Deshalb plant Golferin Chantal Düringer einen Neustart

Sport / 19.05.2020 • 12:00 Uhr
Deshalb plant Golferin Chantal Düringer einen Neustart
Abschlag in Rankweil: Auf der Anlage des GC Montfort Rankweil findet Chantal Düringer beste Trainingsverhältnisse vor. STEURER

Golfspielerin aus Bregenz nimmt in den USA einen zweiten Anlauf nach einem Wechsel der Universität.

Bregenz Gut eineinhalb Jahre hat Chantal Düringer nunmehr in den USA verbracht, um neben ihrem Studium an der New Mexiko State University in La Cruces, einer Stadt nördlich von El Paso, vor allem ihr Golfspiel auf eine professionelle Ebene zu hieven. „Die Infrastruktur und das Studium waren perfekt, doch mit dem sportlichen Umfeld kam ich nicht zurecht. Ich spürte die Unzufriedenheit beim Golfen, war nicht glücklich. Um aber meine Ziele erreichen zu können, müssen alle Faktoren stimmig sein“, begründet die 20-Jährige ihre Rückkehr. Düringer wollte weg und ließ sich von der Uni auf eine weltweite Transferliste setzen. Es war ein Schritt ins Ungewisse, wie die Bregenzerin berichtet. Doch es sollte sich als die richtige Entscheidung herausstellen. Schnell gab es die ersten Angebote für Düringer – u. a. kamen Anfragen aus Hawaii und Nebraska, aber auch aus Louisiana. „Hawaii wäre sicherlich cool gewesen, aber die Reisen zu den Turnieren wären immer sehr zeitintensiv gewesen“, blickt die Vorarlbergerin zurück.

Entscheidung nach Rücksprache

In Absprache mit dem österreichischen Golf-Nationaltrainer Daniel Lamprecht, der Schweizer Mentaltrainerin Fabienne In-Albon (Golf-Olympiastarterin 2016) und Fitnesscoach Max Cavada hat sich Düringer für die University of Louisiana, einer kleineren Uni mit rund 9000 Studenten in der 50.000-Einwohnerstadt Monroe entschieden. Im August soll es losgehen, dann ist die Golferin für das Uni-Sportteam „Warhawks“ in der Sun Belt Conference im Einsatz. Ein wichtiger Grund für die Entscheidung waren auch die neuen Apartements für die Athleten am Campus. „Die Universität hat viel in neue Räumlichkeiten und in das Damen-Golfteam investiert“, erzählt Düringer. Eine Flutlichtanlage und ein Shortgame-Übungsbereich garantieren am Campus beste Trainingsbedingungen. Auch ihr Physiotherapeut Florian Gall hatte dank Videotelefonaten schon Gelegenheit, sich mit dem Chiropraktiker der Unimannschaft auszutauschen. „Es erwartet mich ein perfektes Gesamtkonzept“, ist Düringer überzeugt. Ihren Umzug hat die Vorarlbergerin vorerst für Anfang August geplant. Dann heißt es, die Zelte in New Mexiko abzubrechen und zu übersiedeln. Das soll mit dem Privat-Pkw erfolgen, wobei eine Strecke von gut 1500 Kilometer auf die heimische Sportlerin wartet. Allerdings weiß sie auch, dass ihre Pläne aufgrund der herrschenden Coronavirus-Pandemie noch einmal verändert werden könnten. Derweil trainiert die Bregenzerin sowohl auf der Anlage ihres Heimatklubs Bludenz/Bürs als auch in Rankweil und in München. Zudem hofft Düringer in der Zeit bis zur Abreise noch einige Turniere auf Klub- bzw. nationaler Ebene spielen zu können. Dies alles natürlich unter Einhaltung der strengen Hygienemaßnahmen.

„Für meine Eltern war es anfangs nicht leicht. Sie stehen voll hinter meiner Entscheidung.“

Chantal Düringer, Golfspielerin

Seit Anfang März weilt Chantal Düringer nunmehr in Vorarlberg. Die Rückkehr aus den USA wurde von der Familie auch ohne die Hilfe des österreichischen Außenministeriums gestemmt. Die Eltern Chris und Eva-Maria hatten sich kurzfristig entschlossen, die Tochter zurück zu holen. Zumal in Amerika die Organisation der nationalen Golfturniere, NCAA, vorerst alle Events für den Sommer abgesagt hatte.


Die Erleichterung, wieder in Vorarlberg zu sein, ist groß, zumal sich die Covid19-Entwicklung in Amerika alles andere als rosig darstellt. Die letzten Wochen war deshalb erstmal Training im Homeoffice angesagt. Seit Düringer zum Training wieder auf dem Platz steht, ist auch der Wunsch nach einem Neustart in den USA größer denn je. „Für meine Eltern war es anfangs nicht leicht. Inzwischen können sie mich aber verstehen und sie stehen voll und ganz hinter meiner Entscheidung.“