Deshalb wäre ein Hattrick eine “coole Sache“

Sport / 19.05.2020 • 21:00 Uhr
Deshalb wäre ein Hattrick eine "coole Sache“
Hoch hinaus ist die Devise von SBX-Weltcupsieger Alessandro „Izzi“ Hämmerle. Für den Fotografen tat dies der 26-Jährige symbolhaft mit der Zimbaspitze im Hintergrund. GEPA

Alessandro Hämmerle ist neben Markus Schairer und Lukas Mathies einer von drei Snowboard-Weltcupsiegern aus dem Montafon. Er hat große Ziele.

Gaschurn Der 13. März 2020 wird für Alessandro Hämmerle in doppelter Hinsicht unvergessen bleiben. Während in Österreich der Lockdown eingeleitet wurde, lieferte sich der 26-Jährige im SBX-Kurs von Veysonnaz körperbetonte Duelle und durfte sich am Ende über die Titelverteidigung im Snowboardcross-Gesamtweltcup freuen. Der Montafoner ist damit erst der sechste Fahrer, der sich seit dem Erfolg von Markus Schairer (2008/09) in die Siegerliste eintragen konnte. Als nunmehriger Doppelsieger jagt er den Franzosen Paul Vaultier, der zuvor drei Siege in Folge einfahren konnte. „Es wäre schon eine coole Sache“, sprudelt es aus „Izzi“ Hämmerle heraus, wenn er auf einen Hattrick angesprochen wird. Seine Trainingsplanung läuft jedenfalls darauf hinaus. Viermal die Woche arbeitet er derzeit hart im Olympiazentrum. Seit dieser Woche dürfen die Athleten auch die Anlage auf der Birkenwiese benutzen. „Das erleichtert vor allem die Sprungübungen sehr“, freut er sich über die Outdoor-Einheiten.

„Meine Eltern freuen sich, dass sie bald wieder ihre Hotel-Pension öffnen dürfen.“

Alessandro Hämmerle, SBX Weltcupsieger 2019/20 und 2018/19

Schon nächste Woche soll es dann erstmals seit dem Weltcupende wieder auf Schnee gehen. Doch vor der Anreise ins Kaunertal sind für ihn und für das SBX-Team noch die obligatorischen Covid19-Testungen zu machen. Die zwei Tage am Gletscher will der Titelverteidiger vor allem für Tests nutzen. So wird er neue Boards im Gepäck haben. „Zwei Prototypen“, erzählt Hämmerle. „Vor allem für die leichteren Kurse mit vielen Gleitpassagen haben wir uns was einfallen lassen. Außerdem sind die neuen Schuhe dabei.“ Während er bindungstechnisch auf seinem Apex-Board weiter auf Union vertraut, hat er einen Schuhwechsel vollzogen, von Ride zu Burton.

Viele Gedanken

Die Coronazeit hat auch beim sympathischen Vorarlberger Spuren hinterlassen. „Einige Kollegen sind in Kurzarbeit und fürchten um ihre Jobs“, erzählt der Wintersportler. Auch seine Eltern, die ihre Hotel-Pension schließen mussten, freuen sich, wieder öffnen zu dürfen. Er selbst nutzte die Zeit auch für sein Studium Business MBA, wo ihm nun noch die Abschlussarbeit fehlt. Das Thema „Wirtschaft und Sport“ interessiert ihn und kann er sich in späterer Zeit auch jobmäßig vorstellen. Derzeit aber heißt es trainieren und die Berge im Montafon genießen, denn auf seinen geplanten Urlaub (Sri Lanka und Atlantikküste) muss der leidenschaftliche Surfer und Wellenreiter in diesem Jahr aufgrund der Reisebeschränkungen verzichten.