war gewaltig”, resümierte Lukas Mähr. Beide sind mit einer Arbeitsbestätigung des Segelverbandes ausgestattet, müssen sich, um an Bord keine Maske tragen zu müssen, aber alle zwei Wochen einem Covid19-Test unterziehen.

Unter der Regie von Verbandstrainer Mate Arapov misst sich das Ländle-Duo aktuell mit dem zweiten OeSV-470er-Team Nikolaus Kampelmühler und Thomas Czajka. „Wir alle sind extrem froh, wieder mit Mate arbeiten zu können, er ist hier zu Hause, wir habe dadurch infrastrukturelle Vorteile und Split deshalb auch in der Vergangenheit als Trainingsstützpunkt auserkoren“, frohlockt Vorschoter Lukas Mähr und ergänzt: „Wir haben die letzten Wochen am windsicheren Neusiedlersee sehr gut gearbeitet, aber hier am Meer ist es schon noch ein Stück weit besser. Du kannst auf einem See weder die Welle noch das Strömungssegeln simulieren, umso dankbarer sind wir für die Möglichkeit, wieder hier segeln zu können.“

Medaillenjagd mit Herbst 2020 datiert

Während das Datum und die Location für die finale Olympiaqualifikationsregatta der 470er weiterhin in den Sternen stehen, wurden die Termine für die Welt- und Europameisterschaft mittlerweile von der internationalen Klassenvereinigung bestätigt. Die Europameisterschaft soll von 12.-19. September 2020 im französischen Hyeres über die Bühne gehen, die Weltmeisterschaft Anfang Oktober 2020 vor Palma gesegelt werden. „Es gibt noch einige Fragezeichen, kein Mensch weiß, ob die Termine wirklich halten, aber es sind zumindest Anhaltspunkte, auf die wir unsere Pläne ausrichten können“, so Steuermann David Bargehr, der wie der Rest der heimischen Olympia-Asse regelmäßig zurück nach Österreich fährt, um sich testen zu lassen. „Der Verband arbeitet seit Beginn der Krise sehr eng mit den Behörden zusammen. Wir hatten und haben präzise Pläne, an die wir uns penibel halten. Es ist großartig, dass wir wieder am Meer trainieren können, wir sind voller Energie und hungrig auf Seemeilen. Die Intensität der bisherigen Einheiten ist entsprechend groß.“