Vorarlbergs Radprofis starten beim Race Around Austria

Sport / 23.05.2020 • 08:00 Uhr
Vorarlbergs Radprofis starten beim Race Around Austria

Radteam Vorarlberg Santic nimmt bei der etwas anderen Österreich-Radrundfahrt teil.

Rankweil Der erklärte Saisonhöhepunkt, die vom 27. Juni bis 3. Juli geplante 72. Österreich-Radrundfahrt 2020, ist der Coronakrise zum Opfer gefallen. Nach der knapp zehnwöchigen Rennpause zeichnet sich nun aber ein Lichtstreifen am Horizont in der heimischen Radsportszene ab, wie Thomas Kofler, Manager des Radteams Vorarlberg Santic bestätigt: „Die letzten Wochen und Monate haben uns die Grenzen aufgezeigt. Im Prinzip blieb im Radsport durch die Streichung der Rennen kein Stein auf dem anderen.“ Anstelle der abgesagten Rennen gab es zahlreiche virtuelle Wettbewerbe und die Branche wurde zur Innovation gezwungen. „Wir mussten unsere komplette Saisonplanung ändern. Das war auf der extreme Herausforderung und jeder war gezwungen, Neues zu erfinden, um den Fortbestand zu sichern“, so Kofler. „Virtuelle Radrennen sind definitiv im Kommen und es wird vielleicht gar nicht mehr so lange dauern, bis eine virtuelle Rennserie Teil des offiziellen Kalenders wird. Aber es kann nur eine Ergänzung sein. Jeder Radsportler sehnt sich danach, Rennen in der ursprünglichen Form zu bestreiten und Rad-an-Rad zu fahren.“

Virtuelle Radrennen sind definitiv im Kommen und es wird vielleicht gar nicht mehr so lange dauern, bis eine virtuelle Rennserie Teil des offiziellen Kalenders wird. Aber es kann nur eine Ergänzung sein.

Thomas Kofler, Vorarlberg Santic

Freude im Training spürbar

Nach der Lockerung des Lockdowns gehören die monotonen Trainingseinheiten auf dem Hometrainern zumindest wieder der Vergangenheit an und es kann endlich darf wieder auf der Straße und den Bergen trainiert werden. „Alleine dieser Umstand hat bei allen Beteiligten dafür gesorgt, dass wieder deutlich mehr Freude an der täglichen Trainingsarbeit spürbar ist“, so Kofler.
Trotzdem versucht der Langzeitfunktionär, die verständliche Euphorie bei seinen 17 Fahrern und dem Betreuerstab im Rahmen zu halten: „Wir werden die Sache weiterhin sehr ernst nehmen, keinerlei Risiken eingehen und die klaren und verantwortungsbewussten Vorgaben der Regierung rigoros befolgen.“
Um wieder in die Gänge zu kommen, hat man bei Vorarlbergs einzigem Radteam auf überregionaler Ebene eine ganz besonderes Projekt ins Auge gefasst. Man will erstmals am Race Around Austria teilnehmen. „Not macht bekanntlich erfinderisch. Von Seiten des Weltverbands UCI wurde zwar in Aussicht gestellt, dass es ab 1. August zu einem Restart kommen soll. Doch der wegen der Pandemie angepasste Radsport-Kalender steht aufgrund der unvorhersehbar Corona-Entwicklung auf extrem wackligen Füßen. Deshalb haben wir zusätzliche Möglichkeiten gesucht, und mit der Teilnahme am RAA 2020 gefunden. Unsere Fahrer sind von der Idee begeistert und richtiggehend heiß darauf, daran teilzunehmen“, erklärt Kofler. Geplant ist, dass je zwei Berg- und Zeitfahrspezialisten der Ländle-Equipe im 4er-Teambewerb am RAA 2020 teilnehmen.

Rennen für das Radpublikum

Parallel dazu arbeitet Kofler intensiv daran, dass das am 1. Mai in der Region Nenzing geplante Rennen der Rad-Bundesliga in einer abgeänderten Version nachgeholt werden kann. „Noch ist nicht sicher, ob es überhaupt möglich ist. Geplant ist aber, dass Ende September in Vorarlberg ein Bewerb in Form eines Einzel-, Paar- oder Mannschaftszeitfahrens ausgetragen wird. Ziel ist es, unter Einhaltung aller Verhaltsregeln, dem treuen Radpublikum im Ländle auch heuer etwas zu bieten und gleichzeitig Werbung in eigener Sache zu betreiben. Wir werden alles tun, damit wir die Krise mit zwei blauen Augen überstehen“, betonte der Teamgründer kämpferisch.